karte osztyn gutkowobraswald wopy... kommen sie her, meine Eltern. Diese Karte hat mein Vater oft benutzt und Orte markiert, die ihm wichtig waren. Jetzt ist diese Karte nur noch ein historisches Dokument.

 

Dr. Stefan Schneider

Stefan Schneider im August 2012 - Foto: Christiane Molkenbuhr

1. Persönliche Daten
2. Lebenslauf
3. Lehre
4. Publikationen
5. Forschung
6. Kampagnen
7. Sozialräumliches Engagement
8. Kommunalpolitik
9. Gremien/ Netzwerke/ Mitarbeit
10. Internationale Zusammenarbeit
11. Katholische Kinder- und Jugendarbeit
12. Referenzen
13. Medienkompetenz
14. Sprachkompetenz
15. sonstige Qualifikationen
16. Freizeitinteressen
17. Kontakt
18. Dokumente


1. Persönliche Daten

geboren am 04.06.1965 in Berlin
Eltern Bruno Schneider (1937 - 2010) & Irmgard Schneider, geb. Thiel  (1937 - 2013)
ledig
römisch - katholisch

2. Lebenslauf

seit 2016 Koordinator des Projekts Teilhabe und Selbstorganisation Wohnungsloser

als Sozialwissenschaftler bei Bethel im Norden am Standort Freistatt mit dem Ziel des Aufbaus einer Selbstvertretung Wohnungsloser

seit 2014 Selbständiger Sozialwissenschaftler

 

2013 pflegender Angehöriger 

von Irmgard Schneider, geb. Thiel vom 03.01.2013 bis zu ihrem Tod 03.12.2013,
Haushaltsauflösung bis 31.01.2014

seit 2009 geschäftsführender Direktor

des Europainstituts für Sozialwissenschaften & Partizipation (EISOP)

2007 - 2012 Selbständiger Sozialwissenschaftler

mit den Schwerpunkten

  • Armut, Wohnungslosigkeit, Empowerment und Sozialpolitik
  • Stadtentwicklung, Gentrification
  • Sozialraumorientierte Sozialarbeit
  • Internationale Kooperationen in der Sozialarbeit
  • Integration und Religionen (insbes. Islam)

2002 - 2011 Kommunalpolitiker in Pankow

parteilos bei Bündnis 90 Die Grünen

mit den Schwerpunkten Soziales, Gesunheit, Senioren, Gleichstellung, Integration & Finanzen

1994 - 2007 geschäftsführender Vorsitzender

des Vereins mob – obdachlose machen mobil e.V./ strassenfeger

  • 2006 Internationalisierung/ Interkulturelle Öffnung
  • 2005 Strassenfeger-Radio beim Offenen Kanal Berlin
  • 2004 Homepage www.strassenfeger.org
  • 2003 Selbsthilfehaus Oderberger Str.
  • 2000 – 2003 Selbsthilfebauvorhaben Oderberger Str.
  • 1999 Gebrauchtwarenkaufhaus Trödelpoint
  • 1998 Treffpunkt Kaffee Bankrott
  • 1996-1997 Wohnprojekt Strassmannstr.
  • 1995 Notübernachtung
  • 1994 Strassenzeitungen mob - magazin, motz, strassenfeger, strassenzeitung

1998 Dissertation

mit dem Titel Wohnungslosigkeit und Subjektentwicklung. Biografien, Lebenslagen, Perspektiven. Ergebnisse einer empirischen Forschung. Mit Fotos von Karin Powser. Berlin 1997.

1994 - 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter

am Lehrstuhl für Systematische Pädagogik am Institut für Allgemeine Pädagogik (WE 1) und Mitarbeiter der Werkstatt "Computer und Bildung" des Fachbereichs 10 (Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften) der Hochschule der Künste Berlin.

1990 - 1993 Forschungsprojekt

zu Lebenslage und Biografie Wohnungsloser in Berlin am Institut für Allgemeine Pädagogik (WE 1) der Hochschule der Künste Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Georg Rückriem, gefördert von der Berlin-Forschung der FU-Berlin.

1990 Diplom-Pädagoge

Diplomarbeit zum Thema: Wohnungslose sind gesellschaftliche Subjekte. Gesellschaftliche Bedingungen und individuelle Tätigkeiten am Beispiel der Besucher der Wärmestube Warmer Otto in Berlin - Moabit.

You are leaving the American Sector - https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Checkpoint_Charlie_sign.jpg

1984 - 1990 Studium der Erziehungswissenschaften

mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Technischen Universität Berlin

und parallel Arbeit bei Krüger & König Gartenbau sowie Belaj Kunsttransporte.

