Guten Tag!

Im Zeitraum von Sonntag, 20.10.2007 (Anreisetag) und Mittwoch, 24.10.2007 besucht uns eine Gruppe von 9 Personen von der Menhely-Stiftung in Budapest, Ungarn.

http://www.menhely.hu
Ansprechpartner ist Herr Gabor Horvath
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+36 – 1  - 33841 86

Die Gruppe wird während des Berlin Aufenthalts wohnen im
The Sunflower Hostel
Helsingforser Str. 17
10243 Berlin.
Tel.: 030-44044250
http://www.sunflower-hostel.de

Ziel des Besuches der Gruppe ist es, mob e.V. und weitere Projekte der Hilfe für wohnungslose und armen Menschen kennen zu lernen, darunter das Kältehilfetelefon, Strassensozialarbeit usw.

Die Arbeitssprache wird english und deutsch sein.

Gegenwärtig ist folgendes Programm geplant (Nachtrag: Die Programmplanung war viel umfangreicher als gewünscht und als leistbar. Aus diesem Grund wurde das Programm deutlich gekürzt und war immer noch voll genug. Die eingerückten und kursiv gesetzten Termine fanden nicht statt.)

20.10.2007 Anreise
21.10.2007 12:00 Uhr
mob e.V./ strassenfeger
Prenzlauer Allee 87 – 10405 Berlin
www.strassenfeger.org
- Kaffee Bankrott
- Notübernachtung

- gestrichen - 
21.10.2007 15:00 Uhr
mob e.V./ strassenfeger
Vorstellung des Selbsthilfehauses Oderberger Str. 12

- gestrichen -
21.10.2007 17:00
TEE- UND WÄRMESTUBE NEUKÖLLN
Weisestraße 34
12049 Berlin
Tel.:     (030) 6 22 28 80
http://www.diakonisches-werk-berlin.de/06/kontakt.html

21.10.2007 19:00 Uhr (unbestätigt/ not confirmed)
Treptow - Arche (Nachtcafé)
Bekenntniskirche
Plesserstr. 3
12435 Berlin-Treptow
Öffnungszeiten: So, Mo, Do, Fr: 19 Uhr bis 8 Uhr
http://www.nachtcafe-landowsky.de/

22.10.2007, 12:00 Uhr
SUB/WAY berlin e.V.
Nollendorfstraße 31
10777 Berlin
Tel.: 030. 215 57 59
Fax: 030. 217 56 049
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www.subway-berlin.org
Herr Sergiu Grimanzi

22.10.2007 15:00 Uhr
Zentrum Gitschiner Str. 15
Zentrum für Gesundheit und Kultur
gegen Ausgrenzung und Armut
Gitschiner Straße 15
10969 Berlin
Tel.: 030 69 53 66 14
http://www.gitschiner15.de/
Frau Christiane Pförtner

- gestrichen -
22.10.2007 17:00 Uhr (unbestätigt/ not confirmed)

motz und Consorten randständig abwegig unbedacht e.V.
Zossener Straße 56-58
10961 Berlin
- Gebrauchtwarenkaufhaus
- Redaktion, Zossener Str.

22.10.2007 19:00 Uhr
Strassensozialarbeit Bahnhof Zoo
http://www.treberhilfe.de
Treberhilfe Berlin
Herr Tuchel 0177 - 787927

23.10.2007 10:00 Uhr
Gebewo
Die Teupe
Teupitzerstr. 36 - 39
12059 Berlin
Tel.: 0 30 / 68 89 31 21
Fax: 0 30 / 68 89 31 22
www.gebewo.de
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- Kältehilfetelefon
- Wohnprojekt die Teupe
Herr Joachim Seitz-Reimann, Herr Uwe See
 
- gestrichen -
23.10.2007 13:00 Uhr
Ambulanz für Wohnungslose Jebensstraße
Jebensstraße 3
10623 Berlin (am Bahnhof Zoo)
Telefon: (0 30) 31 80 87 85
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http://www.dicvberlin.caritas.de/5691.html
Ansprechpartner: Stephan Arndt

23.10.2007 14:30 Uhr
Bahnhofsmission Bahnhof Zoo
Bahnhofsmission Berlin am Bahnhof Zoologischer Garten (in gem. Trägerschaft mit IN VIA Verband e.V.)
Jebensstraße
10623 Berlin
Telefon: 030 3138088
http://www.berliner-stadtmission.de/bahnhofsmission_berlin.html

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Ansprechpartner: Christian Block

23.10.2007 15:30 Uhr
Stadtmission Zentrum Lehrter Straße
- Notübernachtung
- Kältebus
http://www.kaeltehilfe.berliner-stadtmission.de/
Frau Wohlwend

