Als begeisterter Segler bin ich mit meinem 15er Jollenkreuzer viel im Berlin-Brandenburger Raum unterwegs und plane in diesem Sommer auch wieder einen Törn zum Stettiner Haff / Achterwasser / Greifswalder Bodden und weiter - oder aber in Richtung Elbe über Hamburg bis nach Brunsbüttel. Genau festgelegt habe ich mich noch nicht.

Erst vor wenigen Jahren habe ich eine moderne Elektroanlage mit LED Kajütbeleuchtung und LED Positionslichtern installiert. Schon immer wollte ich diese Anlage durch eine moderne Lademöglichkeit ergänzen und habe immer über Solarmodule nachgedacht. Jetzt finde ich in einer der Palstek - Ausgaben den Hinweis auf den Forgen-Windgenerator, fühlte mich sofort an den Rotor erinnert, den Anton Flettner in dern 1920er Jahren entwickelte, erinnert und war begeistert.

Dem Händler habe ich vorgeschlagen, mir einen Forgen-Windgenerator zur Verfügung zu stellen (für mein Boot wohl zweckmässigerweise das Modell 500 NT) - im Gegenzug würde ich auf auch hier Blog aktiv betreiben, in dem ich regelmässig über meine Törns und meine Erfahrungen mit dem Generator berichte. Darüber hinaus ergeben sich weitere Berichts- und Publikationsmöglichkeiten auf der Homepage meines Segelvereins, auf der Portal der Reviervereinigung sowie in der Revierzeitung und ggf. auch in Deutschlands führenden Segelzeitungen.

Auch wäre die Einrichtung einer eigenen Facebookseite bzw. eines eigenen Twitteraccounts für mich vorstellbar. Mit beiden Medien habe ich bereits Erfahrung. Mit anderen Worten: Ich würden den Forgen Windgenerator testen und würde mich gleichzeitig darum kümmern, dass darüber in Echtzeit berichtet und geredet wird. Ob ich eine Reaktion auf dieses segel-technische Projekt erhalten werde, bleibt abzuwarten.

 – eine Episode in der Geschichte des Dommelwalls.

Dommelwall Luftaufnahme 2008 - Foto: Stefan SchneiderAm 27.04.2009 treffe ich Martin Blank in Kassel in seinem Büro und spreche mit ihm über Leberecht Migge und sein Projekt Sonneninsel auf dem Dommelwall, einer Insel im Seddinsee am südöstlichen Rand von Berlin an der Grenze zu Brandenburg. Vorab sagt mir Martin Blank, dass der Stand seiner Erkenntnisse dem Stand der Aussagen seiner Diplomarbeit – zusammen mit Astrid Schmid – aus dem Jahr 1994 entspricht. Wir sprechen miteinander und blicken immer wieder in seine aufwändig gestaltete Arbeit.

Leberecht Migge hat den Dommelwall 1931 vom Bezirk Köpenick gepachtet und diesen Pachtvertrag 1933 erneuert beziehungsweise verlängert. Landschaftlich gehört die Insel zum Gosener Sumpfgebiet, sie ist überwiegend sumpfig. Leberecht hat den nördlichen Teil der Insel 1932/33 aufschütten lassen mit Müll. Er  hat dazu einen Vertrag mit einer Berliner Müllentsorgungsgesellschaft geschlossen. Im nördlichen Teil der Insel entstand ein kleiner Steg, die Liegewiese befindet sich an der Westseite. Ebenfalls im nordöstlichen Teil befindet sich das von Migge gebaute Haus. Auf der Insel lebte Migge mit Liesel Elsässer. Hier lebten und wohnten später auch etliche Leute aus dem Freundeskreis von Migge, auch um den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs aus dem Weg zu gehen, da mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen war, dass diese abgelegene Gegend nicht betroffen sein würde. Liesel Elsässer hat dort offenbar bis 1945 gewohnt und gelebt. Migge war bereites 1935 verstorben. 1945 wurde die Insel von sowjetischen Soldaten besetzt und dann von den Bewohner_innen aufgegeben.

