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Arbeiter an einem Hochhofen - Quelle: WikiCommons[Dauerbrenner] Wenn ich so zurück denke, habe ich fast die Hälfte meines Lebens in Wohnungen mit Ofenheizung verbracht. Die ersten neun Lebensjahre wohnte ich zusammen mit meinen Eltern – und dann später auch noch mit meinem jüngeren Bruder – in einer heute unvorstellbar kleinen 54qm umfassenden Zwei-Zimmer-Wohnung am Mariendorfer Damm. Ich kann mich durchaus noch daran erinnern, dass das Heizen etwas zu tun hatte mit dem Zusammenknüllen von Zeitungspapier. Und es gab eine wunderbar lodernde Flamme beim Anzünden bei offener Klappe – und hinreichender Luftzufuhr. Irgendwie haben das meine Eltern optimal organisiert, denn ich erinnere mich an vieles aus meiner Kindheit, aber nicht daran, jemals in der Wohnung gefroren zu haben. Natürlich war es ein großer Fortschritt, so berichten es jedenfalls meine Eltern, als wir dann 1974 in eine größere Wohnung mit Zentralheizung umziehen konnten. 10 Jahre später war wieder alles ganz anders. Ich wollte endlich von zu Hause weg und als armer Studienanfänger kam aus naheliegenden Gründen nur eine Ofenheizungswohnung in Betracht. Diese hatte immerhin 188qm und war für eine Wohngemeinschaft bestens geeignet. Insgesamt waren in dieser Wohnung 7 Öfen zu befeuern, und wir lagerten so ziemlich jeden Sommer vier oder fünf Tonnen Briketts und ein bis zwei Tonnen Eierkohlen ein. Aber das ist eine andere Geschichte. Leider gab es in dieser hervorragenden, etwas lauten Altbauwohnung mit ihren mehr als 4 Meter hohen Decken keinen von diesen vorzüglichen Kachelöfen mehr – diese waren der Modernisierung zum Opfer gefallen – sondern nur noch diese lieblos braunen Allesbrenner. 

[Alpenglühen] Eigene Kachelöfen hatte ich dann 1999 wieder nach meinen Umzug nach Prenzlauer Berg in der Schwedter Straße. Das lief aber auch nicht lange, denn das Haus wurde 2003 saniert und modernisiert und meine neue Wohnung hat – welche Überraschung – natürlich eine Zentralheizung. Keine Frage dass so ein Heizsystem bequemer ist. Das Tragen der Kohlen aus dem Keller fällt weg, es gibt auch deutlich weniger Staub und das lästige Herunterbringen der Asche ist auch nicht mehr notwendig. Aber wenn ich wählen sollte, ich würde mich trotzdem für eine Ofenheizung entscheiden, am liebsten mit einem Kachelofen von www.ofen.edingershops.de. Meine schweizer Freundin im Aargau hat so was in der Art. Nach der Scheidung von ihrem Mann hat sie sich nicht nur einen Job, sondern auch eine neue Wohnung suchen müssen und bewohnt nun eine wunderschöne Dachgeschosswohnung in einem kleineren Ort. Die Aussicht auf die Berge ist sensationell, aber auch der hohe hallenartige Deckenraum zwischen Wohn-, Esszimmer und Küchenbereich, in dessen Mitte ein Cheminée steht, wie die Schweizer sagen. Dieser stand lange Zeit unbenutzt, weil A. so sehr von ihrer neu gewonnenen Freiheit berauscht war, dass sie ihn kaum wahrgenommen hat. Erst neulich – als ich sie nach langer Zeit einmal wieder im späten Herbst besuchte und es draußen schon einigermaßen kalt war -, haben wir ihn in Betrieb genommen. Der Abend am offenen Feuer des Kamins war an Gemütlichkeit kaum zu überbieten. Schöne Musik, ein paar Kerzen, Trinkschokolade, eine kuschelige Couch und dazu ein gemütliches Feuerchen – ein perfekter Abend in der Schweiz.

Berlin, 19.12.2012

Stefan Schneider

[Abbildung] Arbeiter  an einem Hochofen. Quelle: WikiCommons
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:VysokePece1.jpg