Tomis Volic beim Abriss Oderberger Str. im Jahr 2000 - Foto: unbekanntGuten Tag!

Mein Begriff von Lehre ist ein sehr breiter. Er beinhaltet nicht nur akademische Formen des Vortrags und des Seminars, sondern umfaßt ganz allgemein den Versuch, eine Vermittlung zu organisieren. Etwa in Form von Praktika und deren Begleitung, Hospitationen und Vor-Ort-Besuche, das Organisieren von Begegnungen unterschiedlichster Art. Und auch anhand von vielen kleinen und großen Projekten ist es möglich, durch das Erleben und Verstehen von Erfolgen und Schwierigkeiten zu verstehen, warum etwas, was Menschen sich überlegt haben, funktioniert oder eben nicht. Insofern kann diese Seite immer nur einen Ausschnitt darstellen.

Stefan Schneider

I. Lehrveranstaltungen

Insbesondere im Rahmen meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule der Künste Berlin (jetzt: Universität der Künste Berlin) im Zeitraum vom 1994 - 1998 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen meiner Lehrverpflichtungen eine Reihe von Seminaren und Lehrveranstaltungen durchzuführen. Zu vielen Veranstaltungen gibt es aus naheliegenden Gründen keine Unterlagen mehr. Die beiden hier digital vorgestellten Veranstaltungen waren gewissermaßen Pionierleistungen im Versuch, das neue Medium des Internets als Instrumentarium für die Lehre zu nutzen.

  • 1998 SoSe Seminar: Pädagogische Grundbegriffe.
  • 1997/1998 WS Seminar: Pestalozzi oder: Das Soziale in der Pädagogik.
  • 1997/1998 WS Seminar: Einführung in auszuwählende erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe.
  • 1996/1997 WS Seminar: Pestalozzi und seine Anstalt in Stans.
    Ein pädagogisches Projekt
  • 1996/1997 WS Seminar: Einführung in die Erziehungswissenschaft.
    Die Grundlagen der Pädagogik – ein (Text-)kritisches Seminar.
  • 1996 SoSe Seminar: Vorbereitung zum Orientierungspraktikum.
  • 1996 SoSe Seminar: Pädagogisches Handeln im Computerzeitalter.
    Online-Seminar
  • 1996 SoSe Hauptseminar: Obdachlosigkeit in Deutschland & Nordamerika. Gemeinsam mit Prof. Dr. Margit Mayer am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU-Berlin
  • 1995/1996 WS Seminar: Computer und Schule – Computer oder Schule?
    Lehren und Lernen im Computerzeitalter. Gemeinsam mit Prof. Dr. G. Rückriem
  • 1995/1996 WS Seminar: Von der Normbiografie zur gestaltbaren?
    Schule als biografischer Katalysator.
  • 1995/1996 WS Seminar: Wo bleibt der Lehrer/ die Lehrerin im virtuellen Klassenzimmer?
    Computer, Vernetzung in Schule und Gesellschaft und Pädagogische Konse­quenzen
  • 1995 SoSeSeminar: Pädagogische Prinzipien gestern und heute.
    Antiquierte Auffassungen oder relevante Orientierungen?
  • 1995 SoSe  Seminar: Computerisierung und wissenschaftliches Arbeiten.
    Gemeinsam mit Dr. H.W. Erdmann, Prof. Dr. G. Rückriem
  • 1994/95 WS Ringvorlesung: Schöne neue Welt – Computer in der Realität und als Reali­tät II.
    Interdisziplinäre und fachbereichsübergreifende Ringveranstaltung zum Problem des Computers als "dominierendes Medium" unserer Zeit. Mit VertreterInnen aus den Disziplinen Musik, Kunst, Visuelle Kommunikati­on, Architektur, Design, Theater, Film, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Po­litik, Verwaltung, Dienstleistungen, Bibliothekswesen. Gemeinsam mit Dr. H.-W. Erdmann, Prof. Dr. G. Rückriem,
  • 1994 SoSe Ringvorlesung: Schöne neue Welt – Computer in der Realität und als Reali­tät I.
    Interdisziplinäre und fachbereichsübergreifende Ringveranstaltung zum Problem des Computers als "dominierendes Medium" unserer Zeit. Mit VertreterInnen aus den Disziplinen Musik, Kunst, Visuelle Kommunikati­on, Architektur, Design, Theater, Film, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Po­litik, Verwaltung, Dienstleistungen, Bibliothekswesen. Gemeinsam mit Dr. H.W. Erdmann, Prof. Dr. G. Rückriem, Prof.  Dr. E. Wolf