1984 - 1986 Studium der Katholischen Theologie

1983 Abitur

1977 - 1983 Eckener-Gymnasium

1971 - 1977 Ludwig-Heck-Grundschule, heute Mascha-Kaleko-Grundschule

1969 - 1971 Kindergarten Maria Frieden


3. Lehre

Lehrveranstaltungen

Vor allem im Rahmen meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule der Künste Berlin (jetzt: Universität der Künste Berlin):

  • 1998 SoSe Seminar: Pädagogische Grundbegriffe.
  • 1997/1998 WS Seminar: Pestalozzi oder: Das Soziale in der Pädagogik.
  • 1997/1998 WS Seminar: Einführung in auszuwählende erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe.
  • 1996/1997 WS Seminar: Pestalozzi und seine Anstalt in Stans.
    Ein pädagogisches Projekt
  • 1996/1997 WS Seminar: Einführung in die Erziehungswissenschaft.
    Die Grundlagen der Pädagogik – ein (Text-)kritisches Seminar.
  • 1996 SoSe Seminar: Vorbereitung zum Orientierungspraktikum.
  • 1996 SoSe Seminar: Pädagogisches Handeln im Computerzeitalter.
    Online-Seminar
  • 1996 SoSe Hauptseminar: Obdachlosigkeit in Deutschland & Nordamerika. Gemeinsam mit Prof. Dr. Margit Mayer am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU-Berlin
  • 1995/1996 WS Seminar: Computer und Schule – Computer oder Schule?
    Lehren und Lernen im Computerzeitalter. Gemeinsam mit Prof. Dr. G. Rückriem
  • 1995/1996 WS Seminar: Von der Normbiografie zur gestaltbaren?
    Schule als biografischer Katalysator.
  • 1995/1996 WS Seminar: Wo bleibt der Lehrer/ die Lehrerin im virtuellen Klassenzimmer?
    Computer, Vernetzung in Schule und Gesellschaft und Pädagogische Konse­quenzen
  • 1995 SoSeSeminar: Pädagogische Prinzipien gestern und heute.
    Antiquierte Auffassungen oder relevante Orientierungen?
  • 1995 SoSe  Seminar: Computerisierung und wissenschaftliches Arbeiten.
    Gemeinsam mit Dr. H.W. Erdmann, Prof. Dr. G. Rückriem
  • 1994/95 WS Ringvorlesung: Schöne neue Welt – Computer in der Realität und als Reali­tät II.
    Interdisziplinäre und fachbereichsübergreifende Ringveranstaltung zum Problem des Computers als "dominierendes Medium" unserer Zeit. Mit VertreterInnen aus den Disziplinen Musik, Kunst, Visuelle Kommunikati­on, Architektur, Design, Theater, Film, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Po­litik, Verwaltung, Dienstleistungen, Bibliothekswesen. Gemeinsam mit Dr. H.-W. Erdmann, Prof. Dr. G. Rückriem,
  • 1994 SoSe Ringvorlesung: Schöne neue Welt – Computer in der Realität und als Reali­tät I.
    Interdisziplinäre und fachbereichsübergreifende Ringveranstaltung zum Problem des Computers als "dominierendes Medium" unserer Zeit. Mit VertreterInnen aus den Disziplinen Musik, Kunst, Visuelle Kommunikati­on, Architektur, Design, Theater, Film, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Po­litik, Verwaltung, Dienstleistungen, Bibliothekswesen. Gemeinsam mit Dr. H.W. Erdmann, Prof. Dr. G. Rückriem, Prof.  Dr. E. Wolf

3.3    Praxisanleitung

  • Anerkennung als Praxisanleiter für Sozialpädagogik und Soziale Arbeit
  • Anerkennung als Praxisanleiter für Heiler-ziehungspflege
Begleitung und Praxisanleitung von PraktikantInnen in den Fächern
  • Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Heilerziehungspflege, Journalistik, Grafik, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Sozialmanagement, Kulturwissenschaften, Ethnologie
und den Praktikumsformen
  • freiwilliges Praktikum, Schülerpraktikum, Erkundungspraktikum, Anerkennungspraktika, Verwaltungspraktikum, Berufsanerkennungsjahr, usw.
weiterhin Anleitung und Einweisung von
  • Zivildienstleistenden (ZDL),
  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ),
  • Internationaler Freiwilligendienst (IVS),
  • Europäischer Freiwilligendienst (EVS),
  • Ausbilder Kauffrau/mann für Bürokommunikation

öffentlich geförderte Maßnahmen

Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Maßnahmen
  • des Sozialamtes und
  • des Arbeitsamtes bzw.
  • der JobCenter sowie
  • der Sozialen Dienste der Justiz
mit den Instrumenten
  • gemeinnützige zusätzliche Arbeit (gzA)
  • Hilfe zur Arbeit (HzA)
  • Integration durch Arbeit (IdA)
  • Mehraufwandsentschädigung (MAE)
  • Freie Tätigkeit/ Arbeit statt Strafe (ASS)
häufig in Verbindung mit
  • Integrationsgespräche bzw.
  • Qualifikationsanteilen (ESF)

Vorträge (Auswahl)

Vorträge zu verschiedenen Aspekten von Armut, Ausgrenzung, Wohnungslosigkeit, Sozialer Arbeit und Empowerment und Selbsthilfe in Deutschland in

