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Guten Tag und herzlich Willkommen!

Portrait Stefan Schneider -  Foto: Charlotte BorchardtIch bin Sozialwissenschaftler und und leite das Europa-Institut für Sozialwissenschaften & Partizipation (eisop).  Meine thematischen Schwerpunkte sind Soziale Arbeit, Pädagogik, Armut, Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Selbsthilfe, Partizipation und Empowerment.

Weiterhin bin ich in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin parteiloses Mitglied der  Fraktion Bündnis 90 Die Grünen mit den Schwerpunkten Soziales, Arbeit, Gesundheit, Gleichstellung & Integration. Ebenfalls beteilige ich mich an den Vorbereitungen zum Europäischen Sozialforum (ESF) 2010 in Istanbul und dem Weltsozialforum 2011 in Dakar.

Weitere Interessensgebiete von mir sind Musik, Metaphysik, Lesen, Radfahren und  Segeln, Auch bin ich gelegentlicher Autor bei Wikipedia. Und schließlich ist dies hier eine Baustelle für Pläne, Ideen, Konzepte, Offenes, Ungeklärtes.

Für Hinweise, Anregungen, Kritik und Rückmeldungen bin ich jederzeit dankbar. Nachrichten senden Sie bitte an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können . Danke!

Dr. Stefan Schneider       

   

 
Schneider, Stefan: Mein Leben gehört mir! Reflexionen auf Krisenzeiten. Berlin 2010

Bettlerbeobachtung in Jerusalem 2009 - Foto: Dr. Stefan Schneider Mein Leben gehört mir!

Reflexionen Wohnungsloser auf Krisenzeiten des 20. Jahrhunderts in originalen Zeugnissen.

"Wieder und wieder Landstraße. Der Beruf taugt nichts. Alles einen Dreck wert. K-r-i-s-e! K-r-i-s-e! Also: immer nur Gelegenheitsarbeit. Immer wieder Arbeitslosigkeit, immer wieder Hunger, Mittello­sigkeit, Obdachlosigkeit, Bettler, Vagabund. Und weiter, immer weiter unterwegs: Hunger nach Brot und nach dem Leben dieser Welt. Und so viel gemordete Sehnsucht und Liebe..". (Jonny RIEGER).

Die Knappheit der Dokumente, die uns Wohnungslose hinterlassen haben, stellt die Wissenschaft vor einige Schwierigkeiten. "Ich wollte auch die Heimatlosen sprechen lassen, jedoch diese hatten wenig für mich hin­terlassen. Der 'Alltag der Heimatlosen' war nicht festgehalten, wenn doch - dann hatten sich die Kolonisten beschwert." (Hannes KIEBEL). Trotzdem finden wir gerade in Krisenzeiten in den wenigen Zeugnissen – auch jenseits institutionalisierter Hilfeeinrichtungen - eine überraschende Vielfalt der Positionen zwischen Ver­weigerung und autonomer Selbstbehauptung ("Generalstreik ein Leben lang" - Gregor GOG), dem Einge­ständnis des persönlichen Scheiterns ("die ganz große Blamage" - Jo MIHALY) , eindeutiger Schuldzuschrei­bung ("Der Staat hat mein Leben kaputt gemacht!" – Karin POWSER) bis hin zum Wunsch nach Anerken­nung und Integration (Großstadtdokumente - Hans OSTWALD).

Anhand von authentischen Dokumenten wohnungsloser Männer und Frauen können die Krisenzeit der 20er Jahre mit dem Zeitraum nach der Deutschen Einheit in Beziehung gestellt und auf Ähnlichkeiten und Unter­schiede hin untersucht werden. Beiden Zeiträumen ist gleich der rasante Zuwachs der Wohnungslosenzahlen bei gleichzeitigem Auftreten neuer Strukturen der Artikulation und Selbsthilfe - 20er Jahre: Bruderschaft der Vagabunden, Zeitschrift Der Kunde/ Der Vagabund (Bruno BÜRGEL, Gregor GOG), Vagabundenkongress (Maxim GORKI), Kunstausstellungen (Hans TOMBROCK), 90er Jahre: Strassenzeitungen (Hans KLUNKELFUSS), Theaterprojekte (Unter Druck - Jan MARKOWSKI, Obdach-Fertig-Los - Klaus LENUWEIT), Lite­ratur (Josef MARR, Heiko André MEYER u.a.), Selbsthilfeorganisationen und alternative Wohnformen (Rolf BÜNGER u.a.).

Neben einer Sichtung unterschiedlicher Positionen zu Inkusion und Exklusion auf der Folie des Spektrums von Identitäts- und Selbstkonzepten und der Wahrnehmung von Gesellschaft werden auch geschlechtsspe­zifische Differenzen (Elfriede LOHSE-WÄCHTLER, Karin POWSER u.a.) deutlich sichtbar.

"Und wenn ich dann sagte: 'Seht, dieses Leben hier!' und jemand es sehen und wiedererkennen und etwas dabei fühlen und erleben konnte und wenn es den eingewurzelten Stumpfsinn nur ein wenig zu bewegen vermochte, dann hatte das alles hier einen Sinn gehabt." (Jonny RIEGER)

Berlin, 05.03.2010, Abstrakt zur einem Workshopbeitrag.

Stefan Schneider

 

 
Schneider, Stefan: Eine Armutskonferenz in Pankow. Berlin 2009
Banksy, Bristol: Arbeitspause 2009 - Foto: Stefan Schneider Ist Pankow ein armer Bezirk? Das ist die Frage, die auch mit verhandelt wurde in den Debatten der letzten Wochen um eine Armutskonferenz in Pankow. Die Anregung dazu kam in Form eines Antrags von der Volkssolidarität auf der Sonder-Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zu seniorenpolitischen Themen im Sommer 2009. Zunächst war strittig, wer das veranstalten soll. Die Volkssolidarität war der Auffassung, das Bezirksamt sei hier in der Pflicht. Aber die kurze Tradition der Armutskonferenzen in Deutschland – erst Anfang des Jahres wurde eine Brandenburger Armutskonferenz gegründet – ist eine zivil-gesellschaftliche.
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