Guten Tag!

Nachstehender Text von Peter Lohmann, Reiner Leibbrand und Meike Lüdemann ist das Vorwort zur ersten Ausgbe von

Rieger, Jonny: Fahr zur Hölle, Jonny. — 1. Aufl. Hamburg: Buntbuch, 1984. ISBN 3-88653-062-0
Ich dokumentiere diese Text an dieser Stelle mit der Absicht, daß das Wissen über einen zu unrecht fast vergessenen Autoren der Brüderschaft der Vagabunden bewahrt bleibt und er weiterhin gelesen wird.

Stefan Schneider


Peter Lohmann, Reiner Leibbrand und Meike Lüdemann

Vorwort zur ersten deutschen Ausgabe (Rieger, Jonny: Fahr zur Hölle, Jonny. — 1. Aufl. Hamburg: Buntbuch, 1984. ISBN 3-88653-062-0)

Jonny Rieger, 1908 in Berlin geboren, lebt heute, 1984, in Dänemark, genauer in Fredensborg auf der Insel Seeland in seinem »Indian Huset«. 76 Jahre liegen dazwischen. Aufgewachsen noch unterm Kaiser, dann der 1. Weltkrieg, Novemberrevolution, Weimarer Republik, Faschismus und 2. Weltkrieg. Die Jahre des Wiederaufbaus hat Jonny Rieger nicht miterlebt. Er blieb in Dänemark. Ein alter Mensch. Wie denkt er heute? Wir wußten: Jonny war in den zwanziger Jahren Vagabund. 1926/27 zog er nach Hamburg, um ein Schiff, zur Not auch als Schwarzfahrer, zu entern. Vagabund? Für uns ein vager Begriff.
Jonny schreibt: »Jahre nachher, als ich mein erstes Vagabundenbuch "Fahr zur Hölle, Jonny" geschrieben hatte, bekam ich viele Briefe von verschiedenen Menschen, und sie fragten: "Ja, das ist ja wunderbar, wie macht man das? Wie richtet man sich ein? Wie zieht man los? " Und dann schrieb ich einen Brief zurück mit den Worten: "Ich ging." Man geht, nicht war. Man geht los, und man läßt alles zurückfallen. Das klingt sehr egoistisch, nicht? Ich bin nicht philosophisch eingerichtet, aber man denkt an Stirner: Der Einzige und sein Eigentum. Und zum Beispiel an Traven. Weg von der Masse, Massenhysterie, diesen Massenveranstaltungen, wo alles ersäuft und was ja auch endet in diesem "Wollt ihr den totalen Krieg?" Wenn man da zu den Menschen zurückkehrte, eines schönen Tages und sagte, es ist ja der Mensch, das Individuum, um das es geht. So verstehe ich Traven und diesen Mann von Braila, Panait Istrati oder Maxim Gorki, der sagte: "Was auch geschieht zum Besten und zum Schlechtesten, aber immer will ich den Menschen im Mittelpunkt." Ich hoffe, es wird eine Zeit kommen, wo diese Massenkrankheit, ob es in China auf dem Roten Platz, in Paris oder New York ist, verschwindet. Eines Tages, da steht der nackte Mensch und sagt, wie ich es nach einem Interview mit Panait Istrati in einem Buch geschrieben habe: Sag "nein" dazu, wenn sie dich für all ihre Vaterländer totschlagen wollen! Du hast nichts als dein nacktes Leben. Es gibt keine Vaterländer. Es ist doch ein Unsinn, es ist rechts und links vom Rhein, rechts und links vom Ticind-Fluß immer dasselbe. Auf der einen und auf der anderen Seite, es ist doch ein ewiger Irrsinn.«

Der hier wieder veröffentlichte Roman ist 1936 von der Exil-Büchergilde in Zürich aufgelegt worden. Gelesen wurde er von den Emigranten, auf der Flucht vor Hitlers Armeen. In einem deutschen Verlag ist das Buch, auch nach dem zweiten Weltkrieg, nicht mehr herausgebracht worden. Jonny Rieger gehört zu den vergessenen Schriftstellern. Und er gehörte zu den Vagabunden, deren Existenz, wenn überhaupt, nur als soziale Randgruppe beachtet wurde.

1981 Ascona.
In den dortigen Buchläden ist ein Buch von Jonny Rieger erhältlich. »Ein Balkon über dem Lago Maggiore.« Ein Reisebuch — für die dort weilenden Touristen. Und in diesem Ort wohnt ein Frau. Jo Mihaly. Auch Jo Mihaly ist getippelt. Seit dieser Zeit verbindet sie eine tiefe Freundschaft zu Jonny Rieger. Jo ist eine einzigartige Frau, und in einem Vorwort zu diesem Roman darf die Beschreibung ihres Lebensweges nicht fehlen. Jo Mihaly ist 4902 in Schneidemühl (heute Pilna) geboren. Nach Abschluß einer Tanzausbildüng tritt sie zunächst als Zirkus-, Variete- und Bühnentänzerin auf, später gestaltet sie, vor allem in Berlin, eigene Programme mit sozialkritischen und religiösen pantomimischen Tänzen. Sie geht ebenfalls auf die Wanderschaft und ist Mitstreiterin in der »Bruderschaft der Vagabunden«.

