Methodische Vorstellungen

  1. [Paradigma] "Alles verändert sich, wenn Du es veränderst" (Möbius, Reiser 1971)
  1. [Abgrenzung] Es sind die "Methoden der Problemlösung, die im Rahmen einer Ausbildung erworben werden und die das berufliche Handeln systematisch vom 'Laienhandeln' unterscheiden." (Galuske 2011)
  1. [Reflexion] "Methodisches Handeln integriert wissenschaftliche und praktische Prinzipien" (von Spiegel 2008)
  1. [Sytematik] C.W. Müller / Kreft wollen die Methodendiskussion ordnen und schlagen eine Differenzierung in Konzepte, Methoden, Verfahren und Techniken vor. Methoden sind nur noch Einzelfallhilfe, Gruppenpadagogik und Gemeinwesenarbeit in der jeweils dominierenden Erscheinungsform. Diese Systematisierung ist ebenso klar wie problematisch (Kreft, Müller 2010)
  1. [Aussenperspektive] Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit ist ausgesprochen komplex und vielschichtig und besteht aus einer ganzen Reihe von Aspekten und Antinomien. Nachfolgend ein Versuch, einige wichtige Punkte hervorzuheben.
  2. [Binnenperspektive] Methodische Handlungskompetenz. Stichworte: Einsatz der eigenen "Person als Werkzeug", Doppeltes Mandat, subjektive Wirklichkeitskonstruktion, strukturelles Technologiedefizit, Koproduktion und dialogische Verständigung; strukturelle Offenheit, Kompetenzen für methodischen Handeln: Wissen, Können, Haltungen; Grundsätze methodischen Handelns: Anpassung an die Menschen, Wertschätzung, Multisperspektivische Scihtweise, Selbstbestimmung, Chancengleichheit, Vertrauensbasis, Prozessorientierung, Handlungsplan usw., Ethik ....
  1. [Wissenschaftlichkeit] Stichworte: transparentes Vorverständnis, Stand der Forschung, Hypothesenbildung, Methodenwahl und -begründung, Durchführung nachvollziebar, Ergebnissicherung, Daten offen legen, Auswertung ..

Literatur

  • Galuske, Michael (2011): Methoden der Sozialen Arbeit. In: Otto, Hans-Uwe, and Hans Thiersch, Handbuch Soziale Arbeit: Grundlagen Der Sozialarbeit Und Sozialpädagogik, 4., völlig neu bearbeitete Auflage. München, 2011), S.931 ff

  • Galuske, Michael (2011a): Methoden Der Sozialen Arbeit: Eine Einführung, 9., ergänzte Auflage.

  • Kreft, Dieter/ Müller, C. Wolfgang (2010): Methodenlehre in der sozialen Arbeit: Konzepte, Methoden, Verfahren, Techniken. München, Basel.

  • von Spiegel, Hiltrud (2008) : Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. Basel, München


Vorstellungen (Konzept) zur Lehre

  1. [Positionierung] Gute Lernergebnisse lassen sich mit dem Problembasierten Lernen (PBL), [auch Problemorientiertes Lernen (POL)] (→ John Dewey)) erzielen, dieser Ansatz passt inhaltlich sehr gut zur Sozialarbeitswissenschaft. Problembasiert/-orientiert meint NICHT praxisfixiert.

  2. [Niveau] Lernen / Lehren gelingt erfolgreich in der "Zone der nächsten Entwicklung" (→ Vygotski), d.h. Im dem Feld zwischen dem, was die Studierenden bereits können und dem, was in der Zusammenarbeit mit der Gruppe und den Lehrenden erreicht werden kann.

  3. [Kommunikation] Lernen / Lehren ist vermittelt – wie jede Kommunikation (→ Watzlawik ua) - durch eine "gemeinsame dritte Sache" (Bert Brecht cit. nach C.W. Müller 1998), diese ist herzustellen.

  4. [methodische Vielfalt] Im Prozess des Lehrens/ Lernens wird gesamte Spektrum der Lehr/Lernformen in den verschiedenen Sozialformen und Aktionsformen (Darstellendes Lernen, Zusammenwirkendes Lernen, Aufgaben stellendes Lernen) ausgeschöpft (siehe Grafik) (→ Böss-Ostendorf, Senf 2010)

    Aktionsformen
    Aktionsformen filled

  5. [Mediale Offenheit] Internet und "Social Media" werden, soweit es sinnvoll ist, in Lehre / Lernen integriert entlang der kulturellen Werte partizipativ, offen, transparent, teilbar und aktiv (→ Härtel/ Scholz 2012), das Internet ist mehr als Google und Facebook.
    socialmedia
  6. [Transfer] Eine Verwaltungsprofessur ist eine Vertretungsprofessur. Der Nachfolgerin wird alles Arbeitsmaterial zur Lehre zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt.

Literatur

  • Dewey, John (1986) Erziehung durch und für Erfahrung. Stuttgart

  • Böss-Ostendorf, Andreas (2010): Einführung in die Hochschul-Lehre: ein Didaktik-Coach. Opladen

  • Brezowar, Gabriela; Mair, Michael; Olsowski, Gunter; Zumbach, Jörg (2012): Problem-Based Learning im Dialog. Anwendungsbeispiele und Forschungsergebnisse aus dem deutschsprachigen Raum. Wien.

  • Härtel, Alexandra/ Scholz, Sophie (2012): Social Media & Bürgergesellschaft – Die drängendsten Fragen zivilgesellschaftlicher Institutionen. Ergebnisse der CCCD-Werkstattgespräche. In: http://www.cccdeutschland.org/de/blog/buergergesellschaft/social-media-buergergesellschaft-die-draengendsten-fragen-zivilgesellschaft

  • Müller, CW (1998): Ein Stück des Wegs zur gemeinsamen dritten Sache. In: Widersprüche Juni 1998 http://www.widersprueche-zeitschrift.de/article798.html

  • Vygotskij, L. S. (1934/2002): Denken und Sprechen. Herausgegeben und aus dem Russischen übersetzt von Joachim Lompscher und Georg Rückriem. Weinheim und Basel.

