Das ist unser Haus! Oderberger Str. 12

Jeder Mensch braucht eine Wohnung - eine Bank ist kein Zuhause!

Knapp 10.000 Menschen sind laut Auskunft des Berliner Senats obdachlos. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von weiteren 2.000 oder 3.000 Menschen, die mehr oder weniger auf der Straße leben. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Überschuldung. Persönliche Schicksalsschläge kommen häufig hinzu.

Mit dem Bauvorhaben in der Oderberger Str. 12 wird der Verein mob e.V. Wohnungen schaffen - preisgünstigen Wohnraum, der auch für ehemals Obdachlose erschwinglich ist. Die Sanierung der beiden Wohngebäude im Stadtteil Prenzlauer Berg ist von mob - obdachlose machen mobil e.V. mit viel Mühe, Kraft und Engagement vorbereitet worden. Seit Februar 2001 laufen die ersten Bauarbeiten. Freiwillige, ehrenamtliche Helfer, Obdachlose und ehemals Obdachlose haben schon einiges weggeschafft und abgerissen (wir berichteten in den vergangenen Ausgaben) - Wände abgerissen, Steine gestapelt, Schutt sortiert für die Container.

In dem Buch auf dem Jahre 1984: "Die andere Bauarbeit: Zur Praxis von Selbsthilfe und kooperativem Bauen" beschreiben die Autoren: Gerald R. Blomeyer und Barbara Tietze die bedeutung von Selbsthilfe so:

"Die Gründe für den Einsatz von Selbsthilfe sind unterschiedlicher Art. Sie kann den Hausbau verbilligen oder mehr Komfort für das gleiche Geld ermöglichen. Fehlendes Kapital oder Kosten durch höhere Standards können durch Investitionen in Zeit und Eigenleistung ausgeglichen werden. Seltener besteht darüber hinaus ein weitergehender architektonischer Anspruch, handelt es sich um eine Architektur des Ausbruchs und der Selbstverwirklichuchung wie bei den amerikanischen »Handmade Houses« oder den selbstgebauten Träumen solcher extremen Individualisten wie des französischen Briefträgers Ferdinand Cheval (»Palais Idéal«) oder des schwedischen Arztes Axel Munthe (»San Michele«).

Aber oft kann man auch erst durch Selbsthilfe eigene Vorstellungen überhaupt realisieren, sich von den Vorgaben der Experten unabhängig machen, die von Erfahrungen nicht nur profitiert haben, sondern dadurch in gewisser Weise auch verdorben sind. Was Geld und Qualifikation dieser Selbsthelfer nicht auf Anhieb leisten, wird durch Geduld, Hartnäckigkeit und Zeit ausgeglichen. Der Bau entwickelt sich mit dem Menschen. Bauarbeit wird zur Arbeit an sich selbst und kann sogar, wie in psychiatrischen Modellen schon mit Erfolg erprobt, therapeutische Funktionen übernehmen." (Seite 10).

Obdachlose sollen aus ihrer scheinbaren Sinnlosigkeit herausgeholt werden und eine neue Arbeits- und Lebensperspektive gewinnen. Beide Altbauten sollen mit Unterstützung von Helfern und Freiwilligen aus unserem Verein fertiggestellt werden. Um die Hoffnungen all derer, die unsere Unterstützung benötigen, nicht zu enttäuschen, benötigen wir Ihre Hilfe. Wir haben ein ehrgeiziges Vorhaben in Angriff genommen, daß wir nur gemeinsam schaffen werden.

In den letzten Ausgaben haben wir Sie um Hilfe geben, weil uns noch 45.000 DM fehlen, (12.000 DM für die Bürgschaftsgebühr, um die Finanzierung der Förderung zu sichern, sowie weitere 33.000 DM für Werkzeuge, Maschinen, Transporte und Bauaufzug. In der Zwischenzeit sind wir - dank Ihrer Hilfe - unserem Ziel um 9.548 DM näher gekommen. Bei allen Spendern und Untersützern möchten wir uns herzlich für Ihr Vertrauen bedanken. Damit ergibt sich folgendes Bild:

Soll    Ist    noch fehlend    für was       

12.000 DM    7.000 DM    5.000 DM    Bürgschaftsgebühr       

33.000 DM    2.548 DM    30.452 DM    Werkzeug, Maschinen etc.        

45.000 DM    9.548 DM    35.452 DM    Summe    

Liebe Leserinnen und Leser, wir wissen, daß Sie mit tätiger Unterstützung unser Bauvorhaben begleiten. Lassen Sie uns nicht auf halben Wege stehen und helfen Sie uns, ein wichtiges Vorhaben für arme und obdachlose Menschen voranzubringen. Schon hier und heute möchten wir uns für Ihre Unterstützung herzlich bedanken!

Ihr mob - Team

Selbstverständlich stellen wir Ihnen eine steuerlich abzugsfähigen Spendenbescheinigung aus. Bitte geben Sie dafür deutlich Ihren Namen und Ihre Anschrift auf dem Überweisungsträger an!

Stefan Schneider

Literatur: Blomeyer, Gerald R./ Tietze, Barbara: Die andere Bauarbeit. Zur Praxis von Selbsthilfe und kooperativem Bauen. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt  1984

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