Land in Sicht: Zum Stand unseres Bauvorhabens

In der Oderberger Str. 12 in Berlin - Pankow im Ortsteil Prenzlauer Berg ist der Obdachlosenhilfeverein mob e.V. gegenwärtig als Bauherr tätig. Für das Vorder- und Hinterhaus, jeweils gebaut um 1880, hat der Verein für die Dauer von 50 Jahren mit der Eigentümerin einen Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen. Beide Häuser sind dringend sanierungsbedürftig und werden gegenwärtig im Rahmen des Programms "Wohnungspolitische Selbsthilfe" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung instandgesetzt und modernisiert, insgesamt über 1200 qm an Wohnfläche. Nach Fertigstellung werden 18 Wohneinheiten und 2 Einheiten für gemeinnütziges Gewerbe entstehen. Von den 18 Wohneinheiten kann der Verein mob e.V. über 10 Wohnungen selbst verfügen, hier werden nach Fertigstellung 17 Selbsthelfer und Selbsthelferinnen wohnen. Die anderen Wohnungen unterliegen einer Belegungsbindung durch das Bezirksamt, hier werden sanierungsbetroffenen Mietern Umsetzwohnungen angeboten. In den gemeinnützigen Gewerbeeinheiten wird unter anderem der Verein mob e.V. seine Räumlichkeiten beziehen und so dauerhaft eine Anlaufstelle für verschiedenste Aktivitäten anbieten können.

Der gemeinnützigen Vereins mob - obdachlose machen mobil e.V. ist bekannt geworden durch verschiedene Aktivitäten der Selbsthilfe und Hilfe für Wohnungslose und Arme, am bekanntesten sind die Obdachlosenstrassenzeitung strassenfeger, hinzu kommt eine Notübernachtung, ein Treffpunkt für arme und obdachlose Menschen namens Kaffe Bankrott in der Schliemannstr. am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg sowie ein Projekt Wohnungseinrichtungen und Trödel, das sich gegenwärtig neu im Aufbau befindet.

Bedeutsam an dem Bauvorhaben in der Oderberger Str. ist, daß ein Anteil von 17% in Selbsthilfe in Form von Arbeitsstunden geleistet wird, sowohl von den zukünftigen Bewohnern als auch von den Mitwirkenden des Vereins, der natürlich für seine Räumlichkeiten auch Selbsthilfe erbringen muß. Insgesamt müssen alle Beteiligten während der Bauzeit etwa 43.000 Stunden in Eigenleistung erbringen. Zur Zeit sind etwa 1/3 des Bauvolumens geschafft, wir nähern uns den 50% und hoffen, zum September 2002 den ersten Bauabschnitt fertigstellen zu können, das heißt 8 Wohneinheiten für die Selbsthelfer und etwa 56qm Vereinsräume. Für spätestens März 2003 ist die Fertigstellung des zweiten und letzten Bauabschnitt geplant.

Zur Selbsthilfegruppe  gehören 17 Personen, davon sind 3 Kinder, die natürlich nicht mitarbeiten müssen, sowie 3 Hunde und 1 Katze. Die Selbsthilfe wird verstärkt durch einen Selbsthilfebauleiter, der eine halbe Stelle bei uns hat, durch eine junge Mitarbeiterin, die 1 Jahr lang im Rahmen eines Freiwilligendienstes die Selbsthilfegruppe und den Selbsthilfebauleiter organisatorisch unterstützt, durch 4 Arbeitskräfte über das Förderprogramm des Sozialamts "Integration durch Arbeit", durch Menschen, die über das Sozialamt gemeinnützige zusätzliche Arbeit leisten, durch einen Zivildienstleistenden, der auf dem Bau mitarbeitet, durch Menschen, die ihre Freie Tätigkeit (Arbeit statt Strafe) bei uns ableisten, sowie durch einen Maurer, den wir mit Hilfe eines Eingliederungszuschusses des Arbeitsamtes für die Dauer von einem Jahr bei uns eingestellt haben.

Dieses Bauvorhaben ist insgesamt ein logischer und wichtiger Schritt innerhalb unserer Vereinsentwicklung, das wir aber ohne das Förderprogramm "Wohnungspolitische Selbsthilfe" nie in Angriff hätten nehmen können. Wir glauben, mit der Fertigstellung von dauerhaft sicherem und preisgünstigen Wohnraum einen Beitrag dazu leisten zu können, für 17 Selbsthelfer das Thema Wohnen langfristig beantworten zu können, und somit einen Beitrag zur Verhinderung von Obdachlosigkeit leisten zu können. Damit das Bauvorhaben zu einem Erfolg wird, freuen wir uns über jeden Beitrag zur Unterstützung unserer Selbsthilfe. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der folgenden Seite. Wir werden auch in Zukunft an dieser Stelle fortlaufend berichten.

Stefan Schneider

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