Skizze Dommelwall am Computer erstellt - Stefan SchneiderLaut Martin Blank stellt der Dommelwall die radikalste Zuspitzung des Konzepts von "Jedermann Selbstversorger" dar, nämlich eine sumpfige Insel mit städtischem Müll aufzuschütten und urbar zu machen. Über die weitere Nutzung der Insel ist wenig bekannt. Die Insel wurde mit dem Mauerbau 1961 enteignet und im Zeitraum von 1961 bis zur friedlichen Revolution 1989 von einem Kollektiv als Urlaubsinsel genutzt. Nach 1989 hat es offenbar eine Rückübertragung der Insel gegeben (an den Bezirk Köpenick) und danach gab es eine Verpachtung an einen Schmöckwitzer (?) Bürger. Liesel Elsässer war Migges Geliebte. Thomas Elsässer ist möglicherweise ihr Sohn. Migge hat – nach dem Erkenntnisstand von Martin Blank – selbst keine weiteren Dokumente über den Dommelwall hinterlassen.

Soweit mein kurzes Gedächtnisprotokoll von dem Gespräch mit Martin Blank und die Nutzung der Insel Dommelwall als Sonneninsel auf dem Seddinsee. Die Diplomarbeit selbst enthält mehrere Skizzen zur Inseln, darunter auch mehrere kartographische Bestandsaufnahmen zum Pflanzenbewuchs. Obwohl vieles inzwischen überwuchert und ggf. auch umgestaltet ist, lässt sich doch die von Migge angelegte Struktur rekonstruieren. Das Haus könnte zwischenzeitlich verfallen sein. Bodenproben und Karten und ggf. historische Luftbilder könnten Aufschluss geben über den Umfang der Müllaufschüttung und die von Migge vorgenommenen Umgestaltungen. Martin Blank zufolge ist die Insel erheblich im nördlichen Teil erweitert worden um den gesamten Bereich jenseits eines immer noch erkennbaren Grabens. Zu prüfen wäre auch, welche Akten im Bezirk Köpenick vorhanden sind und welche Aufschlüsse sich ggf. aus dem Pachtvertrag und dessen Verlängerung bzw. Erneuerung ergeben.

Dommelwall Luftaufnahme 2008 - Foto: Stefan SchneiderWeitere Quellen könnten – bislang noch nicht gefundene oder ausgewertete - Aufzeichnungen von Migge, Liese Elsässer und ihren dort zeitweise wohnenden Freunden sein. Dass es solche Quellen gibt, ist aber eher unwahrscheinlich, denn wenn die Insel eine Art Rückzugsort für Migge und seine Geliebte Elsässer war, welchen Grund sollten die beiden oder ihre Freunde gehabt haben, dies an die Grosse Glocke zu hängen? Gegebenenfalls gibt es noch geringfügige Chancen, bei den alteingesessenen Einwohner_innen von Gosen, der Ortschaft in unmittelbarer Nähe des Sees am Dommelwall, ein paar Erinnerungen an die sicher seltsamen Nutzer_innen von damals aufzufinden. Sicher reizvoll ist auch eine Begehung der Insel – allerdings unter der Maßgabe, dass dies bei der inzwischen unter Naturschutz stehenden Insel nur mit aller Vorsicht passieren sollte.

Stefan Schneider, 11.12.2010

Als häufiger Nachtsegler und habe gerade im Palstek Seglermagazin 04_2010 und auch in meiner Revierzeitschrift in Berlin einen Artikel über meine exzessiven Nachtfahrterlebnisse veröffentlicht. Nun haben mich Mitsegler beraten, dass ich einen Handscheinwerfer brauche, um besser zurecht zu kommen. Für meine Begriffe kommt heutzutage nur eine gute LED - Technik in Frage. Bei meinen Recherchen bin ich auf das Produkt der Firma ivt GmbH aus Hirschau in der Oberpfalz gestoßen. ivt heißt hierbei soviel wie Innovative Versorgungstechnik. Wie dem auch sei, die Firma bietet an einen

LED Handscheinwerfer und ivt-hirschau GmbHHigh Power LED Akku-Handscheinwerfer PL-838-4x1W mit einer Leuchtweite ca. 700m, spritzwassergeschützt.