4. Publikationen

siehe hier

5. Forschung

siehe hier

6. Kampagnen

1997 Crashkurs Obdachlosigkeit

So säße er da, der arme Eberhard*, wenn, ja wenn er so leben müßte wie die über 10.000 Obdachlosen der Stadt. Zwar muß er nicht, aber jetzt darf er, kann er. Denn damit auch PolitikerInnen und andere "interessierte Menschen" endlich sachkundig mitreden können, lädt die Obdachlosenzeitung "strassenfeger" zum "Crashkurs Obdachlosigkeit". Für schlappe 180 Mark Solibeitrag (ermäßigt 120 Mark) bieten die "strassenfeger" nach einem Frühstück inclusive Kaffee und Zigaretten in einer Notübernachtung den garantierten Rauswurf auf die Straße. Frisch gestylt aus dem Kleiderfundus, aber ohne Geld, Ausweise, Schlüssel, Nahrung oder Kontakt zu Verwandten und Bekannten müssen sich die Probanden dann 24 Stunden durchs heimelige Berlin schlagen. Auch Decke oder Schlafsack sind - wie in der Realität - nicht vorgesehen. Aber keine Angst: Bekanntlich gibt es ja viele tolle Hilfsangebote für Wohnungslose. Wer die nicht findet, darf sich an die echten Obdachlosen wenden. Die kennen alle zum Überleben notwendigen Tricks. Abschließend wird ein Nachgespräch angebo-ten. Anmeldungen: heute am strassenfeger-Bus in der Jebenstraße hinterm Bahnhof Zoo oder an die Redaktion "strassenfeger", Kopernikusstraße 2, 10243 Berlin.

TAZ BERLIN Nr. 5175 vom 11.03.1997 Seite 24 Berlin 28 Zeilen

* gemeint ist hier Eberhard Diepgen, zum damaligen Zeitpunkt Regierender Bürgermeister von Berlin. Die Fotomontage, die nicht erhalten ist, zeigt ihn als Bettler auf der Strasse.


1998 Betteldiplom

Leuchtendes Beispiel: Professor Horst Bosetzky, Soziologieprofessor an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege. Der Mann belegt morgen gemeinsam mit Studenten eine Zusatzausbildung, an deren Ende das "Betteldiplom" steht. Unter sachkundiger Anleitung von Fachleuten - den Verkäufern des Obdachlosenmagazins "Der Straßenfeger", die auf diese Weise zu Dozenten, also gewissermaßen Kollegen werden.
Bosetzky, der bisher eher als Krimiautor -ky" auf-fällig wurde, muß sich dabei in drei Pflichtfächern beweisen:
1. "Sitzung halten" in der Einkaufspassage (körperliche Gebrechen und Hunde sind selbst mitzubringen, nur ein gültiger Platzverweis der Polizei befreit wirksam von diesem Fach),
2. "Straßenfeger" verkaufen,
3. Pfarrer zu Hause belagern und anschnorren.
Wahlfächer: Einkaufswagenmark schnorren oder Containern (die Jagd nach dem Flaschenpfand).   
Die Teilnahmegebühr in Höhe von 180 Mark wird zwi-schen dem persönlichen Dozenten und den Wohnprojekten des "Straßenfeger"-Trägervereins brüderlich geteilt. Für Bosetzkys Studenten ist diese Ausbildung übrigens besonders wichtig, denn viele von denen landen früher oder später sowieso auf dem Sozialamt. Allerdings hinter dem Schreibtisch.
Berliner Zeitung 24.06.1998 Stadtgeflüster von Andreas Kurtz

2000 Ein Dach über dem Kopf

Die Aktion „Ein Dach über dem Kopf“ wurde von uns ins Leben gerufen, um Mitmenschen, die in Not und ohne Bleibe sind, wirksam helfen zu können.
Konkret unterstützen wir damit unsere Notübernach-tung in der Prenzlauer Allee 87 in 10405 Berlin, die ganzjährig Platz bietet für 8 Männer und 4 Frauen in getrennten Zimmern.
Damit wir diesen Menschen weiterhin helfen können, benötigen wir nach wie vor Ihre Hilfe und Unterstützung.
Damit Sie sich davon überzeugen können, dass Ihr Geld tatsächlich ankommt, können Sie gerne - nach Absprache - uns besuchen kommen und die Notübernachtung kennen lernen.
Unser Team stellt Ihnen gerne seine Arbeit vor.
Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Berliner Wohnungslosen helfen können.

http://www.strassenfeger.org/dach.html

2006 Dreigroschenoper Sonderausgabe

Ein Projekt von Lukas Leuenberger mit Klaus Maria Brandauer, Campino und vielen anderen im August 2006 im Admiralspalast in Berlin. Der strassenfeger ist Medienpartner und erstellt eine Sonderausgabe, die zur Vorstellung verkauft wird.
„Um die Bekanntheit weiter zu erhöhen, hat es nun offenbar eine Kooperation mit der Obdachlosenzeitung Strassenfeger gegeben. In einem Extrablatt im Design der Kampagne (“Wir machens mit dem Strassenfeger”) wurde die Zeitung heute in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit den Worten “Kultur, Kultur” angepriesen.
Der thematische Bezug ist glaubwürdig, und so profitieren bei diesem Coup wohl beide Partner: Die Dreigroschenoper steigert ihren Bekanntheitsgrad, weil die Fahrgäste von Zeitungsverkäufern aktiv damit konfrontiert werden. Und der Strassenfeger erreicht mit einem attraktiven Thema neue Leser, die sich bisher nicht für eine Obdachlosenzeitung begeistern ließen.“
Aus: www.hauptstadtblog.de

