28.08.2006 - Die Linkszeitung - LIZ: Ein Leben lang Generalstreik

Was "Strassenfeger" und Dreigroschenoper verbindet

Bei jeder Vorstellung stehender Applaus: Die Dreigroschenoper im Berliner Admiralspalast wird bis 1. Oktober verlängert.

«Ein Leben lang Generalstreik»

 Tiefe Freundschaft: Tombrock und Brecht

Berlin (LiZ). Eine Sonderausgabe widmet die Berliner Obdachlosen-Zeitung "Strassenfeger" ihrer Medienpartnerschaft mit der Inszenierung der Dreigroschenoper im neuen Berliner Admiralspalast mit Klaus-Maria Brandauer und Campino, dem Sänger der "Toten Hosen". Der "Strassenfeger" wird vom Selbsthilfeverein für Obdachlose und Arme in Berlin, "mob", herausgegeben und dieser verweist auf eine 70-jährige gemeinsame "Vorgeschichte" mit der Dreigroschenoper.

Bereits in den zwanziger Jahren habe es eine Bruderschaft der Vagabunden gegeben, die recht aktiv gewesen sei, Ausstellungen und einen legendären Vagabundenkongress in Stuttgart organisiert habe. Jene Vagabunden-  Bruderschaft habe damals ebenfalls eine eigene Zeitung herausgegeben, den "Kunden", später den "Vagabunden", eine Art historische Vorform des "Strassenfeger" also. Ihre Parole lautete: "Generalstreik ein Leben lang". Einer aus dieser Gruppe nun sei Hans Tombrock gewesen. Tombrock lernte Bert Brecht in Schweden kennen, im Exil. Beide verband von da an eine tiefe Freundschaft.

Die Aufführung der "Dreigroschenoper" in Berlin ist trotz schlechter Kritiken ein wahrer Publikumserfolg und Kassenschlager geworden. Mit 60.000 Eintrittskarten sei die Produktion die "erfolgreichste Theaterinszenierung des Jahres", so der Produzent Lukas Leuenberger. Jede Vorstellung sei vom Publikum mit stehendem Applaus gefeiert worden. Inzwischen ist die "Dreigroschenoper" um eine Woche verlängert worden. Bis 1. Oktober wurden sechs zusätzliche Vorstellungen angesetzt. Eine weitere Verlängerung sei jedoch wegen der Terminverpflichtungen der Darsteller nicht möglich, so die Veranstalter.

linkszeitung.de/content/view/49754/52/
Joomla templates by a4joomla