Das ist wahrscheinlich genau das, was ich brauche. Eine LED-Technik, die lange halten sollte, ohne dass eine Lampe kaputt geht, sowie die Möglichkeit, den Handscheinwerfer an meinem 12V Bordnetz aufladnen zu können. Einen Spritzwasserschutz. Das sollte wohl für Binnenverhältnisse sowie Haff und Bodden ausreichend sein.

Ich habe mich mit der Firma umgehend in Verbindung gesetzt und angeboten, dass ich dieses Gerät in diesem Segelsommer teste und dann einen ausführlichen Bericht auf meinem Weblog poste  und gegebenenfalls auch Tweets von unterwegs absetze. Vielleicht schreibe ich auch einen eigenen Test-Erfahrungsbericht.

Jedenfalls waren die von der Firma in der Oberpfalz sehr kooperativ, haben sich umgehend bei mir gemeldet und jetzt bekomme ich das Ding per Express zugeschickt. Es wird Mittwoch vormittag da sein, und dann habe ich soweit alles für meinen Törn zusammen und kann mich auf den Weg machen.

Wer jetzt sagt, dass hier sei ein Werbeartikel, der hat teilweise Recht. Aber auch nur teilweise. Es geht darum, wenn ich nachts unterwegs bin, gut und zuverlässig Tonnen und Seezeichen zu orten, Hafeneinfahrten und sonstige Seemarken zu identifizieren. Und wenn das Gerät Mist ist, nicht funktioniert oder Macken hat, werde ich es selbstverständlich hier auch aufschreiben. Aber zunächst mal gehe ich davon aus, dass mit diesem Ding das Nachtsegeln noch viel mehr Spaß machen wird.

Für mich als gebürtigem Mariendorfer ist der am Teltowkanal gegenüber dem Ullsteinhaus  gelegene Hafen Tempelhof sozusagen der Heimathafen. In der Tat bin ich in meiner Kindheit- und Jugend unzählige Male daran vorbeigegangen oder gefahren - beispielsweise auf dem Weg zur Stadtbücherei Tempelhof oder zum Rostbratwurststand von Maximilian. Zum Segeln bin ich erst in meiner Studienzeit gekommen, durch die Idee von Chrissi, dass der Hochschulring der KSJ, dem ich damals angehörte, doch einen Segeltörn auf einem historischen Segelschiff, der Rakel machen könnte. 

Der im Grunde in Auflösung begriffene Hochschulring konnte sich nicht  entscheiden, ob nach einer Straßbourg-Fahrt zum Europäischen Parlament und einer Reise nach Moskau nun entweder Albanien oder aber Cuba probate und politisch korrekte Reiseziele wären. So war Segeln auf der Ostsee ein guten Kompromiss. Auf diesem Törn von Kiel über Bagenkop und Sonderbog nach Kiel zurück wurde mir klar, dass ich eines Tages würde segeln lernen. Eine Art innere Gewissheit, kein Plan, kein Vorsatz. Tatsächlich habe ich dann im Jahr 1990 meinen Segelschein gemacht und hatte im Jahr darauf mein erstes Schiff, eine rote Yxilon.

 Das machte auch viel Freude, und die Yxilon hat im Sommer wie im Winter immer gut gelegen auf dem Wassersportgelände der Humboldt-Universität am Zeuthener See. Mit der Entscheidung, diese im Jahr 1994 zu verkaufen und im Frühjahr 1995 einen 15er Jollenkreuzer zu erwerben, brauchte ich einen neuen Liegeplatz, im Sommer wie im Winter. Im Sommr konnte ich in Schmöckwitz bleiben, und für den Winter habe ich mich in jenen Jahren entschieden für den Hafen Tempelhof. Er war verkehrmässig mit der U-Bahn Linie 6 gut zu erreichen (Bahnhof Ullsteinstraße) und in der Nähe meiner Eltern, die noch immer in Mariendorf wohnten. Im Herbst motorte ich also von meinem Liegeplatz zum Hafen Tempelhof, wo mich vom am Hafen gelegenen Schrottplatz ein Kram mit langen Schläuchen an einer Traverse aus dem Wasser hob und zum Liegeplatz an Land auf 2 Holzböcken fuhr.

