Oderberger Str. 12 - Das ist unser Haus - eine Bank ist kein Zuhause!

In der Oderberger Str. 12 saniert der Verein mob e.V. in baulicher Selbsthilfe zwei Altbauten aus der Jahrhundertwende mit dem Ziel, nach Fertigstellung 18 Wohneinheiten und 2 Einheiten für gemeinnütziges Gewerbe (Vereinsbüro und Trödelladen) zu schaffen. Die Mitgliederversammlung des Vereins tagte am 12.07.2001 im Hof des Grundstücks und hat sich vor Ort einen Eindruck von der Baustelle verschaffen können. In den nächsten Wochen muß der Verein eine ganze Reihe von Entscheidungen über die zukünftige Ausstattung und Gestaltung treffen. Angefangen von den Armaturen im Bad über Form und Material der Fenster bis hin zu Frage, welche Farbe die Fassade erhalten soll. Dazu wird es noch eine ganze Reihe von Treffen mit der Selbsthilfegruppe, dem Bauleiter, den Architekten und den Vereinsmitgliedern geben. Ziel des Unternehmens ist es, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen für Menschen, die obdachlos sind oder waren oder aus anderen Gründen, sozial ausgegrenzt sind. Zugleich ist das Bauvorhaben eine Chance, Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen und auf diese Art und Weise Menschen zu integrieren.

Am vergangenen Wochenende meldete sich Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt zu Wort. In einem Interview gegenüber der Leipziger Volkszeitung kritisierte der Präsident des Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) das mangelnde Engagement der Arbeitslosen bei der Jobsuche und die soziale Absicherung als Überversorgung. Wörtlich sagte er: "Es fehlt vielfach an der Qualifikation, aber eben auch am Wollen und an der Mobilität des Einzelnen. Die soziale Absicherung der Arbeitslosen ist so hoch, daß für viele der Anreiz fehlt, sich ihren Lebensunterhalt mit eigener Arbeit zu verdienen." Ein Schlag in das Gesicht vieler Menschen gerade aus unserem Umfeld, die gerne bereit sind oder wären, zu arbeiten und jede Chance nutzen, die sich ihnen bietet - zum Beispiel auf der Baustelle in der Oderberger Str. 12. Auf der anderen Seite stellen wir immer wieder fest, daß die Anforderungen auf dem 1. Arbeitsmarkt dermaßen hoch sind, daß viele nicht in der Lage sind, die Leistung zu bringen, die gefordert sind, um Profite einzufahren. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Wer jahrelang auf der Straße lebte, gesundheitlich oder aufgrund anderer Lebensumstände beschädigt ist, ist im Nachteil. Allen denen eine Chance zu geben, ist Anliegen des Selbsthilfeprojektes mob e.V. Helfen Sie uns helfen und beachten Sie bitte unsere Hinweise dazu auf der Rückseite.

Stefan Schneider

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