Kuchenschlacht - Stummfilmszene um 1916 - Quelle: WikiCommons[Rekonstruktion] Meine Zähne sind braun, da beißt die Maus keinen Faden ab. Auch die Ursachen sind kein Geheimnis. Die Aufforderungen an mich, doch regelmäßig die Zähne zu putzen waren eher halbherzig, und lange Zeit hielt ich Zähneputzen auch für uncool. Hinzu kamen 175.000 gerauchte Zigaretten – täglich 20 Stück über einen Zeitraum von gut fünfundzwanzig Jahren. Wenn schon die Fingerspitzen vom Rauchen ständig braun waren, dann auch die Zähne. Etwa ab dem Jahr 2000 begann ich mein Leben aufzuräumen, die Zähne waren ab dem Jahr 2003 an der Reihe und ich erinnere ich noch, dass ich über ein Jahr lang mehr oder weniger regelmäßig bei meiner Zahnärztin war. Stück für Stück haben wir alle Baustellen abgearbeitet und es hat auch nicht wenig gekostet. Zum Glück ist meine Zahnärztin Dr. Marchlewitz in der Kastanienallee eine hervorragende, akribische und akkurat arbeitende Handwerkerin – wenn sie etwas repariert, hält es auch. Dann haben wir auch noch die Lücke im Unterkiefer geschlossen. Dazu war ich fast ein Jahr lang beim Kieferorthopäden Dr. Subklew, einem Experte mit sehr viel Erfahrung. Als Ergebnis dieser Behandlung ist die Lücke jetzt vollständig geschlossen und hinter den Zähnen ist ein kleiner Draht verklebt, der alles zusammen hält. Jetzt habe ich ein sehr schönes, wenn auch leicht bräunliches Gebiss, auf das ich zu Recht stolz sein kann.  

[Report] Zahnbürsten im Vergleich - Foto: Stefan SchneiderNeulich bei einer Intensivzahnpflege, zu der ich eingeladen war, wurde ich dann aufmerksam auf eine neue Generation von elektrischen Zahnbürsten. Die Philips Sonicare DiamondClean Wiederaufladbare Schallzahnbürste, so wurde mir gesagt, sei eine, die mit Schall ganz besondere Reinigungsergebnisse erzielen könnte. Also bestellte ich mir diese und nach einigem Hin- und Her wurde mir eine Lieferung auch zugesagt. Für die Größe einer Zahnbürste kam ein doch erstaunlich großes Päckchen an. Die eigentliche Putzeinheit ist ein weißer Stab, auf den ein Bürstenaufsatz aufgesetzt wird. Durch Knopfdruck sind 5 Einstellungen möglich: Clean, White, Polish, Gum care und Sensitive. Ich war erstmal überrascht, wie klein der Bürstenkopf ist – deutlich kleiner als bei üblichen Zahnbürsten. Als ich Zahnpasta auftrug und die Zahnbürste einschaltete, flog die Pasta aufgrund der Vibrationen erstmal in das Spülbecken. Beim dritten Versuch kapierte ich, die Zahnbürste erst dann anzuschalten, nachdem ich den Bürstenkopf schon an den Zähnen angesetzt habe. Das Vibrieren ist erstmal gewöhnungsbedürftig. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass eine ganz andere Reinigungsintensität erreicht wird. Ein etwas irritierendes Gefühl entsteht, wenn das vibrierende Plastik Zähne oder Knochen berührt. Die Maschine vibriert so ungefähr 2 Minuten, was für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig war. Aber das ist nicht schlimm. Es gibt 3 sehr kurze Unterbrechungen. In der Gebrauchsanleitung steht, dass das daran erinnern soll, die Seite zu wechseln: Oben links, oben rechts, unten links, unten rechts. Dann gibt es noch eine Ladestation, und dazu ein passendes Glas. Die Aufladung erfolgt drahtlos. Der Stromverbrauch wird mit 2,0 Watt angegeben und der Akkutyp ist ein Lithiumpolymerakku – offenbar etwas ganz leistungsfähiges. Ob allein schon durch den Standby-Betrieb ein Stromverbrauch entsteht, habe ich nicht herausfinden können. Und weil versprochen wird, das der Akku 3 Wochen halten soll, wäre es auch gar nicht notwendig, die Ladestation auf kürzere Reisen mitzunehmen. Für Reisen ist wohl das Etui vorgesehen und ich entdeckte den Anschluss für ein USB-Ladekabel. Also könnte ich auch den Zahnbürstenakku unterwegs von meinem Laptop aus aufladen. Für kurze Städtereisen ist das unnötig, wenn der Akku wirklich drei Wochen lang hält. Aber für die neue nomadische digitale Boheme sicherlich eine interessante Option.  

[Review] Die Zahlbürste kostet im Moment mehr als 150€, für Geringverdiener, Grundsicherungs- und Sozialhilfebezieher eine deutliche Hürde. Ob die versprochene Ladedauer von 3 Wochen auch tatsächlich durchgehalten wird, konnte ich noch nicht feststellen. Die Zahnbürstenköpfe sollen bis zu 3 Monaten halten. Der Nachkauf von 4 Köpfen kostet gegenwärtig auch so um 25 €, so dass hier weitere Kosten entstehen, die möglicherweise höher sind als bei der Verwendung konventioneller Zahnbürsten. Im Etui ist leider kein Platz für eine Zahnpastatube vorgesehen und es ist - wie auch die Zahnbürste überhaupt - ziemlich groß. Das Etui mit dem hellen Grau und dem zarten Hellgrün trifft meinen persönlichen Farbgeschmack leider gar nicht. Auch ist nicht unbedingt einsichtig, warum der aufsetzbare Bürstenkopf so lang sein muss und es nicht einfach ausreicht, den eigentlichen Kopf nach Verschleiß auszuwechseln. Für mich überzeugend aber ist die Bürstleistung – die den Eindruck hinterlässt, dass hier eine deutlich gründlichere Zahnreinigung möglich ist als mit konventionellen mechanischen Zahnbürsten.  

[Resultat] Ich bin ein hochmobiler Vielreisender mit Handgepäck und bevorzuge kleine, kompakte Lösungen. Deshalb brauche ich eine deutlich kleinere und leichtere elektrische Reisezahnbürste mit auswechselbarem Bürstenkopf in einem Etui in poppig bunten Farben, in dem auch die Zahnpasta verstaut werden kann zu einem Preis von maximal 60 €. Die Philips Sonicare DiamondClean ist aus meiner Sicht ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht das, was ich wirklich brauche.  

Berlin, 01.07.2012

Stefan Schneider  

PS: Die Rezension des zweiten Geräts erfolgt voraussichtlich im August 2012.

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