 

II. Vorträge (Auswahl)

Vorträge zu verschiedenen Aspekten von Armut, Ausgrenzung, Wohnungslosigkeit und Empowerment und Selbsthilfe in

  • Nürnberg (2008)
  • Jena (2008)
  • St. Petersburg (2008)
  • Esslingen (2008)
  • Mersin (2007)
  • Rostock (2007)
  • Osaka (2006)
  • Warszawa (2004 und 2005)
  • Barcelona (2003)
  • Weimar (2001)
  • Berlin

III. Informationsveranstaltungen

Sehr häufige Informationsveranstaltungen zu Armut und Wohnungslosigkeit in Berlin und Deutschland und Ansätze von Selbsthilfe sowie die Arbeit von mob e.V., seiner Projekte vor unterschiedlichen Einzelbesuchern und Besuchergruppen, wie

  • Schulklassen,
  • Studierende,
  • Seminargruppen,
  • KollegInnen der Wohnungslosenhilfe bzw. Selbsthilfegruppen
  • Journalisten (Presse, Funk, Film, Fernsehen)
  • Ehrenamtliche,
  • in- und ausländische Berlin-Besucher,
  • Kooperationspartnern,
  • Hochschullehrer,
  • Politiker,
  • Multiplikatoren.

Kommentierter Gliederungsvorschlag einer Lehrveranstaltung (2 SWS)

Elektrifizierter Zaun - Quelle: Wikimedia CommonsPartizipation und soziale Ausschließung in der arbeitsfeldbezogenen Reflexion (unter Berücksichtigung von demografischem Wandel und Generationen-beziehungen)

Vorbemerkung: Entsprechend der Modulbeschreibung werden zwar eine Vielzahl von Inhalten behandelt, jedoch liegt der inhaltliche Schwerpunkt dieses Gliederungsvorschlages bei dem Aspekt des demografischen Wandels und den Generationenbeziehungen.

1. Einheit: Worum es geht und wie wir arbeiten (Start)

  1. Verständigung über die Tagesordnung & Moderation (2')

  2. Vorstellung des Dozenten (8')

  3. Impuls: Neue Herausforderungen für die Soziale Arbeit durch den Demografischen Wandel in Bezug auf soziale Ausschließung & Partizipation (20')

  4. Nachfragen, Debatte (10')

  5. Vorstellung der Arbeitsweise (Tagesordnung / Impuls durch Studierende / Aussprache / Vorstellung einer Handlungssituation durch Studierende/ Analyse & Bearbeitung in Arbeitsgruppen / Vorstellung der Ergebnisse / Erörterung von Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit) (15')

  6. Brainstorming: Erwartungen & Interessensschwerpunkte der Teilnehmer_innen (5')

  7. Vorstellung und Strukturierung der Ergebnisse / Verabredungen über Zuständigkeiten: Impuls/ Vorstellung konkreter Handungssituationen (25')

  8. Studierendenangelegenheiten/ Sonstiges / Organisatorisches (5')

2. Einheit: Über Generationen hinweg ausgegrenzt?

Konzepte zu sozialer Ausschließung und ihre Aussagen zu demografischem Wandel & Generationenbeziehungen

  1. Verständigung über die Tagesordnung, Protokoll & Moderation (5')

  2. Sichtung der Dokumentation der vorausgegangenen Sitzung (5')

  3. Impuls (20')

  4. Nachfragen & Debatte (10')

  5. Vorstellung einer konkreten Handlungssituation (10')

  6. Analyse in Arbeitsgruppen (20')

  7. Vorstellung der Ergebnisse, Debatte (15')

  8. Studierendenangelegenheiten/ Sonstiges / Organisatorisches (5')

Anregungen für Handlungssituationen: Grundsicherungsstelle einer Stadt (Organisation), Fall einer Familie, die generationsübergreifend ALG bezieht (Fall), Beratungsstelle: Nachfrage, ob Zuständigkeit für arme Eltern besteht (Situation)

3. Einheit: Pöbel & Gesocks oder Das (alte) Lumpenproletariat bleibt aussen vor?

Die Konzepte von Klasse und Schicht und ihre Aussagen zu sozialer Ausschließung, demografischem Wandel & Generationenbeziehungen Struktur wie in der Einheit 2.