Im April 1933 muß sie mit ihrem Mann Leonhard Steckel und der Tochter Anja in die Schweiz emigrieren. In Paris und Zürich tritt sie gemeinsam mit Ernst Buch auf. Sie ist Mitbegründerin der Kulturgemeinschaft der Emigranten und aktiv im »Nationalkomitee Freies Deutschland«. Nach dem Krieg leitet sie die »Freie Deutsche Kulturgemeinde« in Frankfurt. Seit 1949 lebt sie in Ascona und ist dort bis heute auf kulturellem Gebiet tätig. Ihr schönstes Buch: »Michael Arpad« ist im Berliner LitPol-Verlag erhältlich.

Jo Mihaly machte uns auf Jonny aufmerksam. Beide verbindet sie ein offener und freundschaftlicher Briefwechsel. Trotz aller Wirren in ihren Leben haben sie sich nie aus den Augen verloren. Sie sorgen sich um das Leben des anderen und haben Teil an dessen Freude. Erst 1981 konnten sie sich in Ascona anläßlich von Filmarbeiten für einen Dokumentarfilm über Vagabunden wiedersehen. Sie trafen aufeinander, nachdem sie sich Jahrzehnte nicht gesehen hatten. Jo Mihaly hat diesem Roman ein Gedicht gewidmet.

Die Straße ist ein Meister
mit Hammer, Stichel und Stein
sie grub in meine Visage
die ganze große Blamage
bewundernswert hinein.

Jo wußte um den zu Unrecht vergessenen Freund. Sie machte uns neugierig. Wir müssen ihr danken, denn wir fanden in Fredensborg nicht nur einen Schriftsteller, sondern auch einen guten Freund.

Noch in der Schweiz stöberten wir in den Antiquariaten und fanden die Ausgaben der Bücher Jonny Riegers. Dann machten wir uns auf den Weg nach Fredensborg. Wir fanden einen Menschen, der sich nicht um sein Leben betrogen fühlt. Zusammen mit seiner Frau Eva empfing er uns warm und herzlich. In der ganzen Zeit unseres Zusammenseins gab es keinen einzigen Augenblick der Fremdheit. Jonny zeigte uns einen Zeitungsausschnitt. Junge Leute hatten in Kopenhagen ein Haus besetzt. Sie sagten 'in dem Interview: »Wir wollen unser Leben selbst bestimmen.« Da war es wieder — sein Motto! Stolz las er es uns vor. Da war seine Hoffnung, seine Hoffnung auf das Individuum Mensch. Wir verbrachten drei Tage und Nächte bei ihnen. Sie zogen uns mit in den Strudel ihres Lebensgefühls. Wir tranken mit ihnen, hörten spannende Geschichten und lauschten bis tief in die Nacht den Liedern von Brecht und Tucholsky. Das gemeinsame Lebensgefühl machte das unterschiedliche Alter uninteressant. Axel Eggebrecht fiel uns ein, der vom Bündnis der zornigen alten Menschen mit der jungen Generation sprach.

»Die Straße ist ein Meister«, schreibt Jo Mihaly. Und dies ist das Thema, des uns vorliegenden Romanes, in dem ein Stückchen der Utopie des befreiten Individuums Mensch steckt.,

Hamburg, im Januar 1984
Peter Lohmann
Rainer Leibbrand
Meike Lüdemann.


Ich bin in die Ferne gewandert,
soweit der Himmel ist –
ich habe in manchen Spelunken
mein Quantum Verstand vertrunken
und wieder mich nüchtern geküßt...

Die Liebe fand ich am Wege,
Begeisterung trank ich im Wein.
Ich soff mit manchem Lumpen
zusammen aus einem Humpen
und blieb doch immer allein.

... Die Straße ist ein Meister
mit Hammer, Stichel und Stein –
sie grub in meine Visage
die ganze große Blamage
bewundernswert hinein.    

Jo Mihaly

Nachlaß Jonny Rieger im Deutschen Literaturarchiv Marbach

A. Nachlaß
1. Manuskripte
2. Verschiedenes
3. Briefe von ihm
4. Briefe an ihn
5. Zugehörige Materialien
6. Manuskripte anderer
B. Material in anderen Abteilungen
1.  Dokumentationsstelle Zeitungsausschnitte
2. Bildabteilung: Photos
3. Bibliothek
3.1. Bücher von Jonny Rieger
3.2. Bücher von anderen Autoren
3.3. Zeitschrift


A. Nachlaß 

1. Manuskripte

  • "Ein Balkon über dem Lago Maggiore. Tessiner Reiseverführbuch". Dr.T.
    Daraus: "Lusingano irgendwo im Tessin". Dr.T. - Typoskript dänische Fassung-
    "  : "Monte Verita, der Berg der Wahrheit". Dr.T. - Typoskript dänische Fassung-
  • "Manden, der kaldte sig B.Traven". Artikel über Traven, 1969
    Typoskript u. Zeitungsausschnitt
    Dabei: Traven-Typoskripte u. Dramatisierung von Travens 'Totenschiff'
  • "Mein Leben gehört mir". Kurzfassung Typoskript
  • "Tibetanisches Intermezzo". Typoskript pag.162-179 
  • "Das Vermächtnis des 'rasenden Reporters1". Über Egon Erwin Kisch
    Typoskript Durchschi. Mit weit.Durchschi. Mit dänischer Fassung
  • Konv. Japanische Studien.
    Mit Photomaterial von Holzschnitten japanischer Künstler,
    Bildbeschreibungen etc.    5 Mappen