  • Watzlawick, Paul, Beavin, j., Jackson, D. (1969), Menschliche Kommunikation. Bern Stuttgart Wien


Entwurf für (m)eine Lehrphilosophie / Letter of Intent //

Status: Entwurf - 1. Überarbeitung einer Vorlage //

[inspiriert durch Prof. Dr. Torsten Kirstges; vgl. http://www.jade-hs.de/?id=6837; danke ;-)]

Ich möchte

  1. .... meine Studierenden auf einen beruflichen Einsatz in der Sozialen Arbeit (Schwerpunkt: Methoden, Handlungskonzepte, Soziale Arbeit mit benachteiligten Gruppen, Gemeinwesenarbeit) vorbereiten. Sie lernen dazu ihre Methodenkompetenz, Fachkompetenz und Sozialkompetenz weiter zu entwickeln, zu festigen und zu reflektieren. Dazu gehört wiederum insbesondere, spezifische Probleme der in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und Problemlösungen aufzuzeigen, Lösungswege zu trainieren sowie (aktuelles) Fachwissen über die Profession zu vermitteln. Schlüsselkompetenzen werden ebenso vermittelt und trainiert wie konkrete Handlungskompetenz, die die unmittelbare Übernahme einer verantwortungsvollen operativen Tätigkeit bei einem konkreten Handlungsfeld der Sozialen Arbeit ermöglicht.

  1. .... die kritische Sichtweise der Studierenden schulen. Die Studierenden sollen erlernen, grundsätzlich alle Aussagen, Verhaltensweisen, Handlungen, Theorien, Konzepte und (vermeintliche) Fakten kritisch zu hinterfragen. Zweifel als Prinzip und bewusstes Infragestellen von sog. Selbstverständlichkeiten und Sachzwängen prägen die von mir gelehrte Art wissenschaftlichen Arbeitens.

  1. ....bei den Studierenden selbständiges, auch teamorientiertes Arbeiten sowie die Fähigkeit zu überzeugenden Präsentationen trainieren. [ergänzen]

  1. .... ein vertrauensvolles, gutes zwischenmenschliches Verhältnis zu meinen Studierenden aufbauen und pflegen.

Um diese Ziele zu erreichen, setze ich u.a. auf folgende Lehr- und Lernmethoden- Ich

  1. ... will die Lern/ Lehrinhalte problemorientiert strukturieren und bearbeiten
  2. ... habe den Anspruch, das in der Lehre das gesamte Spektrum sinnvoller Lehr/Lernformen in den verschiedenen Sozialformen und Aktionsformen (Darstellendes Lernen, Zusammenwirkendes Lernen, Aufgaben stellendes Lernen) auszuschöpfen (Methodenvielfalt)
  3. ... fördere Diskussion und Praxisbezug zur Vertiefung des Lehrstoffes anhand praktischer Problemstellungen. Diese sind i.d.R. In kleinen und größeren Teams zu bearbeiten; die Ergebnisse sind durch das Team vor der Gruppe zu präsentieren. Alle anderen Studierende sowie ich geben Lob, Anregungen und Kritik.
  4. ... gebe Anleitung zum Selbst-/Literaturstudium (inkl. Fachzeitschriften) sowie zur selbständigen Aneignung und Nutzung von Software-Tools in Verbindung mit Hinweisen zum wissenschaftlichen Arbeiten
  5. .... integriere Rollenspiele, Szenen und Situationen auf Basis von praxisrelevanten Problemstellungen und/oder zum Training von Persönlichkeit und Teamfähigkeit. Die nicht beteiligten Studierenden und ich geben anschließend Lob, Anregungen und Kritik.
  6. ... beziehe, soweit es sinnvoll erscheint, Internet und Social Media in den Prozess von Lernen / Lehren mit ein und unterstütze grundsätzlich entsprechende Initiativen von Studierenden
  7. ... publiziere aller frühere Aufgaben zur selbständigen Prüfungsvorbereitung. Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, Problemstellungen, auf die sie später in der beruflichen Praxis treffen können, vorab zu durchdenken. Studierende, die alle diese Aufgaben durcharbeiten und beherrschen, lernen dadurch, Probleme gedanklich vorwegzunehmen. Eine Geheimhaltung aus der Angst heraus, die Studierenden könnten eine Aufgabe schon kennen, entspricht nicht meinen Zielen und meinem Lehrstil.
  8. ... unterstütze Exkursionen an Orte der Praxis Sozialer Arbeit und möchte Studierende – sofern ich für die Praktikumsbetreuung zuständig bin – wenigstens einmal, ggf. gemeinsam mit weiteren Studierenden - an den Einsatzstellen ihres Praktikums besuchen und nach Möglichkeit dort mit ihnen, ihren Kolleg_innen und ihren Klient_innen ins Gespräch kommen
  9. ... nehme mir vor, alle Studierende mit Namen anzusprechen. Ich möchte ein offenes Ohr für ihre Probleme in Studien- ebenso wie in Lebensfragen haben, versuche Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, erwarte aber ein eigenständiges Engagement zur Problemlösung. Auf Anfragen versuche ich, innerhalb von maximal einem Arbeitstag zu antworten.
  10. [weitere Punkte, die zu diskutieren bzw. zu ergänzen sind: Transnationalität, Interkulturalität, Interdisziplinarität, Innovation, Feedback]

Emden / Berlin August 2013

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