2007 Ratgeber Ausgabe ALG II – Ihr Recht von A-Z

„Die Berliner Obdachlosenzeitung „Strassenfeger“ hat ein Ratgeber-Heft herausgegeben, das sich dem Recht um das Arbeitslosengeld II (ALG II) widmet. Der Inhalt soll Leuten Mut machen, »sich mit den Sozialleistungen und damit einem Teil ihres Lebens auseinander zusetzen, und es nicht nur über sich ergehen zu lassen«. Das Heft enthält zunächst alphabetisch geordnet Rubriken von »Antragstellung« oder »Aufstockendes ALG U« über »Eheähnliche Gemeinschaft«, »Klassenfahrten«, »Jugendliche unter 25« bis »Ortsabwesenheit«, »Selbständigkeit« und »Zuständigkeit«. Es folgen u. a. eine satirische Abrechnung mit ALG II, Literaturhinweise, Hinweise für ALG II-Empfänger, die einen Anwalt suchen, Tipps für den Umgang mit Außendienstmitarbeitern der JobCenter - »Was sie dürfen und was nicht« - und ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Peter Grottian.“    

Pressestimme


7. Sozialräumliches Engagement

seit 1999    Mitarbeit im Pfefferwerk-Verbund

  • (soziokulturelle Arbeit auf dem Pfefferberg und in Berlin Pankow bzw. Prenzlauer Berg)

seit 2002    Kontakte und Vernetzung mit Stadtteilzentren, Nachbarschaftshäusern, Quartiersmanagements sowie den Gemeinwesenarbeitsprojekte im Bezirk Pankow, darunter:

  • Nachbarschaftszentrum Pfefferwerk
  • Frei-Zeit-Haus-Weissensee
  • Amtshaus Französchisch Buchholz
  • Platzhaus Teuroburger Platz
  • Stadtteilzentrum „Der Alte“ in Buch
  • Stadtteilzentrum Am Turm in Karow
  • ehrenamtliche Bibliothek Wilhemsrus
  • Mitarbeit ein der Arbeitsgruppe „Kiez & Bezirk“

seit 2002    Mitwirkung an der Gründung des "Fördervereins Helmholtzplatz“

im Stadtteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow von Berlin, seitdem regelmässige Mitarbeit im Förderverein Helmholtzplatz:

  • Erarbeitung von Konzept und Profil für das Platzhaus
  • Zusammenarbeit mit anderen Gruppen (z.B. Tauschring)
  • Vorbereitung & Durchführung von Nachbar-schaftfesten
  • Lobby- Öffentlichkeitsarbeit
  • Kooperation mit Partnerverein in Lehnin, Brandenburgg
  • Entwicklung & Etablierung von Finanzierungsmodellen
  • Planung & Konzeption & Finanzierung & Genehmigung & Bauplanung eines Anbaus für das Nachbarschaftshaus/ Platzhaus

2005–2007    Mitwirkung am „anwohnergetragenen Verfahren zur Entlassung des Quartiersmanagements

  • Mitarbeit in der Planungs- und Steuerungsgruppe
  • Vorbereitung und Durchführung von Stadtteilkonferenzen
  • Erarbeitung von Vergabeverfahren für Fördermittel
  • Konstituierung und Begleitung einer Kiez-Vergabe-Jury
  • Vorbereitung einer Evaluierung

Seit 2005    Seniorenpolitische Fragestellungen

  • Kontakt zur Seniorenvertretung in Pankow
  • Besuch und Kontakt zu Seniorenbegegnungs- und –freizeitstätten in Pankow
  • Teilnahme an seniorenpolitischen Fachkonfe-renzen
  • Teilnahme an der jährlichen Senioren-Bezirksverordnetenversammlung
  • Kontakt zum Netzwerk Wohnen im Alter
  • Mitwirkung an der Pankower Seniorenkonzeption
  • Befassung mit sozialplanerischen und soziodemografischen Fragestellungen in Bezug auf den demografischen Wandel

8. Kommunalpolitik

2002 – 2006 stellvertretender Bürgerdeputierter

  • im Ausschuss Gesundheit und Soziales der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin auf Vorschlag von Bündnis 90/ Die Grünen

2004 - 2006 Bürgerdeputierter

  • im Ausschuss Job Center der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin auf Vorschlag von Bündnis 90/ Die Grünen

2006 . 2011 Bezirksverordneter

  • in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin als parteiloses Mitglied der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen
Mitglied in den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung
  • Gesundheit, Arbeit und Soziales
  • Gleichstellung und Migration - stellv. Vorsitzender
Mitglied in den Beiräten
  • Rat für MigrantInnen Pankow (2007)
  • Integrationsbeirat Pankow (Beobachter)
  • Beirat des Vivantes-Netzwerk für Gesundheit GmbH
Fraktionssprecher für Gesundheit, Soziales, Arbeitsmarkt & Gleichstellung, Migration, Integration

9. Gremien/ Netzwerke/ Mitarbeit


10. Internationale Zusammenarbeit

Zu folgenden Ländern und Städten habe ich konkrete Arbeitsbeziehungen (überwiegend NGOs im Bereich Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit‚ Armut und Gemeinwesenarbeit)