2. Verschiedenes

  • Diverses, darunter Notizen und Abschriften

3. Rieger, Jonny: Briefe von ihm an:

  • Die Arche  Verlag
  • Büchergilde Gutenberg
  • Europa Verlag
  • Ferien-Journal Ascona
  • Haerdter, Michael
  • Kirsten, Wulf
  • Lohmann, Peter
  • Manz, Hanspeter
  • Mihaly, Jo
  • Schuler-Verlag
  • Tombrock, Hans
  • Trappmann, Klaus
  • Verlag Die Waage

4. Rieger, Jonny: Briefe an ihn von:

  • Die Arche  Verlag
  • Bihalji, Oto
  • Bittner, Günter u.Ingeborg
  • Bruijn, R   de
  • Büchergilde Gutenberg
  • Buntbuch-Verlag (Peter Lohmann, Rainer Leibbrand, Meike Lüdemann)
  • Dressler, Bruno
  • Falken-Verlag
  • Ferien-Journal Ascona
  • Galliker, Adolf
  • Gerhardt Verlag
  • Gramm, Ruth
  • Guth?, K   H
  • Haerdter, Michael(Künstlerhaus Bethanien)
  • Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe
  • Hartmann, Godfred   (dänisch)
  • Holmström, Alex    (dänisch)
  • Humm, Rudolf Jakob
  • Kirsten, Wulf
  • Koall, Stephan
  • Lassen, Erik       (dänisch)
  • Lesser, Rudi
  • Lindblom, Harry (Svenska Facklärarförbundet, schwedisch)
  • Linse, Ulrich
  • Lohmann, Peter;Rainer Leibbrand
  • Lüdemann, Meike
  • Manz, Hanspeter (Libreria della Rondine)
  • Mihaly, Jo   -umfangreich-
  • Mueller-Stahl, Hagen
  • Muller, Marguerite
  • Nielsen, Birgit     (dänisch)
  • Portman, Mads (Kunstindustrimuseet, dänisch)
  • Preczang, Ernst
  • Schütz, Erna
  • Schuler-Verlag
  • Schwaz?,Erich
  • Sender Freies Berlin
  • Steffensen, Steffen  (dänisch)
  • Stettier, Walter
  • Stiefermann, Rudolf
  • Strauß,
  • Tetschlag, Meta u.Peter
  • Trappmann, Klaus
  • Verlag Die'Waage
  • Voss, Erwin
  • Wieder, Josef
  • Ziegerer, Andrej
  • Unbekannte (Vornamen)
  • Bettermann, Gerhart   an   Klaus Trappmann    -Kopie-

5. Rieger, Jonny: Zugehörige Materialien

Bibliographie, Presserezensionen

Konv.Verlagsvertrage mit: Aare Verlag, Büchergilde Gutenberg, European-American Literary Agency, Falken-Verlag, K.E.Hermanns Forlag, Kooperativa Forbundet Bokförlag, Vilhelm Priors Forlag, Hans Reitzels Forlag, Schuler-Verlag, J.H.Schultz Forlag, Tessloff Verlag, Eiler Wangeis Forlag, Wiener Volksbuchverlag

6. Manuskripte Anderer

Gog, Gregor: "Jonny" -Kopie- ; "Septembertage" -Kopie-
Mihaly, Jo : "Die Flucht nach Corippo"; "Der genagelte Weihnachtsbaum" Für J
Zugehörige Materialien. Zu Anderen
•    Tombrock, Hans (Maler): Bildverzeichnis für Vagabunden-Ausstellung


B. Rieger, Jonny: Material in anderen Abteilungen

1. Dokumentationsstelle: Zeitungsausschnitte

  • 'Tysk'= Deutschsprachige Artikel 1 Schachtel
  • 'Dansk'= Dänische Artikel 1 Schachtel
  • 'Svensk'= Schwedische Artikel 1 Schachtel

Schwarze Mappe mit folgenden Beiträgen:
Über Jonny Rieger: A.G. "Fahr zur Hölle, Jonny!

Von Jonny Rieger:

  • "Platinblond"
  • "Liebe zu Märkten"
  • "Natur"
  • "Wo die Erde bebt"
  • "Schwarze Eidechsen"
  • "Die weisse Stadt am Meer"
  • "Rumba Cuba"
  • "Wir sahen den Mond über Surabaya"
  • "Atlantik-Erleben"
  • "Wenn du mal in Hawaii bist..."
  • "10.000 Kilometer mit dem Trans-Sibirien-Expreß"
  • "Goldener Spätsommer. Rote Krim, Schwarzes Meer"
  • "Das verlorene Paradies"
  • "Auf einer Bank in Barcelona"
  • "Das Land der dunklen Schiffe"
  • "Kopenhagen - Das nordische Idyll"
  • "Heimweh nach dem Lago Maggiore"
  • "Das Vermächtnis des 'rasenden Reporters'"
  • "Aberglaube-Ehrfurcht-Arbeit der Leidensweg des chinesischen Kindes"
  • "Reisen"
  • "Europa-müde"
  • "Ein Weltreisender über einen anderen. Gerd Rieger gegen Colin Roß".