Anregungen für Handungssituationen: Tafel-Essensausgabestelle (Organisation), langzeitarbeitsloser, süchtiger Mietschuldner (Fall), älterer Langzeitarbeitsloser fragt auf Job-Center nach einem Arbeitsplatz (Situation)

4. Einheit: Du bist nicht Frau, Du wirst es, und als Frau hast Du 23% weniger!

Queere und Feministische Konzepte und ihre Aussagen zu sozialer Ausschließung, demografischem Wandel und Geschlechterbeziehungen Struktur wie in der Einheit 2.

Anregungen für Handlungssituationen: Diakonisches Werk (Verteilung von Leitungspositionen; Organisation), alleinerziehende Mutter versucht Wiedereinstieg in den Beruf (Fall), Jugendliche wird in einer JFE als Lesbe beschimpft (Situation)

5. Einheit: Warum der vietnamesische Zigarettenhändler nicht in den Ruhestand geht

Konzepte zu Integration, Migration & Interkultureller Arbeit und ihre Ausssagen zu sozialer Ausschließung, demografischem Wandel & Generationenbeziehungen Struktur wie in der Einheit 2.

Anregungen für Handlungssituationen: Die Sozialarbeit eines Migrantenvereins (Organisation), die Altersicherung eines Menschen mit Migrationshintergrund (Fall), ausländerfeindliche Handlungen in einer sozialen Einrichtung (Situation)

6. Einheit: Wenn der Berufsjugendliche in den Vorruhestand geht

Erkenntnisse zum Demografischen Wandel & Generationsebeziehungen in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit Struktur wie in der Einheit 2.

Anregungen für Handlungssituationen: Personalbestand- und -entwicklungsanalyse bei einem größeren Träger der Jugendarbeit (Organisation), Sozialarbeiter in einer Jugendeinrichtung in Altersteilzeit (Fall), Jugendamt berät Konsequenzen des Demografischen Wandels in der eigenen Organisation (Situation)

7. Einheit: Google Home oder Öffentlichkeit am Ende der Privatheit?

Konzepte zu Medien, Öffentlichkeit und Computergesellschaft und ihre Aussagen zu demografischem Wandel & Generationensbeziehungen Struktur wie in der Einheit 2.

Anregungen für Handlungssituationen: Aktenführung in Sozialen Unternehmen (Organisation), arme Seniorinnen, die den Weg zur Grundsicherungsstelle scheuen (Fall), psychisch kranker Sozialamts-Kunde verlangt Akteneinsicht (Situation)

8. Einheit: Versöhnen statt Spalten. Teilhabe als Herrschaftsstrategie?

Konzepte zu Partizipation und ihre Aussagen zu demografischem Wandel & Generationenbeziehungen

Anregungen für Handlungssituationen: Betroffenenbeteiligung in der Wohnungslosenhilfe (Organisation), Engagierter Senior in einer Senior_innenvertretung (Fall), Bürger kommt in Beratungsstelle und möchte Leitungsstelle verklagen (Situation)

9. Einheit: Was tun? Die (Partei/Gewerkschaft/Gruppe/Initiative/Gemeinde/ Vereinigung/Nachbarschaft /.... / ... )* als kollektiver Organisator?

Konzepte zu Selbstorganisation und ihre Leistungsfähigkeit in Bezug auf auf Partizipation, Demografischer Wandel & Generationbeziehungen

Anregungen für Handlungssituationen: Gemeinde als Ort der Selbstorganisation von Generationen (Organisation), ehrenamtliche Mitarbeiterin eines Seniorenbesuchsdienstes (Fall), Teamsitzung eines Nachbarschaftszentrums: Verstärkt sollen Senior_innen angesprochen werden (Situation)

10. Einheit: Alles verändert sich, wenn Du es/Dich veränderst?

Biopolitische Konzepte alternativer Referenzialität und ihre Leistungsfähigkeit in Bezug auf Partizipation, Demografischer Wandel & Generationbeziehungen

Anregung für Handlungssituationen: Die Grauen (Organisation), "ich werde noch gebraucht"-Selbstverständnis aktiver Senior_innen (Fall), Ich möchte eine Oma haben – Anfrage bei einer Ehrenamtsbörse (Situation)

11. Einheit: Auf Facebook organisieren wir einen Flasmob?

Konzepte zur Renaissance des Sozialen im Web 2.0 und ihre Leistungsfähigkeit in Bezug auf Partizipation, Demografischer Wandel & Generationenbeziehungen