  • Belgien – Brüssel, Antwerpen
    Kontakt zu Wohnungslosenprojekten in Antwerpen
  • EU – Brüssel (FEANTSA)
    Kontakt zur FEANTSA (European Federation of National Organisations working with the Homeless), der gemeinsamen Vertretung nationaler Organisationen der Wohnungslosenhilfe innerhalb der EU
  • Estland – Rakvere, Taillin
    Kontakt zu Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe
  • Frankreich – Paris, Nimes
    Kontakt zur DAL, einer Interessensvertretung armer und wohnungsloser Menschen in Paris
    Kontakt zur Wohnungslosenprojekten in Nimes
  • Indien – Bangalore, Mysore
    Kontakte zu einem Strassenkinderprojekt in Bangalore und zu einem Projekt sozialmedinischer Hilfen in der Region Mysore
  • Japan - Osaka
    Profunde Kenntnisse von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und Selbsthilfe, Kontakte zu Hochschullehrern und Journalisten
  • Kolumbien - Medellin
    Kontakt zu einem Strassenkinderprojekt und zu einem Strassenzeitungsprojekt im Gründung
  • Nicaragua – Corn Island
    Kontakt zum Gemeinwesen, Daseinsvorsorge, kommunale Strukturen
  • Niederlande - Rotterdam
    Kontakt zu einem alternativen Stadtteilzentrum in Rotterdam
  • Polen – Warszawa, Kolobrzeg, Krakow, Olstzyn
    Vielseitige Kontakte zu Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und Selbsthilfe in Warszawa, Kolobrzeg, Krakow, Olsztyn
  • Russland – St. Petersburg
    Kontakt zu Projekten der Stadtteilarbeit und zu Projekten für arme und wohnungslose Menschen
  • Schweiz – Luzern, Zürich
    Kontakt zu einem Verein der Wohnungslosenhilfe (Gassenküche, Notschlaftstelle, Strassenzeitung) in Luzern,
    Kontakt zu einem alternativen Stadtteilzentrum in Zürich
  • Türkei – Mersin
    Kontakt über den Freundschaftsverein Berlin – Mersin e.V. zu einer Reihe von NGO’s im Sozialen Bereich (Frauen, Strassenkinder, Stadtentwicklung) sowie zu politischen Akteuren (Kommunale Ebene)
  • Ungarn – Budapest
    Kontakt zu einem Träger der Wohnungslosenhilfe
  • USA – New York City, Boston, Cleveland, Los Angeles
    Vernetzung mit WissenschaftlerInnen und Expertinen zum Thema Armut & Empowerment an Universitäten in New York City, Boston, Cleveland, Los Angeles.

11. Katholische Kinder- und Jugendarbeit

Kirchengemeinde Maria Frieden, Mariendorf

  • 1974 – 1981 Kinder- und Jugendgruppe St. Martin
  • 1981 – 1985 Jugendgruppenleitung
  • 1980 - 1982 Dekanatsjugendleitung Tempelhof

Katholische Studierende Jugend/ Bund Neudeutschland

  • 1982 – 1983 stellv. Diözesanleitung KSJ
  • 1983 - 1988 Schulungsteam der KSJ (Gruppenleiterausbildung)
  • 1984 – 1990 Hochschulring im Bund Neudeutschland

Bund der Deutschen Katholischen Jugend

  • 1984 – 1987 Delegierter Diözesanrat des BDKJ - Berlin
  • 1984 – 1985 ehrenamtlicher 3. Welt – Referent beim BDKJ Berlin

12. Referenzen

Mit den nachstehend aufgeführten Personen verbinden mich teils enge, teils sehr lockere, teils aktuelle und teils weit zurückliegende Kooperationsbeziehungen. Die genannten Personen sind aber sicher gerne bereit, Auskünfte über meine fachliche Kompetenz zu erteilen.

  • Gerull, Dr. Susanne
    Professorin an der ASFH Berlin
    www.susannegerull.de
    zu Gremienarbeit und Wohnunglosenpolitik in Berlin
  • Kozaczynska, Agnieszka
    Geschäftsführerin Mazowia, Warszawa, Polska
    www.mazowia.ngo.org.pl
    zu Kooperationsbeziehungen mit Projekten aus Warszawa
  • Liebel, Prof. Dr. Manfred
    Interkulturelle Erziehungswissenschaft
    www.ewi-psy.fu-berlin.de
    zu subjektoriertiertem Arbeitsansatz
  • Linde, Christian
    Redaktionsleiter motz
    www.motz-berlin.de
    zu Organisationsentwicklung mob e.V., sowie Strassenzeitungen in Berlin
  • Mahs, Prof. Ph.D. Dr. Robert Jürgen Freiherr Von
    New School For Liberal Arts, NYC, USA
    www.newschool.edu
    zu Forschungsfragen & Soziologischer Analyse
  • Matusche, Petra
    Institutsleiterin Goethe-Institut Osaka, Japan
    www.goethe.de/osaka
    zu internationalen Kontakten
  • Mayer, Prof. Dr. Margit
    John-F.-Kennedy – Institut für Nordamerikanistikfragen an der FU – Berlin
    www.jfki.fu-berlin.de
    zur Qualität der Lehre
  • Menninger, Oswald
    Geschäftsführer DPWV Berlin
    www.paritaet-berlin.de
    zu Organisationsentwicklung der Mitgliedsorganisation mob e.V.
  • Misch, Sonja
    Jugendaufbauwerk Berlin
    www.jawberlin.de
    zu Seminaren über Wohnungslosigkeit
  • Müller, Prof. em. Dr. C. Wolfgang
    Zweitgutachter Dissertation
    www.beltz.de
  • Rosenke, Werena
    Stellv. Geschäftsführerin der BAG – Wohnungslosen-hilfe e.V.
    www.bag-wohnungslosenhilfe.de
    zu Organisationsentwicklung mob e.V., Fachpolitische Debatten
  • Rückriem, Prof. Dr. em Georg
    Doktorvater, Universität der Künste Berlin
    www.udk-berlin.de
  • Silver, Prof. Dr. Hilary
    Brown University Boston
    www.brown.edu
    zur kontinuierlichen Projektentwicklung, zu soziologischen Analysen
  • Storck, Peter
    Pfarrer in der Heilig-Kreuz Gemeinde in Kreuzberg
    http://www.heiligkreuzpassion.de
    zum Engagement innerhalb der AG Leben mit Obdachlosen
  • Teschner, Klaus
    Misereor Aachen
    www.misereor.de
    zur internationalen Vernetzung
  • Thierse, Dr. Wolfgang
    Anwohner Prenzlauer Berg
    www.thierse.de
    zum Selbsthilfebauvorhaben Oderberger Str., zur Gemeinwesenarbeit am Helmholztplatz
  • Welle, Jutta
    geschäftsführendes Vorstandsmitglied mob e.V./strassenfeger
    www.strassenfeger.org
    zu Vereinsarbeit mob e.V. seit Gründung