Mehrere Artikel über die Schweiz, Mexiko, China und Japan

2. Bildabteilung: Photos

  • Photo-Material zu dem Buch "Ein Balkon über dem Lago Maggiore. Tessiner Reiseverführbuch", erschienen im Schuler-Verlag - 1 Schachtel
  • 1 Pfeifenschachtel (Orlik Pipes) mit kleinen, vom Autor beschrifteten Photos
  • 3 große weiße Foto-Alben in Schubern mit eigenen Photos
  • 124 Schwarz-Weiß-Photos: Photos, Jonny Rieger darstellend u. Reisephotos - 1 Umschlag
  • 112 z.T.recht kleine Schwarz-Weiß-Photos aus Japan und China - 1 Umschlag
  • 20 Schwarz-Weiß-Photos aus Japan, China, Mexiko, dem Tessin usw. - 1 weißer Umschlag
  • 82 Einzelphotos, vom Autor, von Freunden und Bekannten, schwarz¬weiß und farbig, sowie ungezählte Photos in Phototaschen - 1 Schachtel
  • Verschiedene Materialien, darunter 47 Photos - 1 Mappe

3. Bibliothek

I. Bücher von Jonny Rieger

a)    Deutschsprachige Ausgaben:

  • "Ein Balkon über dem Lago Maggiore. Tessiner Reiseverführbuch". Stuttgart: Schuler-Verlag 1957
  • "Fahr zur Hölle, Jonny!" Zürich, Prag: Büchergilde Gutenberg 1936
  • "Fahr zur Hölle, Jonny!" Hamburg: Buntbuch 1984
  • "Feuer im Osten" Zürich: Büchergilde Gutenberg 1935 = 2 verschiedene Ausgaben
  • "Gier und Sehnsucht großgeschrieben" Stuttgart: Seewald und Schuler 1955
  • "Mein Leben gehört mir" Stuttgart: Schuler-Verlag 1963
  • "Mein Leben gehört mir" Hamburg: Buntbuch 1982
  • "Reisefieber" Zürich: Falken-Verlag 1948
  • "Reisen zu Göttern und Menschen" Hamburg: Akros Verlag
  • "Reisen zu Göttern und Menschen" Stuttgart: Schuler Verlag
  • "Tropenfrucht" Zürich: Büchergilde Gutenberg 1946
  • "Wir sahen den Mond über Surabaya" Stuttgart: Schuler-Verlag 1958    (unter dem Pseud. Eva von Kniggej

b)    Fremdsprachige Ausgaben (Nicht in deutscher Sprache erschienen)

  • "Shanghai saknar all Rättfärdighet" (Shanghai kennt keine Gerechtigl - Nur in schwedischer Sprache erschienen -
  • "De Overlevende", "De Överlevande" (Die Überlebenden) - Nur in dänischer und schwedischer Sprache erschienen -
  • "Jamen - du ler jo ikke" (Aber - du lachst ja nicht) -Nur in dänischer Sprache erschienen -

c)    Fremdsprachige Ausgaben (Auch in deutscher Sprache erschienen):

  • "Loop naar de Duivel, Jonny!" ("Fahr zur Hölle, Jonny!")
  • "Resfeber"; "Rejsefeber"    ("Reisefieber)
  • "Tropgefragt"    ("Tropenfracht)

II. Bücher von anderen Autoren

  • Walter Kolbenhoff: "Von unserm Fleisch und Blut. Roman" Stockholm: Bermann-Fischer 1947
  • Mogens Otto: "Ich - ein Seemann" Kopenhagen: Stig Vendelkaers 1968
  • In Memoriam Peter Schifferli 1921-1980
  • B.Traven: "Land des Frühlings" Zürich: Büchergilde Gutenberg 1936

III. Zeitschrift

"Büchergilde. Zeitschrift der Büchergilde Gutenberg"

  • 1934,    Nr 7 (Juli), 2 Ex.
  • 1935,    Nr 1 (Januar), 4 (April), 9 (September)
  • 1936,    H. 1,2,8 (Januar, Februar, August)
  • 1938,    H. 6 (Juni), 2 Ex.
  • 1939,    H. 2 (Februar), 2 Ex., 6 (Juni), 10 (Oktober)
  • 1948, H.11 (November)

sowie Teile weiterer Hefte.

In einem Gespräch über Jonny Rieger am 26.04.1993 mit Klaus Trappmann teilte mir dieser folgendes mit:

  1. Der Nachlass von Rieger ist in Marbach zu finden, im Deutschen Literatur - Archiv. Dort seien seine Bücher, seine Literatur und andere Unterlagen zu finden, jedoch ist vieles verloren gegangen.
  2. Das Haus in Sörup (?) steht noch, Rieger ist dort (am Haus?) beerdigt, er wollte es so. Seine Frau ist vor ihm an Krebs gestorben, er und sie waren dufte Kumpel, sie haben sich sehr geliebt. Nach ihrem Tod ging es mit ihm bergab, er hatte einen Schlaganfall, wollte nicht mehr reisen, auch den Hund nicht allein lassen.
    Seine Tochter war (zeitweise) in der Psychiatrie, heute wieder (?), Rieger hat sich viele Sorgen um sie gemacht. Die Tochter lebt noch und hat früher häufig bei Trappmann angerufen.
  3. Trappmann hat eine Sendung beim SFB über Rieger gemacht, die Kasette vom Gespräch mit ihm (bzw. der Sendung) ist zur Zeit verliehen.
  4. Rieger war ein Einzelgänger, hat nur ungern von sich gesprochen, hat nicht viel über sich rausgelassen. Dennoch einer der sympathischten Menschen, die Trappmann kennen gelernt hat.
  5. Rieger war
    den Bürgern zu links,
    den Kommunisten zu anarchistisch, deshalb wurden seine Bücher in der DDR auch nicht verlegt, anders als Marchwitza , der in der DDR sein Comeback feierte.
87 15 70 Ende der Notiz.

