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[Styling] Seit einiger Zeit wohne ich wieder in Mariendorf. Ich habe Quartier in der Wohnung meiner Mutter bezogen – weil sie jetzt meine Unterstützung braucht. Mit den Haushalten älterer Menschen ist das so eine Sache. Der Einrichtungsstil entspricht dem Geschmack meiner Eltern – und nicht dem meinen. Und ein großer Teil der Dinge wurde vor mehreren Jahren angeschafft, und so sehen sie auch aus. Die Dinge atmen gefühlt den Zeitgeist der 70er oder 80er Jahre, aber wahrscheinlich sind sie jünger. Es wurde eben das gekauft, was es damals in den Läden gab. Und wenn es mal einen Haushalt aufzulösen galt, dann wurde eben genommen, was als nützlich angesehen wurde. Ein Bewusstsein dafür, wie ein Haushalt gestylt werden könnte, gab es damals zwar schon, aber nicht bei meinen Eltern.

[Stromsparen] Und auch mit dem ökologischen Bewusstsein ist das so eine Sache. Die einzige LED-Lampe, die es in diesem Mariendorfer Haushalt gibt, ist die, die ich vor einem Monat angeschafft habe. Zwar sind verschiedentlich hier und da einmal Glühbirnen ausgefallen, doch meisten an Leuchtern mit mehreren Glühbirnen und es gab immer noch die eine oder andere Ersatzbirne. Deshalb hatte ich mit meinem Hinweis auf stromsparende LED-Lampen immer schlechte Karten: Das lohnt doch nicht!, musste ich mir anhören. Oder: Das ist doch viel zu teuer!, oder: Ich werde doch nicht wegen einer kaputten Glühbirne alle auswechseln! Denn wenn, dann muss das einheitlich aussehen! Jetzt ist in der Küche eine Beleuchtung von einem Oberschrank ausgefallen. Ich erkundigte mich beim Elektrogeschäft und sah, dass diese Röhre in die Energieeffizienzklasse G eingeordnet ist. An dieser Stelle werde ich höchstpersönlich intervenieren und höchstpersönlich eine LED-Lichtleiste anschaffen und anmontieren.

[Gasanschluss] Mit meinem eigenen Haushalt werde ich in Kürze auch umziehen, und zwar in eine Genossenschaftswohnung. Dort gibt es nicht nur sehr ökologischen Strom aus einer Blockheizkraftwerksanlage, sondern in der Küche ist auch ein Gasanschluss vorhanden. Wenn ich diesen Anschluss anmelde, habe ich die Möglichkeit, Erdgas von wemio zu beziehen. Dieser Anbieter verspricht, für jeden Gaskunden eine Waldaktie zu erwerben. Mit dem Geld werden im Landesforst Mecklenburg-Vorpommern neue Wälder angelegt, also genau dort, wo ich häufig hinfahre, wenn ich mal raus aus der Stadt will. Also das ist dann doppelt ökologisch.

Berlin, 25.02.2013

Stefan Schneider

[Abbildung] Große Wünnow bei Röbel, Region Müritz, Quelle: WikiCommons
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:R%C3%B6bel_Gro%C3%9Fe_W%C3%BCnnow_2.jpg?uselang=de