Drucken
Fu Berlin
SoSe 1996
FB Politische Wissenschaft
HS 32511 Obdachlosigkeit in Nordamerika und Deutschland
DozentInnen: Margit Mayer/Stefan Schneider

Susi Amersberger

Obdachlosigkeit in der gesellschaftlichen Reflexion: ein Problem im Spiegel von Öffentlichkeit, Kunst, Kultur, Literatur, Wissenschaft

(Referat am 2.7.)

Von den 3 Phasen, in denen sich Obdachlosigkeit im Spiegel der gesellschaftlichen Reflexion festmachen läßt, konzentriere ich mich auf die Zwischenkriegszeit und die Jetztzeit.

In der Zwischenkriegszeit haben verschiedene Faktoren, d.h. Gründe,Ursachen die meist nicht monokausal als Erklärung herangezogen werden können, zu verschiedenen Formen von Obdachlosigkeit oder Nicht-Seßhaftigkeit geführt. Entsprechend dieser Formen ist auch ihr Spiegelbild in der gesellschaftlichen Reflexion und das jeweilige Medium (Kunst, Literatur, Wissenschaft...) völlig unterschiedlich.

In der Jetztzeit, d.h. seit Anfang der 80er Jahre, bildet sich nach der langen Periode allgemeinen Wohlstands eine homogenere Gruppe von an den Rand der Gesellschaft Gedrängten heraus.

These: Obdachlosigkeit bewegt sich in der gesellschaftlichen Reflexion immer zwischen den beiden Polen eines positiven Ideals, d.h. einer Verkörperung von Sehnsüchten, Träumen und Wünschen und dem negativen einer permanenten unterschwelligen Bedrohung für den Großteil der Menschen, die ihr Leben im Rahmen der gesellschaftlichen Normalität führen.

Als positives Gegenbild zu einer extrem seßhaften Gesellschaft verbindet sich mit dem Begriff "Nicht-Seßhaftigkeit" Freiheit, Wandern, Ungebundenheit und ein eher selbstbestimmtes Leben.

Die "seßhafte" Obdachlosigkeit steht für Verelendung, Armut, Konfrontation mit dem Rand, den untersten Schichten der Gesellschaft,d.h. Abstieg, Scheitern, eine Angst und Schreckensvision.

Literatur:
Belletristik: