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Bahnsteigkarte des Münchner Verkehrsverbundes aus dem Jahr 2011, Quelle: WikiCommons, Details siehe Artikel unten[Alt] Mein altes Handy hatte irgendwelche Macken und auch der Akku gab langsam seinen Geist auf. Ich überlegte schon, ganz auf ein mobiles Telefon zu verzichten, aber das ging wegen meiner Mutter nicht. Ich plante eine mehrwöchige Segelreise und meine Mutter wollte, dass ich für sie erreichbar sei. Sie war seit einiger Zeit Witwe, nicht mehr bei bester Gesundheit und machte sich Sorgen. Es würde ihr besser gehen, wenn sie wüsste, dass sie mich jederzeit würde anrufen können. Also ging ich in einen Laden und schilderte einem Verkäufer das Problem. Ich wäre über Tage hinweg ohne Stromanschluss in der Natur und müsste telefonisch erreichbar sein. Der Händler wusste sofort Bescheid und zeigte auf ein Modell: Dann nehmen Sie das hier. Das hat wenig Funktionen, ist sparsam, schaltet schnell in den Stand-By-Modus und Sie können 10 Tage oder länger unterwegs sein, ohne dass das Akku schlapp macht, vorausgesetzt, Sie telefonieren wenig. Ich bedankte mich artig. Später im Internet suchte ich mir das günstigste Angebot für 19,99 € heraus und bestellte. Das Handy erfüllte alle meine Erwartungen. Jeden Donnerstag zwischen 20 und 21 Uhr durfte meine Mutter anrufen, und auch mal zwischendurch, wenn es etwas wichtiges gab. Auf der Landkarte verfolgte sie meine Route, konnte ich ungefähr vorstellen, wo ich war und fühlte sich einigermaßen sicher. Allerdings kann das Handy tatsächlich nur einige wenige Sachen: Telefonieren, SMS, Uhrzeit anzeigen und so weiter.

[Neu] Für einen Preis von fast 600 € wird einem das HTC One mini angeboten, dass ein wahres Wunderding sein soll, insbesondere werden die Multimedia – Eigenschaften gelobt. Natürlich gibt es dazu auch eine ebenso praktische wie nützliche Hülle. Ich weiß nicht, ob ich das HTC One mini haben muss, aber dann stelle ich mir das so vor: Ich kann wunderbar damit überall im Internet surfen und das Ding zeigt mir den kürzesten Weg von A nach B, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Sobald ich etwas bemerkenswertes sehe, mache ich ein Foto und kann das sofort auf Pinterest hochladen und vertwittern. Ein kleiner Vibrationsalarm macht mich darauf aufmerksam, wenn neue emails eingehen, eine App zeigt mir, wo ich die nächste Currywurstbude finde und wenn mir die Wurst nicht schmeckt, kann ich sofort meine negative Kritik auf qype veröffentlichen. Mit einer App mache ich meine nächste Busreise nach Hamburg klar und die Weiterfahrt nach Otterndorf. Im Hintergrund wird das neue Album von Dillinger Escape Plan herunter geladen, und abends bestelle ich ein Ticket für das Konzert von Blue October im Herbst. Zwischendurch telefoniere ich mit meiner Mutter und lasse weitere Fotoabzüge von alten Familienfotos machen. Ich werde auf eine Doku über Fracking in Deutschland aufmerksam und gucke mal kurz bei Youtube rein. Dann noch ein kurzer Stream von den neuesten Protestaktionen am Taksimplatz und – endlich am Boot angekommen – stöpsel ich das Smartphone an das Radio an und der fette Sound von Sublime dröhnt aus den Boxen und ich habe immer eine Auswahl von mindestens 200 Musikalben am Mann. Das Akku kann ich mit einem kleinen faltbaren Solarmodul tagsüber in 3 Stunden aufladen und ein geladenes Akku hält mindestens 5 Tage.

[Versprochen] Keine Ahnung, ob das nur in meiner Phantasie so ist oder auch in Wirklichkeit. Denn ich habe mich bis jetzt noch nicht zu so einem Ding durchringen können und schenken wollte mir das auch noch keiner. Auf jeden Fall macht es Sinn, eine HTc One mini Hülle dabei zu haben. Das Handy liegt dann besser in der Hand, ist vor Stößen, Kratzern und anderen äußeren Einflüssen geschützt, verstaubt nicht, und aufgrund der Aussparungen für Kamera und Anschlüsse ist der Bedienkomfort des HTC One mini nicht eingeschränkt! Der Haken daran sind sicher die horrenden Internetgebühren, damit das Ding überhaupt läuft . Nach der Revolution wird es nur noch kostenfreie, offene, unverschlüsselte Internetverbindungen geben, das ist mal klar. Aber wann ist schon Revolution?

Berlin, 18.07.2013

Stefan Schneider

[Abbildung] Bahnsteigkarte des Münchener Verkehrsverbunds - Date 13 February 2011 - Foto: Gehirn; Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Plattform_ticket_MVV_Munich_Germany.jpg