13. Medienkompetenz

  • Office-Programme (Word, Excel, Outlook)
  • Präsentations- und Visualisierungsprogramme (PowerPoint)
  • Grundkenntnisse im digitalen Layout (QuarkXPress, ) und in der Bildbearbeitung (Photoshop)
  • Content Management Systeme cms (Joomla, Typo3)

14. Sprachkenntnissse

  • Englisch +++
  • Polnisch ++
  • Spanisch +

15. sonstige Qualifikationen

  • Auto: FS-Klasse III
  • Forstwirtschaft: Motorsägeschein
  • Gastronomie: Lebenmittelkarte
  • Kino: Filmvorführberechtigung
  • Sport: Sportbootführerschein Binnen (Segeln, Motor, Surfbrett), BR-Schein

16. Interessen / Hobbys

  • Segeln
  • Musik
  • Lesen
  • Fahrradfahren
  • Städtereisen

17. Kontakt

Dr. Stefan Schneider
D - 10435 Berlin
Germany
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.drstefanschneider.de


18. Dokumente

 Diplomurkunde.pdf

 Promotionsurkunde.pdf

 Anerkennung Praxisanleiter Soziale Arbeit.pdf

 Anerkennung Praxisanleiter Heilerziehungspflege.pdf

 Abgangszeugnis Kath. Religion.pdf

 Zertifikat Ehrenamtlicher Multiplikator (EMU).pdf

 EU-Zertifikat.pdf

 1986 Lebensmittelkarte.pdf

 2015 Zertifikat Fortbildung Zukunftswerkstätten.pdf

 2017 Zertifikat Fortbildung Thinking Circle.pdf

 Sportbootführerschein_Binnen.pdf

 Sportbootführerschein_See.pdf

 Segelschein_BR.pdf

 Führungszeugnis 2008.pdf

 Führungszeugnis 2016.pdf

 Feldbahndiplom Freistatt 2016.pdf

 Sozialversicherungsausweis.pdf

 Personalausweis_alt.pdf

 Personalausweis_neu.pdf

 Erste Hilfe Kurs 2016.pdf


Grab Thiel im Jahr 2008 - Foto: Stefan Schneider Guten Tag!

Von meinen Großeltern habe ich nur die mütterliche Seiten kennen gelernt. Mein Großvater väterlicherseits, Richard Schneider, hat den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt, niemand kennt sein genaues Grab, und meine Großmutter väterlicherseits, Anna Schneider, ist 1962 gestorben, also weit vor meiner Geburt. Immer mal wieder besuche ich ihr Grab auf dem Friedhof in Brąswałd/ Braunswalde, Polen. Deshalb habe ich in meinem Leben nur meine Großeltern mütterlicherseits kennen gelernt. Sie wohnten "im Hinterhaus" von uns aus gesehen, und nach unserem Umzug um die Ecke sind sie in unsere alte Wohnung am Mariendorfer Damm gezogen, wo sie bis zu ihrem Tod wohnten. Mein Großvater Robert Thiel ist schon früh an Krebs im Wenckebachkrankenhaus gestorben, im Jahr 1978, da war ich gerade mal 13 Jahre alt. Damals hielt ich Krebs für eine ansteckende Krankheit, und habe mich nicht getraut, mich seinem Krankenbett zu nähern. Inzwischen habe ich meinen Frieden mit ihm geschlossen. Meine Großmutter Ida Thiel, geborene Bergau lebte gut 10 Jahre länger. An ihren Todestag werde ich mich noch lange erinnern. Es war ein warmer, sonniger Frühlingstag im April, ich fuhr mit meinem Fahrrad in der Nähe des Urbankrankenhauses vorbei, wo sie seit einigen Monaten lag, immer weniger wahrnehmend aufgrund eines Hirntumors. Dazu kam die Parkinsonsche Krankheit. Ich fühlte den Impuls, sie zu besuchen, dem ich dann aber doch nicht folgte, obwohl ich Zeit gehabt hätte. Einen Tag später habe ich erfahren, daß sie in der darauffolgenden Nacht starb. Doch die Umstände des Todes sind nicht das wesentliche, was mich mit meinen Großektern verbindet. Immer wieder denke ich daran, daß meine Großmutter gerne alles gab und teilte, was sie hatte, und daß mein Großvater ein unvergleichliches Talent hatte, alles auf das wesentliche zu reduzieren. Weihnachten beispielsweise war für ihn nichts weiter als ein Warenaustausch, den es zu vollziehen galt. Eine solche Sicht auf die Dinge ist nicht gering zu schätzen, weil sie erst ermöglicht, frei von Erwartungen zum eigentlich Wichtigen vorzudringen.