 

Wir alle, von den verschiedenen Ländern Europas, gehörten einer Generation an, die 1914 und alle folgenden Jahre von den würgenden Giften des Weltkrieges zerrüttet wurden. Das Grauen des Krieges stürzte uns geradewegs in das Elend des Nachkrieges. Es gab keinen Frieden mehr um uns und in uns. Wir waren mit den flakkernden Schreckbildern der Unsicherheit und Angst angefüllt worden, hatten unter langwierigen Folter des absoluten Gehorsams gestöhnt und kannten keine Hoffnung mehr. 

Die noch immer Ungebrochenen konnten das nicht mehr aushalten. Sie wollten das nicht mehr mitmachen, sie rebellierten und wurden zusammengeprügelt.

Wenige, die sich dennoch wiederaufzurichten vermochten, trugen den flammenden Aufruhr im Herzen, den gefährlichen Groll der Unzähmbaren. Wir wurden Geächtete, wir Unbeugsamen, wir brachen aus und gingen unsere eigenen Wege. Es waren stinkige Sümpfe, die uns erwarteten. Es wurde fast unerträglicher dort, wo wir hinkamen. Wir hielten verbissen aus, weil wir glaubten, die Freiheit gewählt zu haben. Aber wir mußten erkennen, daß die großen Verbrecher sich dreist Gottes Gnade beigemessen hatten, um in den Jahren des Krieges täglich und gründlich einer ganzen Welt die Keime der Menschenverachtung einzuimpfen. Nun sproß überall die giftige Saat, wuchs zu krankhaften Formen, erblühte zu Blumen der Bosheit und trug die verkrüppelten Früchte des Haßes, der die menschliche Gemeinheit nährte. Wir aber ernteten den Fluch der Verworfenheit, unter dem wir stöhnten, weil wir uns vermessen hatten, unseren Peinigern zu entrinnen und den Frieden zu suchen, nach dem wir hungerten. Wir hatten genug von der ewigen Kommandiererei. Unser Bekenntnis war so einfach, daß es jeder verstehen konnte: Mein Leben gehört mir - und niemand soll darüber bestimmen, sich da reinmischen oder darin rumpfuschen, keiner dieser Kerle mit oder ohne Uniform, kein Staat und kein Gott! Und wir bezahlten den Preis. Unser Schicksal gab uns keinen Kredit. Wir gerieten ins Niemandsland der Kastenlosen. Wir wurden Parias, heimatlose Normaden und vaterlandslose Rebellen.

(Jonny Rieger)

»Hagashima duselt im Hause umher. Er weiß nicht recht, was er will. Sein Werk quält ihn. In Betrachtungen versunken, gurgelt er einen Whisky hinunter und noch einen zweiten. Den Kummer ersäuft man. Dann folgt die Erregung. Die muß sich austoben. Das nennt man produktive Arbeit. Sie ermüdet und bereitet neuen Kummer. So wird die Flasche allmählich leer. Er ist betrübt über diese Feststellung. Törichte Angewohnheit. Man sollte die Flaschen überwinden. Aber sie sind zum Bestandteil seines Lebens geworden. Eines überflüssigen, erloschenen Lebens. Er wird sich nicht bewußt, daß die weiße Flüssigkeit in den Flaschen für ihn eine tiefere Bedeutung hat. Der brennende Trank ersetzt das erkaltende Blut eines Sterbenden. Er beschwört den glühenden Traum und die erhitzte Phantasie. Dieses weiße, wassergleiche Zeug vor ihm im Glas. Übrigens denkt Hagashima nicht mehr. Er schwimmt in einer wohligen Gedankenlosigkeit. Den Kopf in beide Hände gestützt, sitzt er vor seinem niedrigen Schreibtisch, die Füße untergeschlagen, auf dem weichen Mattenboden. Sein Alter meldet sich. Mildtätige weiße Schleier zieht der Alkohol über sein Denken. Die Schleier zerfließen in süße, wiegende Träume. Leicht und ziehend wie ein fernes Schiff am Horizont. Hagashima ist eingeschlafen.« 

Jonny Rieger. Feuer im Osten. Roman. Zürich: Büchergilde Gutenberg 1935, S. 237f

Kurze Zeit nach meiner Flucht aus Hitlerdeutschland erhielt ich von ihm einen unfrankierten Brief: "Freund - ich bin mal wieder tief unten und will mich nicht zerbrechen lassen. Hilf mir!..."

Sonst nichts.

Wir lebten, kaum hundert Kilometer getrennt voneinander, im gleichen Land und hatten das erst vor wenigen Tagen erfahren. In Qual und Scham und Bitternis war ich eben dabei, aus den kläglichen Resten meiner Gesundheit, die das KZ mir übriggelassen, eine neue zu bauen. Bis an den Rand gefüllt mit eigener Not - was konnte ich ihm da geben?

Ich schrieb ihm: Komm! Aber mir war bange. Die Pfirsichbäume blühten, die Berge grünten. Frühling überall... Nach drei Tagen kam er (die hundert Kilometer zu Fuß) langbeinig die Straße heraufgerannt. Humpelnd ging ich ihm entgegen. In wilder Freude riß er mich um. Ich tat mir weh. Je nun: da war er.

