Telefonapparat Modell Dallas - Quelle: WikiCommonsAus heutiger Sicht hätten wir auch darauf kommen können. Auf die Geschichte mit den Mobilfunktelefonen. Meine Generation ist groß geworden mit diesen klobigen Apparaten aus Plastik mit den runden Wählscheiben und anrufen hieß damals eben noch: kurbeln kurbeln kurbeln. Vor allem, wenn am anderen Ende der Leitung besetzt war. Und es schien unvorstellbar, daß telefonieren anders funktionieren könnte als mit einer Leitungsverbindung aus Kupferdraht. Heute sind die mobilen Telefone kaum größer als früher eine Zigarettendose, der Akku muss - bei einfachen Geräten - nur gelegentlich mal aufgeladen werden und eine Telefonverbindung gibt es auch mitten im Wald oder an der Pommesbude um die Ecke. Nur das mit den Tarifen ist ein wenig unübersichtlich geworden, aber dabei helfen dann Portale wie eteleon.

In meiner ersten WG wähnten wir uns ganz fortschrittlich und bestellten bei der Deutschen Post – die war nämlich damals dafür zuständig – ein Telefongerät Modell Dallas. Das hatte immerhin eine 6 Meter lange Kabelleitung. Und dem Monteur sagten wir, dass die Telefondose etwa in der Mitte des Flures positioniert werden solle. Und der war ganze 14 Meter lang. Je nach dem, wer gerade einen dringenden Anruf erwartete, wurde das Telefon in die eine oder in die andere Richtung des Flures gezogen. Meistens jedoch thronte es auf einem Stühlchen vor dem Wohnzimmereingang. Das Kabel reichte auch in die Küche und auf die Terrasse, nicht aber jedoch in mein Zimmer oder das von Bettina. Es dauerte ein paar Jahre, bis wir dahinter kamen, dass wir das Kabel auch verlängern konnten.

Wenn wir dann tagsüber oder abends unterwegs waren, waren wir eben nicht erreichbar. Ich kann mich noch an die Zettel erinnern, die ich gelegentlich vor meiner Tür fand. Nachrichten, dass jemand angerufen hätte. Die Anrufbeantworterfunktion bei der Post kostete extra und das wollten wir uns nicht leisten. Wir hatten ja Papier und Bleistift. Oder der Anrufer musste es eben später nochmal versuchen. So war das.

Berlin, 11.05.2016

Stefan Schneider

Abbildung: Komfort-Tastentelefon K Fe Ap 381 in weinrot der Deutschen Bundespost, Fabrikat Siemens, Baujahr Oktober 1987. Marketingname "Dallas LX"
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1-1111-20051110-K_Fe_Ap_381-DallasLX.jpg
Autor: 1-1111

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