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Helix Pteron - Flugspirale von Leonardo da Vinci, Skizze um 1487-90 - Quelle: WikiCommons[Asyl] Fliegen zu können ist ein uralter Menschheitstraum. Der römische Dichter Ovid erzählt uns in seiner Metamorphosen genannten Mythensammlung die Geschichte von Ikarus und seinem Vater Daedalus. Beide waren auf Kreta von König Minos gefangen, weil der sauer war, dass Daedalus der Ariadne den Tipp mit dem Faden gegeben hatte. An eine Flucht auf konventionellem Weg war nicht zu denken, weil Minos alle Häfen und Seewege kontrollierte. Also überlegte sich Deadalus das mit den Flügeln, deren Federn er mit Wachs zusammenfügte. So konnten beide fliegend die Insel verlassen und der Fluchtversuch schien zunächst erfolgreich zu verlaufen. Zu dumm nur, das Ikarus in einem Anfall von Größenwahn immer höher flog und der Sonne so nah kam, dass die Flügel schmolzen und er abstürzte. Der Vater musste seinen Sohn begraben, aber immerhin konnte sich Daedalus bis Sizilien durchschlagen und fand dort Asyl.  

[Prototyp] Einer wissenschaftlichen Beurteilung hält diese Geschichte natürlich nicht stand. Zum einen ist es mit zunehmender Flughöhe nicht etwa wärmer, sondern kälter. Und auch würde wahrscheinlich niemand, der Flügel baute, dafür Wachs verwenden sondern würde vielmehr versuchen, die Federn mit festem Faden an einem Holzgerüst oder ähnlichem zu befestigen. Wahrscheinlich hat diese Geschichte die weiteren Forschungen und Experimente über Jahrhunderte hinweg eher behindert als befördert, weil die meisten resignierten und sich sagten, es kann sowieso nicht funktionieren. Nur wenige haben sich von dem Absturzbericht nicht beindrucken lassen und statt dessen eigene Überlegungen angestellt. Es war Leonardo da Vinci, der im Zeitraum zwischen 1487 und 1490 ein Fluggerät skizzierte, das als Prototyp des heutigen Hubschraubers gelten muss. Der Helix Pteron ist ein Art Flugspirale und es ist bis heute unter Experten umstritten, ob dieses Gerät wirklich hätte fliegen können. Gebaut jedenfalls wurde es nie.  

[Pilotenschein] Die Anfänge der heute bekannten Hubschrauber gehen auf den Pionier Paul Cornu zurück, der am 13. November 1913 den vermutlich ersten bemannten Vertikalflug unternahm. Mit seinem Fliegenden Fahrrad erreichte er ganze 20 Sekunden lang eine Flughöhe von 30 Zentimetern (!). Seit dem hat sich vieles getan und trotz einer langen Kette von zum Teil schweren Flugunfällen gelten Hubschrauber heute als sicher. Hubschrauber können insbesondere bei schwierigen Geländeverhältnissen, etwa im Gebirge, in der Großstadt oder in Sumpfgebieten ihre ganzen Vorteile ausspielen. Dazu gehört die Fähigkeit, senkrecht aufsteigen zu können. Deshalb werden Hubschrauber gerne dann eingesetzt, wenn es darum geht, Menschen zu retten oder besondere Transporte vorzunehmen. Wer möchte, kann seinen eigenen Traum vom Fliegen wahr machen und sich für einen Festpreis zum Hubschrauber-Piloten/-Pilotin ausbilden lassen. Mal sehen, womöglich werde ich auf meine alten Tagen noch Hubschrauberpilot.

Berlin, 23.08.2012

Stefan Schneider

[Abbildung] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leonardo_da_Vinci_helicopter.jpg