Testbeitrag:

 

Es war nicht mehr zum Aushalten. Unendliche 16 Stunden war ich nun bereits arbeitslos, draussen war es schon wieder am dämmern an diesem Dezembermittwoch, und alle um mich rum hatten es besser als ich. Der S-Bahnfahrer durfte S-Bahnfahren, der Obstverkäufer Obstkisten stapeln, der Paket-Service Pakete zustellen, die Blumenverkäuferin Blumen binden. Alle hatten etwas zu arbeiten, ja, sie dachten bereits an den Feierabend: Und ich? Der Tag neigte sich dem Ende zu und ich hatte noch nicht einmal angefangen. Ich war völlig am Boden, am Ende, total verzweifelt, richtig down. Ich war unterwegs zu Frank Zanders Weihnachtsfeier für Obdachlose. Sicherheitshalber. Es könnte ja weiter gehen mit meinem sozialen Abrutschen. Es lag natürlich nur an mir. Hätte ich nur fleissiger und konsequenter nach einem Job gesucht, hätte auch auch einen. Ich maschierte die Sonnenallee entlang und war kurz davor, willkürlich irgendwelche Leute anzusprechen. Hallo, hast Du einen Job für mich? Guten Tag, ich nehme jede Arbeit an. Haben Sie eine für mich?

Nachher bei Frank Zander, beim Gänsebraten, beim Schunkeln mit den Obdachlosen und beim Mitsingen von „Kurt“, ging es mir echt gut. Wo ich auftauch taucht man unter, wo ich reinkomm geht man raus. Wo ich Platz nehm wird ‘n Platz frei, was ich anpack pack ich aus. Genial. Auf dem Weg nach Hause wurde mir klar, dass das so nicht weiter geht.

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