Des Fragens und Erzählens war kein Ende. Nach einer Stunde lachte er: "Was mich quält und geängstigt hat - weggeflogen, wie der Löwenzahn da draußen wegfliegt!"

Ein bißchen zerschabt sah er schon aus. Seine ohnehin immer hungrigen, glänzenden Augen brannten in ungestillter Gier. Die Nüstern der etwas zu langen Nase bebten und zitterten. Schnüffelnase, dachte ich. Mir fiel ein: tüchtige Publizisten und Reporter haben diese sehr lebendigen, leidenschaftlich-bewegten Nasen - Kisch, Ossietzki... Na warte, Brüderchen, aus dir wind nochmal was Rechtes!

Eigentlich aber kannte ich ihn sehr wenig. Was wußte ich denn von ihm? Ein armer Schlucker von Landstreicher war er, der an keinem Morgen weiß, wo ihn die kommende Nacht verbirgt. Gesetz war ihm ein Stück Brot für den Tag; im übrigen: Augen auf! Die Tage umblättern wie die Seiten eines Buches und kein Wort verlieren von dem, was das Leben jeden Tag neu in dieses Buch hineinschreibt. Schön war die Erde! Und schön war das Leben! Aber die Menschen hausten darin wie Verrückte in einer Irrenanstalt. Wer - alle? Wer waren die Architekten dieser Irrenanstalt? Dieselben, die Hunderttausende und Millionen Menschen auf die Straße spucken wie - wie Rotz? Augen auf, Jonny! Das muß man auskundschaften! Jung war er, Anfang der Zwanziger; dreimal waren wir uns seither begegnet. Die gierigen Augen sagten: "Ich freß dich." Aber das war nicht so schlimm gemeint. Der da ein- und zweimal vor mir saß, konnte noch lachen wie ein Junge. In der Rocktasche trug er, statt Brot, Gedichte. Worte und Sätze waren da, die wie helle Hammerschläge an ein verriegeltes Tor klopften: "Aufgemacht!"

Das drittemal trafen wir uns in Moskau. Er kam aus Wladiwostok... Die Erde ist ein Kieselstein, und eines Tages stoßen Zwei, die auf diesem wunderschönen (miserablen) Kieselstein herumstronern, mit den Köpfen aneinander. Sie staunen sich an und grinsen wie Clowns: "Nicht möööööglich!"

So trafen wir uns... "Nicht mööööglich - nicht mööööglich." Und jetzt saßen wir wieder beieinander. Der schweizer Blütenfrühling duftete sicherlich bis hinauf zu den Sternen. Der Landstreicher Jonny begann an einem Buch zu arbeiten. Ich fuhr "gen Ostland". Jonny fuhr bald darauf nordwärts.

Das war vor vier Jahren. Aus dem armen Schlucker und Landstreicher ist inzwischen ein "Ingenieur der Seele", ein Schriftsteller geworden. Die gierigen Augen und die Schnüffelnase aber hat er immer noch. 

Er erzählt:

"Geboren wurde ich 1908 im Arbeiterviertel Berlin-Wedding. Die Chinesen nennen mein Geburtsland De-Guo. So fremd mir das klingt, so fremd ist mir meine Heimat geblieben. Richtig genommen, ich habe keine Nationalität. Oder auch viele. Nationalität ist keineswegs immer gleichbedeutend damit, , wo die Wiege stand. Es ist mehr eine Frage, wohin einer infolge seines Temperaments und seiner Geistigkeit gehört und sich heimisch und glücklich fühlt. Warum sollte ich leugnen, daß ich an andern Stellen der Erdkugel ein glücklicher Mensch wurde und mich nicht nach De-Guo zurücksehne?

Mein Urgroßvater, von Zigeunern abstammend, kam - ohne bestimmten Herkunfts- oder Heimatort - vagabundierend vom Balkan. Vielleicht kamen seine Vorfahren aus Kleinasien oder von weiter her, was weiß ich, im südostdeutschen Grenzgebiet ließ er sich nieder und wurde einigermaßen seßhaft. Der Großvater: Bauer. Der Vater abermals vagabundierend, weiter nach Norden: Handwerker. Meine Kindheitseindrücke waren Krieg und Hunger, Plünderungen, bestialische Polizisten, Verwundete des Krieges und des Elends im Hinterland. Krüppel, Halbverhungerte, Tote, Demonstrationen; brutales und verrohtes Militär. Armut, Straßenkämpfe, Verzweiflung, Angst, Haß. Revolution und Hunger. Inflation und Hunger. Nachkrieg und Hunger. Immer Kampf - immer Hunger (und wer kennt sie, die gewaltige seelische Hungersnot?). Immer Unruhe. Und so ist es auch später geblieben.

Bis zum vierzehnten Lebensjahr: Volksschule, ewiger Kampf gegen kriegsverrückte Lehrer. Heide bin ich. Ungetauft. In der Schule lernte ich eins fürs ganze Leben: den unauslöschlichen Haß und die tiefste Verachtung alles dessen, was nach Tyrannei riecht.

