Oderberger Str. 12 - Wir bauen auf Sie!

An dieser Stelle erfahren unsere Leserinnnen und Leser gewöhnlich Neues vom Baufortschritt in unserem Haus Oderberger Straße 12 und werden gebeten, unser Bauvorhaben zu unterstützen.

"Wir haben den Auftrag für die Fenster erteilt", sagten vor nicht allzu langer Zeit die Architekten, "und wir müssen der Firma jetzt bald bescheidsagen, welche Farben wir haben wollen!" Nun hängt die Farbe der Fenster davon ab, welche Farbe die Fassade haben soll. Also wurde zu einer Baustellenversammlung eingeladen, im Arbeitsraum wurden Fassadenpläne aufgehangen, und es galt nun, eine Entscheidung zu treffen. Nur das war leichter gesagt, als getan. Es gab ein paar Entwürfe mit Bleistift, und wir versuchten zunächst, uns dem Thema anzunähern. Gerade die Fassade zur Straßenseite ist ja wie die Visitenkarte eines Hauses. In der Diskussion wurde schnell klar, daß es nicht poppig sein sollte, bonbonfarben oder so.  Auf der anderen Seite wollten wir auch keine graue Maus haben, langweilig, eintönig wirkend. Das Haus selber hat zur Zeit einen erdfarbenen Gelbton - so würde ich das mal beschreiben - und wir haben uns dann dafür entschieden, uns an dieser Farbe zu orientieren. Wobei uns dann sehr schnell klar wurde, daß zum Hof hin und im Quergebäude aus dieser Farbfamilie deutlich hellere Töne gewählt werden müssen, da hier die Lichtverhältnisse schlechter sind. Und das Haus soll ja auch nicht erdrückend wirken. Auch soll der Sockel des Hauses farblich etwas abgehoben werden. Und jetzt dazu die passende Fensterfarbe. Am überzeugendsten war für mich ein Entwurf, der für jede vertikale Fensterreihe eine andere Farbe vorsah: ganz dezent in der Palette zwischen gelb über grün zu blau bis hin zu einem freundlichen rot. Das wird aber extra kosten - darauf wiesen die Architekten gleich hin. Besser wäre es, wenn wir uns auf eine einheitliche Farbe einigen könnten. Sie brachten verschiedene Farbfächer mit. Er war schlichtweg unglaublich, wieviel verschiedene Farben es eigentlich gibt. Also breiteten wir den Farbfächer mit der ausgewählten Farbfamilie für die Fassade aus und hielten Farbkärtchen für mögliche Fensterfarben dagegen. "Das beißt sich!" "Das sieht ganz gut aus!" - "Probieren wir mal diese Farbe!" Am Ende standen zwei Ideen: Einmal ein orangebraun, welches sich gut von den Fassadenfarben abheben könnte, der andere Vorschlag war ein lieblicher Grünton, der einen ganz freundlichen Kontrast abgeben würde. Ganz umsichtig sagten die Architekten dann: "Laßt uns das nicht überstürzen jetzt, wir lassen uns von der Firma zwei Muster machen, und dann gucken wir uns die noch mal in Ruhe an! Soviel Zeit haben wir noch!" Und so war es denn auch. Gestern kamen die beiden Muster an, und morgen werden wir abschließend darüber entscheiden.

Mit Fertigstellung des Häuser im Jahr 2003 sollen in der Oderberger Str. 18 Wohneinheiten entstehen, die überwiegend armen und ausgegrenzten, obdachlosen oder ehemals obdachlosen Menschen zur Verfügung stehen. Dazu muß der Verein mob e.V. einen Anteil von 15% der Bauarbeiten in Eigenleistung erbringen. Arme und ausgegrenzte Menschen erhalten so eine Chance, sich über die Mitarbeit auf der Baustelle einen eigenen Wohnraum zu verschaffen und sich in den Arbeitsalltag wieder zu integrieren. Zu diesem Prozeß gehören auch Entscheidungen über die zukünftige Gestaltung des Hauses. Wie immer bei Selbsthilfeprojekten kann das nur funktionieren durch Unterstützung von außen. Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, uns helfen wollen, beachten Sie bitte die nebenstehende Information zu unserem Bauvorhaben. Die Abbildung zeigt den gegenwärtigen Zustand der Fassade, insbesondere der vorhandene Stuck soll erhalten und wieder instandgesetzt werden, was sehr aufwendig und kostenintensiv ist. Mit Ihrer Hilfe werden wir es schaffen. Vielen Dank.

Stefan Schneider

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