Anregung für Handlungssituationen: Internetangebote in Seniorenbegegnungsstätten (Organisation), als Senior im Web unterwegs (Fall), Nutzer einer Seniorebegegnungsstätte berichtet über Internet-Abzocke (Situtation)

12. Einheit (Abschluss)

  1. Verständigung über die Tagesordnung, Protokoll & Moderation (5')

  2. Sichtung der Dokumentation der vorausgegangenen Sitzung (5')

  3. Open Space zu den Seminarergebnissen: (Zentrale Erkenntnisse / Offene Fragen / Perspektiven / Erarbeitung eines Abschlussstatements (40')

  4. Vorstellung und Debatte des Abschlussstatements (20')

  5. Fragen zur Mündlichen Prüfung und zur Erstellung eines Thesenpapiers (15')

  6. Studierendenangelegenheiten/ Sonstiges / Organisatorisches (5')

Kommentar: Formale Struktur, Vorgehensweise und Inhalte

  • Tagesordnung. Die formale Form einer Tagesordnung mit den Zeitvorgaben strukturiert die Zeit und auch die Inhalte. Damit wird transparent, was in welcher Zeit geschafft werden sollte. Der Vorschlag einer Tagesordnung schafft zugleich auch Raum für Mitwirkung der Studierenden, eigene Punkte – etwa aktuelle Themen mit Bezug zum Seminarthema – auf die Tagesordnung zu setzen und dafür Zeit einzuräumen.

  • Moderation. Die Verbindung von Moderation und inhaltlichen Aufgaben ist für Lehrende eher hinderlich als sinnvoll, da die Aufmerksamkeit damit immer geteilt sein muss. Durch die Delegation dieser Aufgabe in die Hände der Studierenden hat der Lehrende die Chance, sich deutlich stärker auf die Inhate zu konzentrieren. Wichtige Aufgaben wie die Abarbeitung der Tagesordnungspunkte, das Zeitmanagement, die Rednerliste und die Zusammenfassung von Diskussionen und die Sicherstellung der Dokumentation bzw. des Protokolls werden so zum Gegenstand praktischer studentischer Handlungskompetenz. Diese Aufgaben sollten sinnvollerweise von zwei oder mehr Studierenden nach dem Rotationsprinzip übernommen werden.

  • Sichtung der Dokumentation der vorangegangenen Sitzung. Mit den Möglichkeiten der modernen digitalen Medien ist konventionelles Protollieren einer Sitzung nicht mehr zwingend notwendig. Inhalte und Ergebnisse können im Inter- bzw. Intranet festgehalten werden durch Fotos, Videos, Diagramme, Audio-Aufzeichnungen, Präsentationen, PDF-Dateien, Blogeinträge, Tweets und weiteres mehr. Eine gemeinsame Sichtung der erarbeiteten Dokumente ist also vergleichbar mit einer Protikollkontrolle.

  • Impuls. Im Unterschied zum klasssichen Referat sollen äußerst kurz und prägnant die Kerndaten der Fragestellung der Seminartermins dargelegt werden. Zugleich werden die Studierenden angehalten, eine kurze kommentierte Liste von vertiefendem Material zu erarbeiten für die weitergehende Befassung mit dem Gegenstand im Rahmen des Selbststudiums.

  • Handlungssituation. Die Studierenden sollen – zum vorgegebenen Themenschwerpunkt - eine typische Handlungssituation heraussuchen und diese darstellen. Entsprechend den Vorgaben des Modul kann diese Handlungssituation eine Organisation sein, in der Soziale Arbeit stattfinden (Amt, Träger, Organisation usw.), oder aber einen Fall (Einzelperson, Familie, Konstellation usw.) oder aber eine Situation (Schnittstelle Klient / Organisation). Der vorgestellte Fall ist der Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung in der Seminareinheit.

  • Studierendenangelegenheiten/ Sonstiges / Organisatorisches. Dieser Punkt ist ein wichtiger Bestandteil der Selbstorganisation an einer Hochschule und sollte deshalb auch seinen Ort im Seminar erhalten. Er makiert zugleich das Ende der Seminareinheit und bedeutet den Teilnehmer_Innen, dass die Einheit nun abgeschlossen ist.

  • Abschlussstatement. In Anlehnung an die Arbeitsweise der Sozialforumsbewegung soll am Ende des Seminarprozeß die Erarbeitung eines gemeinsamen Statements stehen, in dem – etwa im Umfang von 1 Seite – die wichtigsten Erträge des Seminars komprimiert zusammengefaßt werden.