Von vierzehn bis achtzehn Jahren: gelernt und gearbeitet. Metallbildhauer, Ziseleur. Acht Stunden tägliche Arbeit in einer Werkstatt; danach vier Stunden Abendkurse in einer Schule. Dabei noch viel gelesen. Immer müde; oft überm Essen eingeschlafen. Aber ich wollte lernen, lernen,immer mehr lernen, all das, was uns eine engstirnige, und unbrauchbare Schule vorenthalten hatte.

Als ich achtzehn bin, brechen Wandertrieb und der ewige, ungestillte Hunger nach dem Leben endgültig und unaufhaltsam wieder durch -: Vagabund, Landstraße. Wieder und wieder Landstraße. Der Beruf taugt nichts. Nicht eine Brotkrume ist er wert, trotz dem Prüfungsprädikat "Sehr gut", trotz dem "Preußischen Staatspreis" bei einer Ausstellung von Berufsarbeiten, trotz dringenden Empfehlungen an die Akademie der Künste. Alles einen Dreck wert. Das Kunsthandwerk verludert - die Werkstätten wurden geschlossen. K-r-i-s-e! K-r-i-s-e! Also: immer nur Gelegenheitsarbeit. Immer wieder Arbeitslosigkeit, immer wieder Hunger, Mittellosigkeit, Obdachlosigkeit, Bettler, Vagabund. Und weiter, immer weiter unterwegs: Hunger nach Brot und nach dem Leben dieser Welt. Und so viel gemordete Sehnsucht und Liebe...

Ich habe in allen möglichen und unmöglichen Berufen gearbeitet: Kabelarbeiter in Zwölfstundenschicht auf einer Chaussee im Schwarzwald; Balkenträger auf einem Zimmerplatz; Gymnastiklehrer in einem Körperkulturlager; Tellerwäscher in einem Kinderheim an der italienischen Grenze; Metallfärber in einer Lampenfabrik; Röhrenzieher an der Ziehbank eines Röhrenofens; Kofferträger auf Bahnhöfen und in Häfen; Hotelagent für ein Touristhotel auf einer Mittelmeerinsel; Reklamezeichner für eine Filmgesellschaft in Barcelona; Gärtner auf einer spanischen Insel; Erdarbeiter unter sengender südlicher Sonne; Landarbeiter in Danzig; Fischereigehilfe in Westpreußen; Journalist, Bildreporter, Korrespondent, Hausboy. Dazu kommen eine Anzahl unsagbarer andre Betätigungen.

Die Erinnerungen überwältigen mich; ich will hier ein klein wenig verweilen - auch Gärtner sei ich gewesen, sagte ich, nicht wahr? Davon will ich erzählen. Ich lernte es nie, weißt du, aber ich liebte meine Pflanzen und meinen Garten: Feigenbäume mit dicken saftigen Früchten. Jeden Morgen aß ich als Morgenmahlzeit Feigen, frisch vom Baum. Aber da waren auch Radieschen und Mohrrüben (sie wuchsen schlecht in dem Klima und blieben murkelig) und Artischocken, brennend roter Pfeffer und vieles andre. Doch mein Stolz war eine Kakteenhecke, die ich aus dem nichts schuf. Da war nur Sand. Mit einem Sack ging ich drei Stunden weit, um die Meeresbucht von San Antonio herum, wo richtige Kakteenwälder standen; und mit einem großen Buschmesser schnitt ich aus dem Überfluß der schönsten frischen Kakteentriebe heraus, packte sie in meinen Sack und schleppte sie in den Garten (zwei Monate später hatte ich von dieser Tour - ich trug den Sack auf Schultern und Rücken - noch Stacheln in der Haut sitzen). Aber ich pflanzte sie ein, die kleinen Kaktuslein, mit Pisse und Hühnerdreck und Holzkohlenasche, in den Sandboden. Und vierzehn Tage später waren die doppelt so groß und blühten mit großen gelben seltsamen Blumen...

So - so wars; und alles das war ich. Und dabei habe ich gelesen und gelernt, gelernt und gelesen und aus der Überlast des Erlebens zu schreiben begonnen: Artikel, Skizzen, Reportagen, Kurzgeschichten, Novellen. Nicht viel; sehr langsam, sehr wenig, sehr sparsam und kritisch.

Einmal, als Vagabund - heruntergekommen und abgerissen auf der italienischen Landstraße -, beteiligte ich mich an einem Preisausschreiben der 'AIZ' und der 'Berlin am Morgen'. Gesucht wurde ein in "allen Lebenslagen befahrener" Bursche, der als Reporter und Korrespondent, unbeschwert, eine waghalsige Fahrt um den Erdball unternehmen sollte... Unter vielen hundert Bewerbern: angenommen!

Unterwegs und eines Tages - von Shanghai über die ganze Sowjetunion hinweg - wie mal Deutschland: De-Guo! Fremd... Und noch fremder nach dem Hereinbruch der Hitlerbarbarei. Die freiheitliche Presse von einem Tag zum andern verboten, zerschlagen. Verhaftungen, Terror, Lüge, Blut und viel Grauen. Meine Freunde: auf der Flucht, verstreut über ganz Europa, oder in Kerkern, in Konzentrationslagern, mißhandelt, gemordet...

Und wieder unterwegs. Wieder obdachlos, wieder mittellos, wie so oft vorher. Harte körperliche Arbeit in Südeuropa; und wieder ruhelos umher. Und wieder beginne ich langsam, zögernd zu schreiben - meine ersten Bücher: der Ertrag meiner Fahrten. Mein Japanbuch 'Feuer im Osten' entsteht in der Schweiz.