Beide sind sie begraben auf dem Friedhof der Heilig Kreuz Gemeinde in der Eisenacher Straße in Berlin Mariendorf. Nun ist es an mir, mich um dieses Grab zu kümmern.Und es wird eine Zeit geben, wo es mehr zu erzählen gibt über die beiden.

Stefan Schneider im Oktober 2008

Ida Thiel (1912 - 1988) - Foto: Stefan SchneiderRobert Thiel (1909 - 1978) - Foto: unbekannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Grab und Kapelle im Jahr 2008 - Foto: Stefan Schneider

Editorische Notiz 2014: Im Winter 2011/2012 während meines Aufenthalts in Warschau forderte mich A. auf, ein Profil von mir zu erstellen. Ich verstand das so, dass ich Tätigkeiten aufzähle, die ich gerne mache oder von denen ich etwas verstehe, um dann die Vorteile und die damit verbundenen Herausforderungen gegeneinander abzuwägen und so zu einem klareren Bild zu kommen, in welche Richtung ich mich perspektivisch bewegen möchte. Es ging aber auch - weil ich damals überlegte, in Warschau zu bleiben - um die Frage, womit ich Geld verdienen kann. Die vielleicht ernüchterndste Bilanz - und das geht ein Stück weil auch aus diesem Profil hervor - ist: Ideen und Vorstellungen habe ich viele, allein die Fähigkeit, mit meinen Fähigkeiten gutes Geld zu verdienen, ist bei mir denkbar schlecht entwickelt. Was aber folgt daraus?

Weder kann ich im Moment (September 2014) abschließend sagen, ob dieses Profil wirklich hilfreich ist, ob ich mich wirklich in diese Richtungen bewegen möchte und auch nicht, ob damit der Punkt getroffen wird. Wie auch immer, ich wollte dieses Diagramm nicht weiter allein auf meiner Festplatte schmoren lassen, sondern es gerne hier veröffentlichen.

Was ich gerne mache Vorteile  Herausforderungen/ Probleme
 Segeln

Entspannung,
Ausgeglichheit,
Geringe Kosten, sobald
das Boot seeklar ausgerüstet ist

So gut wie keine Einnahmen
Sehr schwierig, damit Geld zu verdienen
 Vorträge halten a) Einarbeitung in neue Themen
b) Aufgabenbezogen
c) Erkenntnisgewinn
d) Spaß und Anspannung
e) Verwertung als Aufsätze
a) schlechte Bezahlung
b) wenige Gelegenheiten

Menschen bei
wissenschaftlichen Arbeiten beraten

a) Macht Freude, Menschen zu unterstützen
b) Abwechslungsreise Tätigkeit
c) Projektbezogen und ergebnisorientiert
a) Sehr viel Aquise notwendig
b) ständig neue Menschen
c) unregelmässige Auftagslage
Projekte entwickeln Projektbezogen Geld verdienen
Spaß haben
Erkenntnisgewinn
a) kleine Projekte bringen nicht viel ein
b) große Projekte – nicht genügend Aktivitäten in diese Richtung
Professor sein

hoher Statusgutes Einkommen
regelmässig, häufig
selbststimmte Aufgaben

Schwer zu erreichen
Fehlende Vernetzung
nur sehr wenige in Frage kommende Stellen
Hemmschwellen: immer neue Studierende
Frage: Bin ich gut genug?
Frage: Bin ich angepasst genug?
Ist das Ziel realistisch?
Was mache ich, solange ich dieses Ziel nicht erreicht habe?
Musik hören "music is the healing force of the universe"

so gut wie keine Chance,
Einnahmen zu erzielen

Bezirkspolitiker sein

Kann Reden halten,
Probleme verstehen,
Anträge schreiben,
vernetzen,
Kompromisse ausarbeiten,
Lösungen suchen usw.

Langwierige Sitzungen, kleine Erfolge
Nur 400-500 Euro im Monat
Habe ich aufgegeben, weil ich das Gefühl hatte, ich kann mich nicht weiter entwickeln
Geschäftsführer sein Ich liebe es, wenn ich sehr stark gefordert bin und unter Stress stehe

alle Brücken zu dem von mir aufgebauten Projekt sind zerstört, für neues Projekt:
Identifikation erforderlich
Hohe Belastung
Neues Projekt finden

Stolpersteine Haarzopf

[Vernichtung] Viele hunderttausend Menschen waren in den Jahren der faschistischen Diktatur damit beschäftigt, mehr als 6 Millionen Menschen umzubringen. Menschen, deren einziges Vergehen darin bestand, dass sie aus der Sicht der Täter Juden waren oder dafür gehalten worden ist. Ich finde das alles unbegreiflich, sowohl die Zahl, die wirklich unverstellbar ist, aber auch, wie diese Vernichtungsmaschinerie funktionierte. Vor einigen Jahren stand ich an einem kalten Wintertag ziemlich allein in Auschwitz-Birkenau hinten am Krematorium und versuchte mir vorzustellen, wie es damals gewesen sein muß. Züge, die pausenlos hineinfuhren in das Lager, Menschen, die mit angsterfällten Blicken ausstiegen und gemustert wurden von anderen auf ihre Tauglichkeit oder um zur sofortigen Vernichtung bestimmt zu werden. Menschen, die ständig Zyklon B anlieferten, andere, die das Krematorium befeuerten und wieder andere, die die Kleidung derer sichteten und sortierten, die vielleicht gerade in der Gaskammer einen qualvollen Tod erlitten. Ich stand da in großer Stille, nur ein paar wenige Wintervögel zwitscherten im Hintergrund, und ich begriff, dass diese Maschinerie des Todes, des geplanten Völkermordes irrsinnig laut, unglaublich hektisch gewesen sein muss im Vergleich zu dieser Ruhe des Gedenkens.