 Der Diebstahl  meiner Badeleiter und ein weiterer Diebstahl von diversem Werkzeug sowie die Tatsache, dass ich aufgrund diverser Reparaturarbeiten und mangelhafter Selbstdisziplin doch immer nur im Juli oder Augst wieder ins Wasser kam, veranlasste mich  dazu, nach einem Segelverein, dem ich mich anschließen konnte, Ausschau zu halten. Aber das ist eine andere Geschichte. Im Jahr 2007 jedenfalls ist mit einem schon seit längerem diskutierten Plan bekonnen worden, nämlich ein riesengroßes Event- und Einkaufszentrum darum zu bauen und das alte Lagerhaus mit einzubeziehen. Schon jetzt kann ich sagen, ausser dem unter Denkmalschutz stehenden Lagerhaus und den Kränen und der ungefähren größe des Hafenbeckens im Grunde nichts bleibt, wie es einmal war.

Planung Hafen Tempelhof - Quelle: TagesspiegelWie es einmal aussehen wird, zeigt die Skizze hier. Auch und übrigens: Der alte Maximilian-Stand mit Rostbratwurst vom Holzkohlegriil und Zigeunersalat - damit bin ich praktisch großgeworden - an der Ordensmeisterstraße wurde auch abgerissen. Im Moment steht ein Provisorium auf der Stubenrauchbrücke am Tempelhofer Damm. Auch langfristig soll Maximiliam erhalten bzw. in das neue Zentrum integriert werden. Warten wir es ab. Jedenfalls bin ich praktisch nie durch den Teltowkanal gefahren, ohne am Hafen Tempelhof Station zu machen. Nicht wegen des Hafens - wegen der Rostbratwurst mit Zigeunersalat. 

Maximilian Imbiss - nicht der, der dort war, aber doch stilistisch vergleichbar

Berlin, 27.09.2007, Stefan Schneider 

Fotonachweis: Planungszeichnung Hafen Tempelhof: http://www.tagesspiegel.de/images/tempelhof/1259136/2.jpg?format=format14

Eine wenig beachtete Katastrophe ereignete sich am 21.08.2007 auf dem Sniardwy, dem größten Binnensee Polens - von der Größe etwa vergleichbar mit der Müritz - in der Masurischen Seenplatte. Offenbar urplötzlich bildete sich ein Orkan, der für Schwerwetter sorgte und insbesondere auf dem Sniardwy eine große Zahl von Segelbooten zum Kentern brachte. 

Dazu meldete der Kurier am selben Tag:

Orkan ohne Vorwarnung: Tote in Polen

Der Sturm fegte über die Masuren und brachte dutzende Boote in der Ferienregion zum Kentern.

Bei einem orkanartigen Sturm im Nordosten Polens sind am Dienstag mindestens sechs Menschen ertrunken, 14 weitere werden noch vermisst. Der Sturm, der von Augenzeugen als Tornado, beschrieben wurde, fegte ohne Vorwarnung über die Masurischen Seen und brachte dutzende Boote in der beliebten Ferienregion zum Kentern.

In Seen, auf denen leere Boote trieben, hielten Suchtrupps am Abend noch nach Vermissten Ausschau. Umgestürzte Bäume blockierten die Zufahrtsstraßen und erschwerten die Rettungsarbeiten. Laut Wetterbericht sollte der Sturm weiter südwärts in dichter besiedelte Gebiete ziehen.

Artikel vom 21.08.2007, 22:14 | apa | aho

Wesentlich erschütternder sind dazu Videos, die bei You-Tube zu finden sind. Zum Beispiel, wie ein vor Top und Takel (d.h., ohne Segel) laufendes Segelboot einfach durch die Wucht des Orkans zum Kentern gebracht wird.

Oder nachstende Aufnahme, die zeigt, wie Ankerlieger am Strand mit den Wellen zu kämpfen haben:

  

Auch hier ist eine Gruppe von Menschen dabei, die Boote zu sichern:

 

 Und hier eine Zusammenfassende Reportage des Polnischen Senders TVP:

Die Schlussfolgerung aus dieser Katastrophe kann nur sein, auch binnen ständig und permanent alle seemänische Um- und Vorsicht walten zu lassen und immer mit dem schlimmsten zu rechnen.

Stefan Schneider, 27.09.2007 

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