Danach quer durch Europa, hinaus nach dem Norden. Und nun lebe ich in Skandinavien. Hier schreib ich meinen, teils autobiographischen Roman 'Fahr zur Hölle, Jonny", dessen Handlung sich über drei Erdteile erstreckt. Anschließend das dritte Buch, den China-Roman: 'Shanghai kennt keine Gerechtigkeit'. Ich kenne Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Holland, Luxemburg, Belgien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Österreich, Tschechoslowakei, Danzig, Litauen, Sowjetunion, Japan, China, Mandschurei, Cuba, Mexiko, Hawai - und den Hafen von San Pedro (Los Angeles), in dem man mich als Passagier dritter Klasse eines japanischen Dampfers nicht an Land ließ.

Meine Arbeit setzte ich fort - für alle meine freiheitsliebenden Brüder, in allen Ländern, Erdteilen, allen Rassen. Ihnen gilt meine Liebe. Dem Autoritäts- und Tyrannenwahn, der die Furcht, die Unterwerfung und die Duldung gebiert, gilt mein Haß. Ich bin bei denen, denen der stündliche Hunger - nach dem Brot und nach dem Leben - das Bewußtsein und die Freude tötet, ohne die es keine menschliche Würde geben kann. Bei denen, die diese schöne verfluchte Erde (trotz allem) glühendheiß lieben..."

Das erzählte Jonny.

Jonny G. Rieger ist sein Name. Grüßt ihn, wenn ihr ihm begegnet!

Gregor Gog


aus: Gog, Gregor: "Liga der Heimatlosen", Moskau 1936/37

Monografien

  • Feuer im Osten. Zürich 1935. Büchergilde Gutenberg. (hier: Auszug)
    • Feuer im Osten. Wien 1946.
  • Fahr zur Hölle, Jonny! Roman. Zürich 1936. Büchergilde Gutenberg.
    - Fahr zur Hölle, Jonny! Roman. Hamburg 1990. Galgenberg Verlag.
    - Loop Naar De Duivel, Jonny! Haarlem 1937.
  • Shanghai saknar all rättfärdighet (Shanghai kennt keine Gerechtigkeit) Roman. Stockholm, Verlag Universal Press, 1938 (Nicht in deutsch erschienen).
  • De Överlevande. (Die Überlebenden) Roman. Stockholm 1945.  (Nicht in deutsch erschienen)
    - De Overlevende. Kopenhagen, 1946.
  • Tropenfracht. Roman. Zürich 1946
    _ Tropenfracht. Roman. Wien 1947.
    - Tropefragt. Kopenhagen 1950.
  • Reisefieber. Reisebuch. Zürich 1948.
    - Rejsefeber. Kopenhagen 1950.
    - Resfeber. Stockholm 1950.
  • Jamen - du ler jo ikke (Aber - du lachst ja nicht) Roman. Kopenhagen 1953. (Nicht in deutsch erschienen)
  • Gier und Sehnsucht - gross geschrieben. Roman. Stuttgart 1955.
    (In dänisch geschrieben. Der ursprüngliche Titel: "Wir treffen uns im Niemandsland" wurde vom Verlag geändert.)
  • Reisen zu Göttern und Menschen. Reisebuch. Hamburg 1955. (Überarbeitete Fassung von Reisefieber.)
    - Reisen zu Göttern und Menschen. Reisebuch. Stuttgart 1956 (Auflage mit anderen Fotos).
  • Ein Balkon über dem Lago Maggiore. Tessiner Reiseverführbuch. Stuttgart 1957.
    - Ein Balkon über dem Lago Maggiore. Tessiner Reiseverführbuch. Zürich 1971
  • Wir sahen Mond über Surabaya. Roman. Stuttgart 1958.
  • Kitagawa Utamaro, Die Seidenraupenzucht - ein Frauenberuf. Zürich 1962.
    (Faksimile-Ausgabe einer japanischen Holzschnitt-Serie von 12 Blättern).
  • Mein Leben gehört mir. Autobiographischer Roman. Stuttgart 1963. (Erweiterte Fassung von "Gier und Sehnsucht - gross geschrieben".)
    - Mein Leben gehört mir. Roman. Hamburg: Buntbuch Verlag 1982.
    - Mein Leben gehört mir. Autobiographischer Roman. Hamburg 1990. Galgenberg Verlag.

Aufsätze (Auswahl)

Texte über Jonny Rieger (Auswahl)

  • Gregor Gog: Jonny. Aus: "Liga der Heimatlosen", Moskau 1936/37; abgedruckt in: Trappmann, Klaus: Landstraße, Kunden, Vagabunden. Gregor Gogs Liga der Heimatlosen. Berlin: Gerhardt Verlag 1980
  • Peter Lohmann, Reiner Leibbrand und Meike Lüdemann: Vorwort zur ersten deutschen Ausgabe (Rieger, Jonny: Fahr zur Hölle, Jonny. — 1. Aufl. Hamburg: Buntbuch, 1984. ISBN 3-88653-062-0)

  • Schulte, Klaus: Jonny Rieger (1908 - 1985) Schriftsteller. In: Dähnhardt, Willy/ Nielsen, Birgit S. (Hrsg.): Exil in Dänemark. Deutschsprachige Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller im dänischen Exil nach 1933. Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens § Co., Heide 2001, S. 625 - 654

weiteres bibliografisches Material von Jonny Rieger

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