[Befreiung] Wenige Jahre später stand ich im späten Herbst auf dem Sowjetischen Ehrenmal in der Schönholzer Heide an einer Zeremonie teil, an der diplomatische und militärische Vertreter  der Sowjet-Nachfolgestaaten, der Bundeswehr und einige Kommunalpolitiker teilnahmen. Mit großem Ernst wurde daran erinnert, dass dieser Massenmord von anderen gestoppt werden musste, die dafür mit dem höchsten nur denkbaren Preis zahlten: mit ihrem Leben. Natürlich hatte diese Zeremonie mit den ganzen Uniformen, Schießprügeln, Trommelwirbeln und Trompetenklängen auch etwas bizarres, aber mir wurde als Anwesender in diesem Moment sehr bewußt, dass ich die Aufgabe hatte, Zeugnis abzulegen, und sei es nur für den Moment oder für den Fall, dass mich irgendwann irgendjemand fragt, was denn damals war. Die Zeitzeugen werden von Tag zu Tag weniger, aber ich bin derjenige, der  berichten kann, was die Zeitzeugen sagten und welche Dokumente sie vorlegten. Es geht darum, dass viele Menschen die Erinnerung an die Verbrechen wach halten aber auch die Erinnerung an die Befreiung aus dieser Diktatur und die Erinnerung an den hohen Preis, den viele Menschen dafür zahlen mussten.

[Erinnerung] Das ist nicht mehr und nicht weniger als der Boden, auf dem ich stehe, ich, der ich zwanzig Jahre nach dem Ende dieser Ereignisse geboren bin. Allein, dass mein Großvater Robert in diesem Krieg zusammengeschossen worden ist und dass ich meinen Großvater Richard niemals kennen gelernt habe, weil er in einem Kriegslazarett verstarb, sind Grund genug dafür, dass es niemals wieder Krieg und Massenvernichtung geben darf.

Ich finde das Projekt des Künstlers Gunter Demnig gut, mit auf dem Fußweg eingelassenen Gedenksteinen, den sogenannten Stolpersteinen, an die Menschen zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Der Stadtteil Prenzlauer Berg, in dem ich seit 1999 lebe, ist ein hochverdichteter Wohnbezirk und entsprechend viele Stolpersteine sind hier zu finden. Es wird ansatzweise deutlich, welchen massiven Einschnitt dieses Verbrechen bedeutete. Nachbarn, Geschäftspartner, Freunde, Bekannte - die gesamte soziale Struktur wurde verändert. Etwas fehlt. Menschen fehlen. Sie wurden willkürlich und zugleich planmässig vernichtet. Von anderen Menschen.

Ich weiss gar nicht, ob ich Hugo, Paula und Eva Haarzopf überhaupt kennen gelernt hätte. Hugo und Paula Haarzopf vielleicht noch in meinen Kindertagen als hochbetagte Leute, und Eva war ein paar Jahre älter als meine Mutter.  Ja, ihr hätte ich ab 1999 im Prenzlauer Berg noch begegnen können. Vielleicht als alte Frau, die vor mir an der Kasse bei Rewe immer so lange braucht. Es spielt auch keine Rolle: Sie war keine zehn Jahre alt, als sie in Auschwitz ermordet wurde. Und das soll nicht vergessen werden.

Im Januar 2011 habe ich für diese drei Stolpersteine, die sich vor dem Haus Schönhauser Str. 41 in Berlin - Pankow befnden, eine Patenschaft übernommen. Das war eine Initiative des Nachbarschaftshauses vom Pfefferwerk in der Fehrbelliner Straße im Prenzlauer Berg, ich erfuhr davon und war bereit, mitzumachen. Im Grunde ist diese Patenschaft keine große Sache. Ich gehe da vielleicht zwei oder dreimal im Jahr hin und schaue nach, ob alles in Ordnung ist. Wären die Steine verdreckt, würde ich sie putzen. Wären sie weg, würde ich das bekannt machen. Seit einiger Zeit ist in diesem Haus ein Fahrradladen. Einige Fahrräder stehen immer draußen, und es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, gerade auch von Touristen, die sich hier gerne ein Fahrrad ausleihen. Ich finde diesen Trubel gut, weil das die Chance erhöht, das der eine oder andere Besucher stehen bleibt und sich fragt: Moment mal, was ist das denn hier? Und dann sind sie nicht mehr vergessen, sondern werden lebendig. Ein kleiner, ganz kleiner Trost.

Hugo Haarzopf, Paula Haarzopf geb. Jacob, Eva Haarzopf.

Stolpersteine Haarzopf2

Berlin, 10.08.2014

Stefan Schneider

2011 Patenschaft Stolpersteine Haarzopf.pdf

[Abbildungen] Fotos von Stefan Schneider, August 2014

Joomla templates by a4joomla