Antragsstellung - Quelle: 450872_r_k_by_a.-r._pixelio.deEine gute Freundin von mir wird krank, wenn sie nur an das JobCenter denkt. Dennoch ist für viele Leistungsbezieher ein regelmässiger Kontakt mit dieser Institution des Schreckens unausweichlich. Letztens kam per Post - immerhin - ein Hinweis auf den Ablauf des Bewilligungszeitraums und in der Anlage Formulare für einen Antrag auf Weiterbewilligung.

Wir fragten uns, lässt sich das nicht komfortabler bearbeiten als die Formulare auszufüllen, zu kopieren und beim JobCenter abzugeben? Ist es vielleicht möglich, das ganze digital zu machen? Die Anträge selbst im Internet zu finden, stellt kein besonderes Problem dar, das stellt die Arbeitsagentur auf ihren Webseiten selbst bereit, einschließlich Ausfüllanleitungen im Bereich Formulare für Bürgerinnen und Bürger. Wer sich die PDF-Dateien allerdings herunterlädt, wird sehr schnell sehr enttäuscht sein. Die Anzeige, die bei einem Dokument dann erscheint folgender Hinweis: "Füllen Sie bitte das folgende Formular aus. Sie können die in dieses Formular eingegebenen Daten nicht speichern. Wenn Sie eine Kopie für Ihre Unterlagen aufheben möchten, drucken Sie das ausgefüllte Formular aus" Im Klartext: Entweder den Mist ausdrucken, ausfüllen und vorbei bringen, oder aber den Mist ausfüllen, ausdrucken und vorbei bringen. Internet ausdrucken - super! Nicht mit uns.

Per email einen Antrag an das JobCenter schicken geht also nicht? Da muss es doch eine andere, bessere, zeit- und kostensparende Lösung geben, dachten wir uns! Und die gibt es.

Nach kurzer Recherche fanden wir ein OpenOffice kompatibles open source pdf-Bearbeitungstool, das auf den Namen Sun-PDF-Import-Extension hört (sicher gibt es noch andere). Das Programm war schnell installiert und siehe da, die PDF-Datei war leicht zu bearbeiten. Jetzt gab es nur noch ein kleines Problem mit der Unterschrift. Zum Glück fanden wir einen Menschen mit Scanner, der die Unterschrift in ein schönes png-Dokument umwandelte, das auch einfach einzufügen war. Dieses Unterschriften-Bild ist vielfältig einsetzbar, auch für andere Schreiben und Anträge, so dass sich dieser Besuch nun wirklich gelohnt hatte. Mit OpenOffice ist das Produzieren einer PFD-Datei mit der Funktion Exportieren als PDF wirklich ein Kinderspiel und schon bald hatten wir einen fix und fertig ausgefüllten Weiterbewilligungsantrag mit Anlagen im PDF-Format auf unserer Rechner-Maschine. Das haben wir dann mit einem kurzen Anschreiben (... in der Anlage überreiche ich Ihnen zur umgehenden Bearbeitung meinen Antrag auf Weiterbewilligung der Leistungen ... ) an eine email - Adresse des zuständigen JobCenters geschickt, die irgendwo auf den Papierzetteln des JobCenters zu finden war.

Wir erwarten nun, dass das JobCenter das macht, was es machen soll: bewilligen und zahlen! Wenn nicht, geht die Geschichte hier weiter.

Erlebt und aufgeschrieben von
Stefan Schneider, 15.05.2010

Nachtrag 1: Es gibt schon eine erste Rückmeldung von einem Anwalt, der sagt: Eine  gescannte Unterschrift ist problematisch, es gibt aber rechtsgültige digitale Signature, die hier verwendet werden könnten. Werde mich bei Gelegenheit damit befassen. Leider ist der erklärenden Wiki Artikel zu Digitale Signatur so kryptologisch, dass hier eine intensive Beschäftigung erforderlich ist. Demnächst mehr.

Stefan Schneider, 16.05.2010

 

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