23.10.2007 18:30 Uhr
http://www.strassenfeger.org/
Redaktion strassenfeger/
Verabschiedung

Jutta H.: Verheerende Armut. mob e.V. zu Besuch in Budapest. Berlin 2008

Tagsüber bleibt die Notübernachtung in der Elöd-Straße im Budapester Zehnten Bezirk geschlossen. Früh am Morgen müssen die Männer, die in der ehemaligen Kaserne im Osten der Stadt übernachtet haben, das Gebäude verlassen. Ein hagerer alter Mann mit grauem Bart und schmutziger Kleidung ist zurückgeblieben. Er sitzt auf einem Stuhl seitlich neben dem Eingang des Gebäudes. Seine Hände klammern sich an der Stuhllehne fest. Auf diese Weise versucht er, die ausufernden Bewegungen seiner Arme, das Zittern und Rucken seines Oberkörpers zu kontrollieren. Sein Kopf schlägt in alle Richtungen. Die vorbeikommenden Besucher nimmt er kaum wahr; er befindet sich in einer anderen Welt. Die Hilfestrukturen für Obdachlose in Budapest halten die Menschen am Leben. Nicht mehr.

Budapest ist eine moderne Metropole mit fast zwei Millionen Einwohnern. In der Stadt an der Donau haben sich futuristische Bürotürme neben renovierten historischen Gebäuden angesiedelt. Eine Flut von Autos strömt durch die Straßen, Geschäfte bieten Waren an aus der ganzen Welt. Ungarns Systemwechsel zu Demokratie und Marktwirtschaft scheint nachhaltig geglückt. Ein strikter Reformkurs ist vor vier Jahren mit der Aufnahme in die Europäische Union belohnt worden. Nächstes Etappenziel ist die Einführung des Euro.

Doch die Bevölkerung Ungarns hat einen hohen Tribut gezahlt für Sparkurs und Stabilitätskriterien. Und sie zahlt ihn noch. Schätzungen zufolge lebt mittlerweile ein Drittel der Ungarn unter dem Existenzminimum. Armut grassiert. Diejenigen, die Arbeit in einem der wachsenden Wirtschaftszweige gefunden haben, profitieren von hohen und steigenden Löhnen. Der Großteil aber hat keinen Platz gefunden im EU-kompatiblen Wirtschaftssystem. Gering Qualifizierte, Arbeitslose, Rentner, Roma sind die Verlierer von Transformation und Europäisierung. Obdachlose gehören zu Budapests Stadtbild. 10.000 sind es etwa, schätzt man. Man findet sie unter den Donaubrücken, in Parks, in Unterführungen, in verfallenen Häusern. Zu den Essensausgaben der Hilfsorganisationen kommen Hunderte. Dann stehen sie in langen Schlangen hintereinander. Ihre Gesichter spiegeln ihre Schicksale wider, sie sind frühzeitig gealtert. - Ein Teil der Obdachlosen hat sich in die umliegenden Wälder zurückgezogen. Im Nordosten von Budapest ist in einem kleinen Wald eine Siedlung entstanden, die an einen Slum erinnert, den man eigentlich aus anderen Teilen der Welt kennt. Die Bewohner leben zwischen Müllbergen in Hütten, die sie aus Holz-, Blech- und Plastikresten selber zusammengebaut haben. Andere Obdachlose sind tiefer in die Wälder gegangen, hoch in die Budaer Berge im Westen der Stadt. Wie Tiere leben sie in Höhlen und Verschlägen. Es sind Hunderte, berichten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen übereinstimmend.

Obdachlosigkeit ist mit der politischen Wende 1989 erstmals ins öffentliche Bewusstsein gelangt. Als im Winter 1989/90 die staatliche Bahn nachts die U-Bahnhöfe zusperrte, um die vielen obdachlosen Menschen aus dem Inneren fernzuhalten, kam es in der Innenstadt zu tagelangen Protestaktionen der Obdachlosen. In dieser Zeit entstanden erste Hilfsorganisationen, die heute einem breiten Netz aus staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen angehören.

Aber viel mehr als Krisen zu managen könnten sie nicht leisten, beklagt Andus, eine Sozialarbeiterin der Organisation Menhely (= Asyl) „Was wir leisten, ist Rettung in allerhöchster Not. Wir halten die Leute am Leben. Mehr gibt das System nicht her.“ – Tatsächlich ist Ungarns Sozialsystem dringend reformbedürftig. Die Sozialleistungen sind niedrig, die Renten liegen in der Regel nicht über 200 Euro im Monat, das System ist inkohärent und nicht auf Reintegration ausgerichtet. Und auch die Situation auf dem Wohnungsmarkt bietet nur wenige Chancen, um sich aus einer prekären Situation zu befreien. 90 Prozent der Wohnungen sind im Privatbesitz. Billige Mietwohnungen gibt es praktisch nicht.

