Rettungsstation Binz, Architekt Ulrich Müther, Foto von Tempoworld http://www.flickr.com/photos/83318973@N00/Für alle, die auf Reisen sind, stellt sich unausweichlich die Frage der Unterkunft. Insbesondere dann, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind, kann das zu einem echten Problem werden. Ein großer Freundes- und Verwandtenkreis ist hierbei zwar sehr nützlich, aber die Leute sind oftmals nicht dort, wo man gerade sein will. Dann gibt es so Portale wie Couchsurfing, aber wer hat schon Lust, immer und ständig neue Leute kennen zu lernen. Ich persönlich habe auch schon mal im Schlafsack in der Wartehalle eines Bahnhofes übernachtet, oder im Gästezimmer eines besetzten Hauses. Oder in einem Auto. Oder in einem Hostel-Schlafsaal mit 12 anderen Menschen. Alles passable Lösungen – wenn es nur darum geht, ein paar Stunden den Matratzenhorchposten zu besetzen. Warum ich keine Hotels erwähne? Weil es mich nervt, wenn jeden Tag von fremden Menschen das Bett gemacht wird, weil die Kopfkissen meistens so scheiße sind und das Personal auch immer wieder die Gardinen zuzieht. Deshalb ist für mich bei längeren Aufenthalten ein Apartment die erste Wahl. Dort kann ich schlafen, so lange ich will, meine benutzten Kaffeetassen stehen lassen und meine Sachen im ganzen Raum verteilen, ohne dass jemand aufräumt, ohne gestört zu werden. Einen ganzen Tag rumhängen oder mal eben eine work-session in Unterwäsche durchziehen. Ein Apartment ist eine bequeme temporäre Unterkunft mit einem hohen Freiheitsgrad.

Wenn ich in der kalten Jahreszeit nach einem lauschigen Plätzchen für konzentriertes Arbeiten Ausschau halten müsste, käme das Ostseebad Binz auf Rügen sicher in die engere Wahl. Es gibt nichts beruhigenderes als das sanfte Rauschen des Meeres, einsame Strandspaziergänge, ein stilvolles Ambiente und, vor allem, eine sehenswürdige Ortschaft in einer erkundenswerten Umgebung. Stella Maris, Prora, Müther sind einige wenige eher willkürlich herausgegriffene Beispiele für lohnenswerte Ziele. Manche groß, berühmt, spektakulär, andere wiederum eher versteckt, unscheinbar, erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Das Ostseebad und die Gegend drumherum steckt voller Inspirationen und lädt ein zum Erkunden. Wählte ich also Binz für einen winterlichen Aufenthalt, ich hätte auch eine klare Vorstellung davon, wo ich ein Apartment in Binz suchen und finden würde. Denn bei all den Sinnen für das Gute, Schöne und Wahre beginnt doch alles in einem soliden Vergleich der Angebote, dem Sichten, Abschätzen und Prüfen von dem, was als Unterkunft in Frage kommt. Und ich weiß, dass einem ungestörten Arbeiten und Erholen kaum noch was im Wege steht.

Warszawa, 19.11.2011

Doc Schneider

 

Foto:  Rettungsturm/Strandhaus in Binz, Rügen, Deutschland. – Architect: Ulrich Müther. Taken on February 13, 2005. - Author: tempoworld - Source: http://www.flickr.com/photos/83318973@N00/101110606/

Dieser Beitrag entstand auf Anregung von Seed Promotions

 


Nachtrag:

Natürlich gibt es auch Menschen, die nach Berlin kommen und einen Aufenthalt im Appartment allen anderen Formen der Unterkunft vorziehen. Für diese Besuchergruppe gibt es inzwischen auch mit http://www.go-apartments.com ein Informationsportal. Auch ich stelle gelegentlich mal meine Wohnung anderen Menschen zur Verfügung, wenn ich längere Zeit weg bin - dann aber meistens in Form eines Wohnungstausches. Überhaupt sollte die Debatte über die Appartments in Berlin nicht so ideologisch geführt werden. In Zeiten der Globalisierung entstehen auch flexible Lebens- und Arbeitsverhältnisse und so manch einer hat eine Wohnung dauerhaft gemietet, nutzt sie aber nur für einen Teil des Jahres.

 

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