28.05.1998 - Westdeutsche Zeitung: Fiftyfifty bangt um Existenz

Fiftyfifty bangt um Existenz

Unlautere Konkurrenz gefährdet das Obdachlosenprojekt fiftyfifty. Vor knapp einem Jahr tauchte in der Stadt ein Straßenmagezin auf, das bislang ausschließlich in Berlin vertrieben wurde. Doch dann schloss "Straßenfeger" einen Pakt mit einer bundesweit erscheinenden Obdachlosenzeitung. Seitdem macht der Print-Konkurrent den Düsseldorfern das Leben schwer. ... Bruder Matthäus ist empört. "Es werden perfide Methoden angewendet." Denn die "Eindringlinge" schrecken nicht davor zurück, die fiftyfifty-Verkäufer abzuwerben. ... "Straßenfeger" senkte kurzerhand (und trotz anders lautender Deklarierung auf dem Heft) den Abgabepreis auf eine Mark und "hat ihn damit gezielt unter unserem Niveau gehalten", so Bruder Matthäus. ... Volker Rekittke, Redakteut bei fiftyfifty, telefoniert bereits seit Tagen den "Straßenfeger"-Verantwortlichen hinterher, jedoch ohne Erfolg. Lediglich ein Fax habe er bekommen, mit dem Angebot, sich an einem bundesweiten Vertrieb von Straßenmagazinen zu beteiligen. "Dabei haben die doch schon angefangen, hier tätig zu werden", ärgert sich Rekittke. "Man bietet eine Umarmung und hält uns gleichzeitig die Pistole an den Hinterkopf."

(aus: Westdeutsche Zeitung, 28.05.1998)
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