Der bärtige alte Mann am Eingang der Notübernachtung, für den es keine Behandlung seiner neurologischen Erkrankung gibt, ist einer der Verlierer der Politik seines Landes. Die jeweiligen Regierungen haben nicht versucht, die Anforderungen der Europäischen Union den Bedürfnissen der ungarischen Bevölkerung anzupassen. Der politische Kurs war ausgerichtet auf den wirtschaftlichen Anschluss an die EU - um jeden Preis. Harte Sparkurse hat man verteidigt mit der Aussicht auf den EU-Beitritt. - Für 2010 steht die Einführung des Euro auf dem Programm. Der Staatshaushalt ist hoch verschuldet. Die  Europäische Union schreibt ein maximales Haushaltsdefizit von drei Prozent vor. Da stehen Einschnitte in Ungarns Sozialsysteme erst noch bevor.
Jutta H.

Quelle: http://www.strassenfeger.org/strassenfeger/ausgabe_2008-07/0010.html

Jutta H.: Viele Wohnungslose kämpfen in Ungarns Hauptstadt täglich um das Überleben. VertreterInnen von mob e.V. zu Besuch in Budapest - ein Vorabbericht. Berlin 2008

Ende Februar fuhren wir auf Einladung der Stiftung „Menhely“ (= Asyl) für fünf Tage nach Budapest. Diese Stiftung ist eine große Obdachlosenhilfsorganisation in Budapest. Mit der Idee, in einen gegenseitigen Austausch zu treten, waren zehn Menhely-Mitarbeiter im Oktober vergangenen Jahres  zu Gast bei mob e. V. in Berlin. Mit unserer Fahrt nach Budapest machten wir uns nun zu einem Gegenbesuch auf. Dabei waren acht Leute, die in unterschiedlichen Bereichen des Vereins aktiv sind.

Unsere Reise war intensiv, schön, lehrreich, zum Teil erschütternd. Wir hatten Gelegenheit, einen Blick hinter die Fassaden von touristischen Attraktionen, Prachtbauten und Einkaufsstraßen zu werfen. Sozialarbeiter und Streetworker von Menhely haben uns an die Hand genommen und uns an die Ränder von Ungarns Hauptstadt geführt.

Sie zeigten uns eine Kirche, um die man einen hohen Zaun errichtet hat, weil man sich die vielen obdachlosen Menschen vom Leib halten will, die sich früher auf dem Grundstück aufhielten.

Sie nahmen uns mit zu einer staatlichen Notübernachtung im Osten der Stadt: eine alte Kaserne mit Gittern vor den Fenstern. Sechzehn Mann pro Raum haben hier Platz. Eisenbettgestelle, schwarze Matratzen, überall Abfall und Essensreste. Gewalt untereinander, Gewalt gegen die Sozialarbeiter. Ein junger Mann berichtet, dass er seit fünf Jahren zum Übernachten hierher kommt. Was wünscht er sich am meisten? „Eine Wohnung, eine Arbeit, das wäre mein größter Traum.“

Am stärksten aber sind den meisten von uns die Menschen im Wald in Erinnerung geblieben. Im Nordosten von Budapest lebt in einem Wald eine kleine Gemeinschaft am Rande der Gesellschaft. Aus Holzresten, Metall, Stoff, Plastik haben sich die Menschen zwischen den Bäumen ihre Hütten errichtet. Aus den meisten qualmt Rauch aus einem Ofenrohr, als wir die Siedlung besuchen. Die Bewohner – Männer und Frauen – empfangen uns freundlich. Trotz der Sprachbarriere kommen wir miteinander in Kontakt. Wir dürfen in das Innere zweier Hütten schauen. Streicheln die Hunde. Machen Fotos von Gesichtern, in die sich Leidensgeschichten eingegraben haben.

Wie viele obdachlose Menschen leben in Budapest? Mit welchen Angeboten, auch struktureller Art, wird ihnen geholfen? Warum gibt es in Ungarn, einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union, keine Sozialhilfe? Welches Profil hat die Budapester Straßenzeitung?

Dies und noch viel mehr im nächsten strassenfeger!
Jutta H.

Quelle: http://www.strassenfeger.org/strassenfeger/ausgabe_2008-06/0010.html  

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