Didaktischer Kommentar

Max Klinger - Handlung - Quelle: Wikimedia Commons (näheres siehe dort)

Theorie-Praxis-Bezug. In diesem Seminarkonzept wird die Absicht verfolgt, eine Verbindung herzustellen zwischen den theoretischen Konzepten der sozialen Ausschließung und der Partizipation (in Bezug auf demografischen Wandel und Generationenbeziehungen) und den konkreten Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit. Diese Verbindung wird hergestellt durch einen einleitenden Impuls und die Diskussion darüber, sowie durch die dann anschliessende Vorstellung (sowie Bearbeitung) einer konkreten Handlungssituation, die zu diesem Themenfeld passt.

Impuls. Jede Einheit beginnt – nach den formalen Fragen zum Eingang - mit einem Impuls durch die Studierenden (mit Ausnahme der ersten Einheit, hier erfolgt der Impuls durch den Lehrenden). Der Impuls hat die Aufgabe, in die Thematik einzuführen und den Denk- bzw. Reflexionsraum zu eröffnen. Die Studierenden im 7. Semester stehen vor der Aufgabe, Theorien und Konzepte vorzustellen, die sie im Verlauf der Studiums bereits behandelt haben sollten (etwa zu Klasse, Schicht, Ausgrenzung, Feminismus, Integration, Interkultureller Arbeit, Partizipation) – und diese (und das ist eine besondere Leistung!) abzuklopfen auf Aussagen zu den Themenbereichen demografischer Wandel und Generationenbeziehungen. Mit diesen Impulsen soll aufgezeigt werden, in welchen Kontexten die Soziale Arbeit verortet ist.

Handlungssituation. Im Zentrum einer jeden Lehrveranstaltung steht daher eine konkrete Handlungssituation und deren weitere Bearbeitung. Die Handlungssituation ist von den Studierenden vorzubereiten und darzustellen. Diese Handlungssituation kann sich auf einen konkreten Fall, auf eine konkrete Organisation oder auf eine konkrete Situation beziehen.

Diese vorgestellten Handlungssituationen sollen in Kleingruppen arbeitsteilig bearbeitet werden.

  • Kleingruppe Situationsdefinitionen & Bewältigungsstrategien

  • Kleingruppe Dimensionen von Herrschaft und Macht

  • Kleingruppe Dimensionen der sozialen Ausschließung

  • Kleingruppe Dimensionen der Partizipation

  • Kleingruppe Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit

Synthese. In einem gemeinsamen Prozeß zum Ende der Kleingruppenrunde geht es darum, die verschiedenen Teilaspekte der Handlungssituation zusammen zu tragen und miteinander in Beziehung zu bringen. Das operative Ziel ist dabei, Vorstellungen und Ideen für Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der sozialen Arbeit zu entwickeln. Im Vordergrund steht dabei nicht die Vollständigkeit und Systematisierung, sondern vielmehr das Exemplarische und die Vielfalt der Möglichkeiten (Repertoire.)

Literatur (Auswahl)

  • Aner, Kirsten / Karl, Fred/ Rosenmayr, Leopold (Hg.) - Die neuen Alten - Retter des Sozialen?

  • Aner, Kirsten / Karl, Ute (Hrsg.): Handbuch Soziale Arbeit und Alter. 2010.

  • Bauer, Annemarie; Gröning, Katharina (Hg.): Gerechtigkeit, Geschlecht und demografischer Wandel. Frankfurt am Main: Mabuse-Verlag 2008.

  • Frevel, Bernhard (Hrsg.): Herausforderung demografischer Wandel. Wiesbaden 2004

  • Hanesch, Walter (Hg.): Die Zukunft des lokalen Sozialstaats – Strategien gegen soziale Spaltung und Armut in den Kommunen. Wiesbaden 2010

  • Kerschbaumer, Judith / Schroeder, Wolfgang (Hrsg.): Sozialstaat und demographischer Wandel. Herausforderungen für Arbeitsmarkt und Sozialversicherung. Wiesbaden 2006.

  • Kroll, Lars Eric: Sozialer Wandel, soziale Ungleichheit und Gesundheit: Die Entwicklung sozialer und gesundheitlicher Ungleichheiten in Deutschland zwischen 1984 und 2006. Wiesbaden 2010

Berlin, 06.05.2011,

Dr. Stefan Schneider

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